Biomarker zur Früherkennung von Eierstockkrebs könnten das Gesamtüberleben in diesem, von später Diagnose gekennzeichnetem Patientinnenkollektiv, verbessern. Da das Immunsystem eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Krebs spielt, haben wir eine immunologische Signatur definiert, die das Vorhandensein von Ovarialkarzinom anzeigt und mit einem bekannten Protein-Biomarker Panel kombiniert. Diese Kombination führte zu stark verbesserten Sensitivitäts- und Spezifitätswerten.
Bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom wurde bereits eine Vielzahl an Biomarkern (Proteine, DNA und RNA) und molekularen Signaturen hinsichtlich ihres prognostischen Wertes d.h. Vorhersage der Prognose einer Patientin und/oder ihres prädiktiven Wertes, d.h. Vorhersage des Ansprechens auf eine Chemotherapie, evaluiert. Bis dato ohne durchschlagenden Erfolg. Einer Forschungsgruppe aus Japan gelang 2009 erstmals die Erstellung einer neuen molekularen Subklassifizierung anhand eines Gensets von 112 Genen. Das Ziel dieser Studie war die Validierung einer daraus abgeleiteten neuen molekularen Subklassifizierung. Insbesondere die Assoziation zwischen dieser Subklassifizierung und dem rezidivfreien- bzw. Gesamtüberleben wurde evaluiert.
Fragestellung: Die klinische Bedeutung des p53-Mutationsstatus beim Ovarialkarzinom wird kontroversiell diskutiert. Ein Grund dafür liegt möglicherweise in der Heterogenität der untersuchten Patientenkollektive. Auch die fehlende Expressionsanalyse der N-terminal verkürzten p53-Isoformen Δ40p53 und Δ133p53 in den meisten Studien könnte dabei eine Rolle spielen. Ziel der vorliegenden prospektiven Multizenterstudie war es, die klinische Bedeutung des p53-Mutationsstatus und der p53-Isoformen bei Patientinnen mit fortgeschrittenen serösen Ovarialkarzinomen zu evaluieren. Methode: 182 Patientinnen mit fortgeschrittenen serösen Ovarialkarzinomen wurden im Zeitraum 8/2005–12/2008 in fünf gynäko-onkologischen Zentren (Innsbruck, Wien, Berlin, Hamburg, Leuven) eingeschlossen. Ein funktioneller Hefeassay und anschließende Sequenzierung wurden zur Bestimmung des p53-Mutationsstatus durchgeführt. Δ40p53- und Δ133p53-Expression wurde mittels RT-qPCR analysiert. Ergebnisse: 40 (22%) Ovarialkarzinome waren Wildtyp-53 und 142 (78%) mutiert. Der p53-Mutationsstatus war assoziiert mit dem Alter bei Diagnosestellung (p = 0,011) und dem Malignitätsgrad (p < 0,001). Wildtyp-p53-Karzinome zeigten ein längeres Gesamtüberleben als p53 -mutierte Karzinome (median 36,6 vs. 40,5 Monate, p = 0,08). Die Expression der N-terminal verkürzten p53-Isoformen korrelierte nicht mit dem p53 -Mutationsstatus. Entdifferenzierte Karzinome wiesen eine höhere Δ40p53-Expression auf (p = 0,026). Ovarialkarzinome mit hoher Δ40p53-Expression hatten ein längeres rezidivfreies und Gesamtüberleben im Vergleich zu Karzinomen mit niedriger Δ40p53-Expression (median 27,8 vs. 21,0 Monate, p = 0,029; median 40,0 vs. 36,6 Monate, p = 0,120). In der Gruppe der p53-mutierten Karzinome korrelierte hohe Δ133p53-Expression mit signifikant längerem rezidivfreiem und Gesamtüberleben (median 27,1 vs. 18,4 Monate, p = 0,005; median 40,7 vs. 33,1 Monate, p = 0,015). Schlussfolgerung: In dieser prospektiven Multizenterstudie zeigen wir erstmals, dass die N-terminal verkürzten Isoformen Δ40p53 und Δ133p53 prognostische Relevanz beim Ovarialkarzinom besitzen. Für den p53-Mutationsstatus ergab sich bei noch relativ kurzem Nachbeobachtungzeitraum (median 25 Monate) keine prognostische Relevanz.
Background: We aimed to evaluate the clinical relevance of p53 and p73 isoforms that modulate the function of p53. Methods: This prospective multicentre study included 154 patients with stage III and IV serous ovarian cancer. A functional yeast-based assay and subsequent sequencing were performed to analyse the p53 mutational status. Expression of p53 and p73 isoforms was determined using RT–qPCR. Results: Δ133p53 expression constituted an independent prognostic marker for recurrence-free (hazard ratio=0.571, P =0.016, 95% CI: 0.362–0.899) and overall survival (hazard ratio=0.365, P =0.004, 95% CI: 0.182–0.731) in patients with p53 mutant ovarian cancer ( n =121). High Δ40p53 expression was associated with favourable tumour grading ( P =0.037) and improved recurrence-free survival (33.4 vs 19.6 months, P =0.029), but not overall survival (43.1 vs 33.6 months, P =0.139), in patients with p53 wild-type cancer ( n =33). Neither the p53 mutational status nor p73 isoform expression possessed prognostic significance in the examined ovarian cancer cases. Conclusion: Δ133p53 expression was associated with prognosis in the vast majority of ovarian cancer cases, that is, patients with p53 mutant advanced serous carcinomas. Thus, our findings underline the importance of considering the complex p53 regulatory network.
Fragestellung: Entgegen früherer Annahmen liegt das Tumor-Suppressor-Gen p53 nicht nur in einer Volllängenform sondern auch in Form zahlreicher Splice Varianten vor. p53β beinhaltet einen Teil des Intron 9 und bei p53ΔE6 fehlt Exon 6. Beide kodieren C-terminal verkürzte Proteine. Erste Studien lassen vermuten, dass p53 Splice Varianten eine wichtige Rolle für die Feinregulierung der p53 Funktion spielen. Über die klinische Bedeutung dieser Splice Varianten ist bisher nichts bekannt. Methodik: In 245 Ovarialkarzinomen wurde der funktionelle p53 Mutationsstatus mittels Hefeassay untersucht und die spezifische p53 Alteration in mutierten Hefekolonien durch Sequenzierung bestimmt. Mittels real-time RT-PCR wurde die Expression der p53 Splice Varianten analysiert. Ergebnisse: Neben p53β und p53ΔE6 fanden wir in den Ovarialkarzinomen drei neue p53 Splice Varianten: p53δ and p53ε, die Teile des Intron 9 besitzen und p53ζ, das einen Anteil vom Intron 6 enthält. Diesen Splice Varianten, die C-terminal verkürzte Proteine kodieren, liegen Mutationen der Splice-Sites zugrunde. 40 von 245 (16%) Karzinomen wiesen p53δ auf. Die Expression korrelierte weder mit dem p53 Mutationsstatus noch mit bekannten klinikopathologischen Parametern. Patientinnen mit p53δ Expression hatten häufiger eine Progression unter primärer platinhaltiger Chemotherapie oder ein Frührezidiv innerhalb von 6 Monaten nach Therapieabschluss (Fisher's Exact Test, P=0,027). Zusätzlich wiesen sie in der multivariaten Analyse ein signifikant kürzeres rezidivfreies- und Gesamtüberleben auf als Patientinnen, die p53δ nicht exprimierten (Hazard Ratio 1,84, 95% Konfidenzintervall 1,11–3,05, P=0,017 bzw. Hazard Ratio 1,76, 95% Konfidenzintervall 1,05–2,96, P=0,018).
Fragestellung: p53 liegt neben der Volllängenform FLp53 auch in 2 N-terminal verkürzten Formen, d40p53 und d133p53, vor. Diese werden durch alternative Initiation der Translation oder alternatives Splicing generiert und weisen in vitro einen dominant-negativen Effekt gegenüber FLp53 auf. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, erstmals die Expression der p53 Isoformen beim Ovarialkarzinom zu untersuchen und ihre Relevanz als prognostischer und prädiktiver Parameter zu evaluieren.
Previously, the human high mobility group protein member HMGA2 mRNA was reported to be expressed in peripheral blood of patients with breast cancer, but not in healthy individuals. Expression of HMGA2 in blood was suggested to be an independent indicator of poor prognosis in metastatic breast cancer. These very promising findings propose HMGA2 as a potential marker for the detection of circulating tumor cells in peripheral blood. Therefore, we analyzed peripheral blood specimens from healthy controls and patients with breast tumors for HMGA2 expression using TaqMan real-time RT-PCR to test if HMGA2 is a suitable marker for the early detection of breast cancer and monitoring therapy response in peripheral blood. Furthermore, we examined the possible involvement of HMGA2 expression in invasion investigated by an in vitro invasion assay using established breast cell lines. HMGA2 expression was detected in peripheral blood of breast cancer patients as well as of healthy individuals. No significant association of HMGA2 expression with any clinical or histopathological data was apparent. However, there was a significant correlation of HMGA2 expression in invasive and non invasive breast cell lines (p=0.0056). Although, HMGA2 obviously contributes to invasion it is not a specific marker for the detection of circulating tumor cells in peripheral blood.