Die kardiovaskuläre Intensivmedizin ist ein zentraler Pfeiler in der Versorgung kritisch erkrankter Patienten. Während sich die frühen Koronarstationen der 1960er-Jahre im Wesentlichen auf das Monitoring von Rhythmusstörungen konzentrierten, erfordert die gegenwärtige medizinische Versorgung den Umgang mit einer Patientendemografie, die zunehmend durch fortgeschrittenes Alter, multiple Komorbiditäten sowie eine gesteigerte Prävalenz von Multiorganversagen geprägt ist [1, 2]. Mit den Fortschritten in interventionellen Verfahren haben sich die therapeutischen Möglichkeiten zwar erheblich erweitert; zugleich wächst jedoch der Bedarf an strukturierten Vorgaben und Standards, wie es die G‑BA-Zentrumsregelungen sowie die Empfehlungen der Fachgesellschaften und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) verdeutlichen [3–6]. Für Hochrisikopatienten in der kardiovaskulären Intensivmedizin jedoch – insbesondere bei kardiogenem Schock, schwerer Herzinsuffizienz, ausgeprägter hämodynamischer Instabilität, drohendem Multiorganversagen, Hochrisikolungenembolie, septischer Kardiomyopathie oder im Rahmen des Post-Cardiac-Arrest-Syndroms (PCAS) – reichen derartige, allgemein formulierte Standards nicht aus, da ihre Versorgung ein durchgängiges strukturiertes Behandlungskontinuum von der klinischen Akut- und Notfallmedizin über die intensivmedizinische Stabilisierung bis zur Organunterstützung und Netzwerksteuerung erfordert. Es braucht spezialisierte Strukturen, optimierte Prozesse und Outcome-Messungen für eine funktionierende multidisziplinäre Versorgung. Zudem sind zentrale Strukturvorgaben obligat, inklusive der Definition besonderer Anforderungen – von der 24/7-Katheterbereitschaft über die Integration von Shock-Teams bis hin zur Indikationsstellung mechanischer Organunterstützung und dem Einsatz einer mobilen extrakorporalen Membranoxygenierung(ECMO)-Therapie. Darüber hinaus muss eine interdisziplinäre Roadmap für Ausbildung, Netzwerkbildung und Integration innovativer Versorgungsstrukturen (inklusive Telemedizin und Artificial Intelligence) die Weiterentwicklung der kardiovaskulären Intensivmedizin ergänzen und zukunftsorientiert ausrichten. Nur so kann auch perspektivisch eine multidisziplinäre hoch spezialisierte Versorgung jener zunehmend kritisch erkrankten Patienten unter Einhaltung einer bestmöglichen Versorgungsqualität gelingen.
Background: Cardiogenic shock (CS) following an out-of-hospital cardiac arrest (OHCA) poses significant management challenges, exacerbated by inflammatory responses and infectious complications. This study investigates the microbiological profiles and impacts of mechanical circulatory support (MCS) on inflammation and infection in OHCA patients. Methods: We retrospectively analyzed microbiological data from various specimens of 372 OHCA patients, who were treated at the Cardiac Arrest Center of the University Hospital of Marburg from January 2018 to December 2022. Clinical outcomes were evaluated to investigate the potential impact of MCS on infection and inflammation. Results: Of the study cohort, 115 patients received MCS. The microbiological analysis revealed a higher incidence of positive blood cultures in the MCS group vs. the non-MCS group (39% vs. 27.7%, p = 0.037), with predominantly Gram-positive bacteria. Patients with positive microbiological findings had longer in-hospital stays and prolonged periods of mechanical ventilation. The levels of inflammatory markers such as C-reactive protein (CRP) and procalcitonin (PCT) differed, suggesting a more pronounced inflammatory response in MCS patients, especially in the later ICU stages. Notably, despite the higher infection rate in the MCS group, the survival rates did not significantly differ in the two groups. Conclusions: MCS appears to influence the microbiological and inflammatory landscape in OHCA patients, increasing the susceptibility to certain infections but not affecting the overall mortality. This study underscores the complexity of managing post-resuscitation care and highlights the need for tailored therapeutic strategies to effectively mitigate infectious and inflammatory complications.