Einige der Unterarten von Kailasius charltonius G. R. Gray wurden aufgrund unzureichenden Materials mit zu vager Fundortangabe beschrieben, ihre charakteristischen Eigenschaften nicht durch neue Serien kontrolliert. Deshalb halte ich es fur nutzlich die nachstehenden charltonius-Populationen festzuhalten, auch wenn sie sich als Synonyma erweisen sollten. Kailasius charltonius flaugeri subsp. nov. (Taf. 1 Fig. 1,2) Babouzar-Pass, Kohistan, S.W. Himalaya, 4000 m, Juli 1974, 1 ♂ Holotype, 2 ♂, 4♀ Paratypen in c. N. Flauger, 1 ♀ Allo- und Ikonotype, 3 ♀ 3 ♂ Paratypen in c. Eisner, in c. Rijksmuseum van Natuurlijke Historie, Leiden, omnes leg. N. Flauger, West Berlin. Das Fluggebiet liegt zwischen dem der subsp. charltonius ducalis Boullet & Le Cerf, aus Chitral, und dem der subsp. charltonius ella Bryk, aus Baltistan. Grosse etwa die von subsp. ducalis Boullet & Le Cerf (38-40 mm), wahrend subsp. ella Bryk im Durchschnitt etwas kleiner ist. Von den Unterschieden in den Zeichnungselementen lasst sich feststellen: Marginale, Submarginale auf beiden Flugeln sind bei subsp. ducalis dunkler, bei subsp. ella noch heller als bei der neuen Unterart. Die fasciata-Binde verbreitert langs der unteren Discoidale, der Hinterrandsfleck des Vorderflugels schwacher ausgebildet als bei den beiden Vergleichungsunterarten, Marginale des Hinterflugels durch die Grundsubstanz funfmal unterbrochen entwickelt, bei subsp. ducalis uberwiegend vollstandig erhalten, bei subsp. ella zu kleinen Flecken reduziert. Die massig starke Submarginale meist von der Marginale und der Medianozelle getrennt, die Randaugen flecke normal ausgebildet. Die kleine Costalozelle stets rotpigmentiert, die mittelgrosse runde, bis ovale Medianozelle rot ausgefullt bis mit sehr kleinem Weissspiegel; beide dunn schwarz umrandet. Der unterseits ungleichmassig stark ausgepragte siegeli-Fleck schlagt oberseits
Wenn ein so guter Entomolog wie Dr. Sigbert Wagener aufgrund geografischer Beobachtungen seine Ansichten uber die Unterarten von Parnassius mnemosyne (Linnaeus, 1758) und apollo (Linnaeus, 1758) im Apennin darlegt (Wagener, 1977), hat der Taxonom Veranlassung, sein Urteil zu uberprufen. Das habe ich noch einmal getan, nachdem ich mit Dr. Wagener die Probleme erortert habe. Nachstehend gehe ich, was die Unterteilung der beiden Parnassius-Arten in Subspezies anbelangt, im einzelnen auf seine Ausfuhrungen ein. I. Parnassius mnemosyne (Linnaeus, 1758) 1. Parnassius mnemosyne constantinii Turati, 1919 Modena, Lago Budalone und Costa di Galla lauten die Fundortetiketten der Para- und Ideotypen von Turati. Turati (1919: 162) selbst schreibt: Costa di Gallo, was sprachlich auch korrekt ist. Lisa ist ein Druckfehler, recte: Passo della Cisa. 2. Parnassius mnemosyne schawerdae Bryk, 1922 Wagener halt nach geografischen Gesichtspunkten die Aufstellung dieser und der vorstehenden Unterart fur berechtigt; dieser Ansicht schliesse ich mich an. Teobaldelli (1976: 106) zieht die mnemosyne von Pintura di Bolognola und vom Monte Rotondo zur subsp. fruhstorferi Turati. 3. Parnassius mnemosyne romanus Garavaglia Garavaglia, 1940, Mem. Soc. Ent. Italiana, 72: 98, Tav. 1. Bezugnehmend auf meine Ausfuhrungen in Parnassiana Nova 49 (S. 68) glaube ich doch, dass die beiden Paratypen ex coll. Garavaglia nur als f. magna n.c. anzusehen sind. In den grossen Serien vom Monte Terminillo, leg. Dr. T. Racheli, befinden sich wohl auch einige Exemplare, die grosser sind als der
1. DREI NEUE PARNASSIUS APOLLO L. UNTERARTEN AUS SPANIEN Die Herren P. Capdeville und P. C. Rougeot haben in den letzten Jahren die verschiedenen Flugplatze von Parnassius apollo L. in Spanien aufgesucht und eine Anzahl neuer Unterarten aufgestellt. Die Kenntnis wird erganzt durch die Beschreibung von drei weiteren apollo L. subspecies durch Dr. Miguel-R. Gomez Bustillo und Dr. Fidel Fernandez Rubio in Publication No. 20, Sociedad De Ciencias Naturales Aranzadi, San Sebastian, 1971: aizpuruae ex Montanas de San Cristobal, Provincia de Alava. pozazalensis ex Puerto de Pozazal, Santander. odriozolae ex Monte Aitzgorri, Collado de Peru-Saroy, Urbia. Die Holo- und Allotypen sind abgebildet (ibidem, fig. 20, 21, 23). Ob einige dieser Unterarten — das gilt auch fur die von Capdeville und Rougeot beschriebenen — subspecies bonae sind oder nur auf Grund der geographischen Lage als solche abgetrennt werden konnen, wird das Studium systematisch gesammelter Serien erweisen mussen. 2. ZWEI NEUE PARNASSIUS APOLLO L. UNTERARTEN AUS DER TSCHECHOSLOWAKEI In Fortsetzung der Untergliederung der Parnassius apollo L. subspecies in den Karpathen durch Eisner & Zelny (Parn. Nova XLV) sind zwei neue Unterarten aufgestellt. Parnassius apollo zelnyi subsp. nov. (pl. 1 fig. 1-4) Grosse Fatra, Hermanec, 1 ♀ Holotype, 1 ♂ Allotype, 23 ♀, f. ochreoocellata n.c. 1 ♀, f. tertiopicta n.c. 6 ♀, f. tertiopicta n.c. + ornata n.c. 1 ♀, f. tertiopicta n.c. + mediorubrodivisoocellata n.c. 1 ♀, f. primo + tertiopicta n.c. 1 ♀, f. inversa n.c. 3 ♀, f. tertiopicta n.c. + primorubroanalis n.c. 2 ♀,
I Von einer 1973 mit Unterstutzung der Deutschen Forschungsgemeinschaft unternommenen Reise durch Anatolien brachten Dr. P. Sigbert Wagener und sein Begleiter Andreas Schmitz eine Anzahl von Allancastria cerisyi Godart mit. Beim Studium dieses Materials glauben wir zwei neue Unterarten gefunden zu haben. Geht man vom Verbreitungsgebiet der subsp. speciosa Stichel (Palastina, Jordanien, Libanon, Syrien und dem an Syrien grenzenden Teil der Turkei) aus, so lassen sich an anatolischem cerisyi-Material zwei Variationsrichtungen erkennen. Die eine leitet ostlich des zentralanatolischen Beckens nach Norden (Amasya) zur subsp. deyrollei Oberthur uber, die andere fuhrt westlich uber den Kilikischen Taurus zum Sultandag am Westrand des Beckens und weiter nordwestlich in die Provinz Balikesir. Wahrend Exemplare von der Kilikischen Pforte (Gulekbogazi, 1100 m, 6.vi.1973, leg. Wagener & Schmitz; 2 ♂♂ in coll. Eisner in coll. Rijksmuseum van Natuurlijke Historie, Leiden, 4 ♂♂ in coll. Wagener, Bochum) noch weitgehend die Merkmale des Habitus der subsp. speciosa Stichel aufweisen, tritt im Gebiet zwischen Kobya, Akschehir und Egridir eine andere Unterart auf, die wir als neu beschreiben. Allancastria cerisyi lycaoniae subsp. nova Umgebung Akschehir, Mai 1935: 1 ♀ Holotypus, 1 ♂ Allotypus, beide in coll. Eisner in coll. Rijksmuseum van Natuurlijke Historie, Leiden, 1 ♂ Paratypus in coll. Wagener. Egerdir (heute: Egridir), 1000 m, Mai 1926, leg. E. Pfeiffer: 3 ♂♂, 2 ♀♀ Paratypen in coll. Eisner in coll. Rijksmuseum van Natuurlijke Historie, Leiden, 1 ♀ Paratypus in coll. Wagener. 54 km
Parnassius apollo transiliensis subsp. nov. wird von mir, die forma altitudinis talgarica nov. wird von K. F. Sedych und mir beschrieben. Parnassius apollo subsp. transiliensis Eisner (nova) Die Beschreibung von Parnassius apollo merzbacheri durch Fruhstorfer (1914, Soc. Ent. 21: 139) ist unverantwortlich vag gehalten; sie lautet: „Parnassius apollo merzbacheri nom. novum fur P. sibiricus Verity t. 9 f. 9 ♀ p. 48, 1906. P. hesebolus Austat p. 191/192 partim, 1889, Tianschan. Austats ungemein pracise Beschreibung und Veritys Figur beweisen, dass der Tian-Shan eine indogene apollo-Rasse beheimatet, die sich von allen apolloFormen durch die breiteste schwarze Ozellenperipherie auszeichnet und den scharf abgesetzten breiten Glassaum, der lebhaft kontrastiert mit der gelbgrauen, massig beschuppten Grundfarbung. Benennung zu Ehren unseres grossen Alpinisten und Asienreisenden Dr. Merzbacher, der den eigentlichen Hochgipfel des Tian-Shan, den Khan-Tengri, entdeckte. Der habitus des ♀ von Kuldja, auf das Fruhstorfer sich basiert, und das Austat pl. 6 fig. 2 abbildet, weicht von dem habitus des ♀, das Verity pl. 9 fig. 9 als „P. apollo sibiricus Nordm. Monts Tian-chan orientaux, recht erheblich ab. Das ? von Kuldja zeigt im Vergleich mit dem durch Verity abgebildeten Exemplar einen gelblichen Flugelfond, eine langere, besser ausgepragte Submarginale, nicht so starke Schwarzfleckung and schmalere Ozellenumrandung. Die Grundfarbe des letzteren ist grauweiss. Zunachst ist festzustellen, was Fruhstorfer augenscheinlich nur unklar ausgedruckt hat, dass der Name „merzbacheri nicht etwa den von „sibiricus ersetzen, sondern nur fur den zum sibiricus-Kreis gehorenden P. apollo aus dem Tian-Shan gelten soll. Da Fruhstorfer als erstes Exemplar
VARIA Parnassius mnemosyne L. subsp. puschlavensis Eisner Bei der Beschreibung dieser Unterart in Parnassiana Nova XVIII habe ich ausdrucklich darauf hingewiesen, dass ich mich dazu trotz der mir nur vorliegenden 2 ♂ 1 ♀ entschlossen habe, weil die Art aus Graubunden nicht bekannt war, und ihr Vorkommen, auch das ihrer Futterpflanze, im Puschlav isoliert ist. Im Jahre 1963 habe ich am 7. Juli eine leider schon abgeflogene Serie von 16 ♂ 1 ♀ P. mnemosyne oberhalb San Carlo, in etwa 1200 m Hohe, erbeuten konnen, die es mir gestattet, die Beschreibung zu erganzen. Es handelt sich um eine wenig digryphe subspecies, die schon an den habitus der italienischen Unterarten erinnert, vor allem durch ihren rundlichen Flugelschnitt und die Ausbildung des Medianaugenflecks. ♂ 26-32 mm, das ♀ 34 mm. ♂ mit breitem Glasband bis Cu1 und dessen schmaler Fortsetzung bis etwa Cu2; lunulae mehr oder minder deutlich ausgepragt. Costalfleck, Zellflecke bescheiden. Im Hinterflugel schwach entwickelte Hinterrandsschwarze, die den Hinterrand nicht erreicht und vorn nur ganz wenig in die Zelle eindringt. Analflecke fehlen uberwiegend, bei 3 ♂ einzellig, bei 1 ♂ zweizeilig schwach ausgebildet; Costalaugenfleck fehlt oder ist klein vorhanden, der mediane Fleck bescheiden bis kraftig, an die Zellader angelehnt. Der habitus des ♀ deckt sich mit der Urbeschreibung, doch zeigt es einen Anflug des Hinterrandflecks, und ein breiteres Costal- und Analband. P. mnemosyne L. und P. apollo L. im Monts-Dore-Gebiet Daruber, was uber das Vorkommen dieser beiden Parnassius-Arten im Monts-Dore-Gebiet in der Litteratur im Laufe der Jahre bis zur Beschreibung
subsp. olympiacus Kolar und Rebel Die in Parn. VI p. 33/34 gegebene Diagnose dieser distincten Unterart, von der mir nunmehr Vertreter mehrerer Jahrgange vorliegen, kann wie folgt erganzt werden. ♂ ♀ 37-41 mm. ♂ im Vorderflugel mit ungleich lang ausgebildeter Marginale, bis uber Cu1 oder bis kurz vor der Flugelrundung ; Submarginale bescheiden bis uber Cu1; Endzellfleck ofter f. quincunx n.c.; im Hinterflugel haufig Marginale internerval und Submarginale angedeutet. ♀ mit mehr oder weniger markant entwickelter fasciata-Binde, ocelloconjuncta-Steg und stets mit ampliusanalis-Fleck. subsp. graecus Ziegler Das neue Material in meiner Sammlung bestatigt den typischen habitus dieser stark androtropen Unterart, wie er in Parn. Nova XIV angegeben ist. ♂ ♀ 37-41 mm. subsp. peloponnesiacus Pag. Der Fundort Patras bedarf immer noch der Bestatigung. Das ♂ ♀ in meiner Sammlung ex c. Menthe stammt auch von Neuschild, aufgrund dessen Material Pagenstecher die subspecies beschrieben hat. subsp. albanicus Riemel ♂ ♀ 40-44 mm; subsp. macedonicus Bollow ♂ ♀ 38-43 mm. Meinen fruheren Ausfuhrungen habe ich nichts hinzuzufugen. subsp. dardanus Rebel Die Diagnose in Parn. VI p. 34 sei dahingehend richtiggestellt, dass der Hinterrandsfleck des Vorderflugels rundlich klein ist, und dass die Ozellen in beiden Geschlechtern klein bis mittelgross sind. Die Hinterrandsschwarze ist seicht, zuweilen reduziert.
Genus Tadumia F. Moore Generotypus: T. acco G. R. Gray Tibia mit langem, ihr Ende uberragendem, stark zugespitztem Schienenblattchen, das von der Tibiamitte ausgeht. Im Vorderflugel verwachst R1 am Vorderrande mit R3. R3 entspringt nicht aus dem Radialstiel. Prakostalsporn des Hinterflugels ein- oder zweiastig. Sonst gleicht das Geader weitgehend, bis auf M1 (siehe weiter unten), dem des Genus Parnassius F. Bryk unterscheidet und diagnostiziert: Subgenus Tadumia F. Moore Im Vorderflugel M1 in seiner Stellung zum Radialrippenstamm labil, sogar bei ein- und derselben species bald mit dem Rippenstiel der Radiusgabel von R4 und R5 verwachsen, bald aus der Basis des Rippenstiels, aber auch frei aus der vorderen Zellecke entspringend; Pracostalsporn einastig. Sphragis weisslich, ventral verbreitet, gut entwickelt oder auch rudimentar. Sexualarmatur des ♂ uneinheitlich. Subgenus Eucoramius Bryk Im Vorderflugel entspringt M1 frei aus der vorderen Zellecke, Pracostalsporn zweiastig oder anstelle des zweiten Astes knotenartig verdickt. Sphragis braun, ventral stark ausgehohlt, ihre beiden Seitenlappen durch eine flache Leiste abgegrenzt. Valve der mannlichen Genitalarmatur trapezformig. Uncusbasis tritt hockerartig hervor. Zu dem subgenus Tadumia F. Moore gehort als erste species: T. acco G. R. Gray (Cat. Lep. Ins. Brit. Mus. v. 1 p. 76 T. 12 Fig. 5/6) Die Art bevolkert das Karakorum, Kaschmir, Ladak, Sikkim und Thibet. Sie hat folgende typische Merkmale: Uncus des ♂ mit 2 Hornern. Valve
Genus Kailasius Moore Kail. inopinatus inopinatus Kotzsch (Ent. Zeit. v. 54 Nr. 3 p. 18-21) Nordwest-Afghanistan, Firuskuhi-Montes, 1 ♂ Holotype, 1 ♀ Allotype, abg. Ent. Zeit. v. 54 Nr. 3 p. 18, 9 ♂, f. rubroanalis n.c. 2 ♂, 10 ♀, alle Paratypen ex c. Kotzsch; Marak, Afghanistan 1 ♂ ex c. Avinoff (CarnegieMuseum). Eine distincte, mittelgrosse, ♂ 32-36, ♀ 35-38 mm, Art, die im Aussehen trotz der grosseren Augenflecke noch stark an Tad. (Euk.) loxias Pungeler erinnert. Die mannlichen Genitalorgane von inopinatus Kotzsch sind aber wenig verschieden von denen der charltonius-Gruppe, sodass die Art wohl besser zu dieser zu ziehen ist. Das VIII. Tergit und der Uncus gleichen denen von Kail. charltonius Gray, wahrend die Valve, die hoher ansetzt und die am oberen Hinterende lappenartig ausgezogen ist, mehr der von Tad. (Euk.) imperator Oberthur ahnelt. Dass inopinatus Kotzsch eine bona species und nicht eine subspecies einer der beiden Vergleichsarten ist, muss aus dem besonderen Bau der Sphragis geschlossen werden. Diese ist nicht ringformig und nur ventral an den Ecken des letzten Sternits angeheftet; sie zeigt ventral eine Mittelrinne, die oralwarts von einer Quererhohung begrenzt wird. Nahere Einzelheiten konnen den sehr guten Abbildungen in Ent. Zeit. Nr. 3 p. 19/20 entnommen werden. Flugelfond dicht beschuppt, cremeweiss; Befransung weiss. ♂ im Vorderflugel, der am Vorderrand und an der Wurzel sparlich schwarz gekornt ist, mit hellem, mittelbreitem Glasband bis uber Cu2. Submarginale reduziert, von M2 ab in einzelne Flecke aufgelost, die meist sehr dunn sind und Cu2 niemals erreichen. Costalband schmal, bis M2, mit strichartigem Fortsatz daruber hinaus. Zellflecke oblong, kraftig. Hinter-
Zu dem Gelingen der nachstehend beschriebenen Kreuzungen haben drei Wiener Entomologen beigetragen, deren Namen ich eigentlich bei der Benennung der Hybriden festzuhalten die Absicht hatte. Da das indessen nach den neuesten Nomenklaturregeln nicht statthaft ist, muss ich mich darauf beschranken zu vermerken, dass der erfahrene Zuchter Herr Hans Ryszka die Kreuzungen durchgefuhrt hat, dass Herr Ing. Josef Leinfest das franzosische Eiermaterial von seinen letzten Forschungsreisen nach Sudfrankreich mitbrachte, und dass Herr S. Tichy befruchtete apollo ♀ in schwierigem Berggelande aus Steiermark beschaffte. Schon wiederholt habe ich der Ansicht Ausdruck gegeben, dass gezogene apollo keine einwandfreien Schlussfolgerungen hinsichtlich ihrer Rassenzugehorigkeit zulassen. Das gilt in verstarktem Masse fur Rassenkreuzungen aus ex ovo gezogenen Tieren. Deshalb gebe ich die nachstehende Beschreibung, um die man mich gebeten hat, mit dem entsprechenden Vorbehalt. Parnassius apollo (cetius X leovigildus) Parnassius apollo L. subsp. cetius Fruhst. ♂ (Wachau, N.-Osterreich) X Parnassius apollo L. subsp. leovigildus Fruhst. ♀ (Montan de Lure, Β. Α., Frankreich). Der Vater ist ein typisch aussehender Vertreter seiner Rasse, die Mutter ist armer als Freiland- ♀ aus Montan de Lure gezeichnet und dunner beschuppt. Von den mannlichen Nachkommen lasst sich im Vergleich mit dem Vater sagen, dass sie eine starkere und langere Submarginale, einen grosseren Hinterrandsfleck, besser ausgebildete Costalflecke im Vorderflugel zeigen; die Augenflecke sind kleiner, die Hinterrandschwarze etwas tiefer; bemerkenswert, dass, wie haufig bei Zucht, 5 ♂ der f. quincunx n.c. ange-
In dieser Fortsetzung werden die weiteren franzosischen und die spanischen Subspecies von Parnassius apollo L. behandelt. Bryk zieht im Tierreich bei seiner Einteilung in Rassenkreise zum Jurassischen Kreis auch die subspecies leovigildus Fruhst. und venaissnus Fruhst., die ich indessen als zu dem franzosischen Alpenkreis zugehorig ansehe, dem ich mich im folgenden zuwende. Bevor ich das indessen tue, will ich noch die Beschreibung einiger franzosischer Rassen erwahnen, die ich vom Augenschein nicht kenne; ich muss mich darauf beschranken, ohne beurteilen zu konnen, ob es sich um bonae subspecies handelt. subsp. anneciensis Testout (Bull. Soc. Linn. Lyon XVI, p. 64, 1947, Typus Thones, Hte-Savoie). subsp. vercorcius Testout (Bull. Soc. Linn. Lyon v. 11 und 12 No. 9 und 10, Typus Col de Romeyere 1100 m). subsp. aqualensis Acheray (L' Amateur de Papillons v. 8 p. 228-233, Typus Mont. Aignal, dept. du Gard). subsp. francisci Le Cerf, P. Acheray et A. Reymond (Revue Francaise de Lepidopterologie, Tome 9, No. 13 p. 227-34, 1939, Typus Monts Forez, region Pierre-sur-Haute et Bruyere de Brosses). Dem franzosischen Alpenkreis gehoren an: subsp. provincialis Kheil (Ent. Z.v. 18 p. 142) Mt. La-Chens 2 ♂, f. quincunx n.c. 1 ♂ , 1 ♀ Topotypen; St. Martin de Vesubie 12 ♂ 4 ♀ , f. primo + tertiopicta n.c. 1 ♀ , f. primorubroanalis n.c. 2 ♀ , f. secundorubroanalis + fasciata n.c. 1 ♀ ; St. Auban 2 ♂ 1 ♀ , f. rubroanalis n.c. 1 ♀ ; Haute-Var 4 ♂ 2 ♀, f. flavoocellata + flavoanalis n.c.
Bevor ich mit der Behandlung der tiroler und bayrischen Unterarten von P. apollo L. in dieser Fortsetzung beginne, mochte ich ein Versaumnis bei der Aufzahlung der spanischen Rassen nachholen. subsp. maurilianus Fern. (Bol. Soc. Esp. p. 180, 1926), Typus Palencia, Sierra del Brezo, Villafria, ist als eine intermediar zwischen den subsp. ardanazi Fern. und escalerae Rothsch. stehende Unterart beschrieben, was 22 ♂ 4 ♀ mit Fundort Camasobres, Palencia, 11. 7. 1941, R. Oberthur, die ich aus dessen Sammlung erworben habe, bestatigen. Ich mochte hinzufugen, dass die ♂ starker entwickelte Vorderflugelbinden, die ♀ einen helleren Flugelfond als die ♂ ♀ der Vergleichsrassen aufweisen. Bei der Karakterisierung der Unterarten der tiroler und bayrischen Alpen ist zu den in meiner vorigen Abhandlung erwahnten Schwierigkeiten ein neuer meine Arbeit erschwerender Umstand hinzugekommen, die Tatsache, dass eine grosse Menge gezogener Apollo tiroler und bayrischer Herkunft in Umlauf gebracht wurden, ohne ausdrucklich als solche gekennzeichnet zu sein; diese verstoren das einheitliche Rassenbild. Ich bin geneigt anzunehmen, dass z.B. ein erheblicher Prozentsatz der Exemplare, die J.E. Kammel in seiner verdienstvollen Arbeit „Zur Rassenfrage des Parnassius apollo L. aus den nordlichen und zentralen Ostalpengebieten (Zeitschrift der Wiener Entomologischen Gesellschaft, 1943) abbildet und seiner Karakterisierung zugrunde legt, gezogene Tiere betrifft. Kammel bestreitet die hinreichende Differenzierung verschiedener Rassen, schlagt aber vor, diese als formae geographicae bestehen zu lassen. Das ist weder Fisch, noch Fleisch. Auch eine distincte geographische Form muss sich kennzeichnen lassen. Wahr-
O. Bang-Haas hat sich bereits 1915 in Iris, v. XXIX p. 181-185 fur den Gebrauch einheitlicher Aberrationsbenennungen von Parnassiern in der Form von nomina collectiva eingesetzt ; Bryk und ich haben dies gleichfalls getan. Immer wieder ertappe ich mich aber dabei, dass ich meinem Vorhaben, nomina collectiva durchlaufend zu gebrauchen, untreu geworden bin ; ich will mich indessen bemuhen, es in Zukunft durchzufuhren und fuhre zum besseren Verstandnis nachstehend noch einmal die gebrauchlichsten nomina collectiva an: 1) Aberrationen aller Flugel f. magna n.c. = besonders gross. f. minuscula n.c. = besonders klein. f. nigricans n.c. = Flugelfond durch Schwarzbestaubung verdunkelt. f. umbratilis n.c. = hyalin, vollig verdunkelt. f. albicans n.c. = Flugelfond aufgehellt. f. flavicans n.c. = Flugelfond gelblich. f. diaphana n.c. = aussergewohnlich dunnbeschuppt. f. inversa n.c. = ♀ mit mannlichem Habitus. f. perversa n.c. = ♂ mit weiblichem Habitus. f. perfusa n.c. = Flugelfond leicht schwarz uberstaubt. 2) Vorderflugel f. marginata n.c. = Marginalbinde besonders breit. f. immarginata n.c. = ohne Glassaum. f. niphetodis n.c. = Glasband durch Weissbeschuppung verdrangt. f. seminiphetodis n.c. = die weise Grundsubstanz dringt keilformig vom Flugelrand in die Marginale,
In dieser Fortsetzung werden behandelt der Rest der mnemosyne subspecies, P. stubbendorfi Menetr., P. glacialis Butler, P. nordmanni Menetr., P. clarius Eversm., P. eversmanni Menetr., P. clodius Menetr., P. Orleans Ch. Oberthur, P. honrathi Stgr., P. apollonius Eversm., P. bremeri Bremer, P. phoebus F. und die Unterarten dieser Parnassien Parnassius mnemosyne L. subsp. hartmanni Standf. Reichenhall 1 ♂ Typus ex c. Standfuss; Sonntagshorn 1 ♀ f. halteres + siegeli; Fischbach a. Inn 3 ♂ 3 ♀ ; Mangfalltal (Topotypen von subsp. lysandra Fruhst.) 11 ♂ 11 ♀ ex c. Kotzsch; Saletalp 5 ♂ 5 ♀ ; Konigssee 1 ♂, 1 ♀ f. grundi Bryk; Hochgern 3 ♂ 3 ♀ ; Petersberge 4 ♂, ♂ f. ernestinae Bryk, 1 ♀ f. halteres, 1 ♂ trs. f. halteres Musch., 5♀,2♀ f. halteres Musch., 2 ♀ f. minuscula Bryk ; Melleck 2 ♂ 2 ♀ ; Obersee 1 ♂ f. minuscula Bryk; Nesselgraben/Reichenhall 2 ♂ 2 ♀ ; Sonnenwendjoch 2 ♂ 1 ♀ ; Reichenhall 2 ♂, 1 ♂ f. antiquincunx Bryk, 1 ♂ f. halteres Musch., 1 ♀ , 1 ♀ f. lunulata Bryk, 1 ♀ f. umbratilis ; Oberaudorf 4 ♂ 3 ♀ ; Schafberg 1 ♂ f. siegeli Bryk, 1 ♀ ; Sonntagshorn 5 ♂, 3 ♀,2 ♀ f. halteres Musch. ; Hochgern 2 ♂ 1 ♀ ; Stuhlfelden, Pinzgau 1 ♂ 1 ♀. Das sehr reichhaltige in etwa 25 Jahren gesammelte Material, das ich ex c. E. Hoffmann erworben und von dem ich die nachstehend aufgefuhrten Vertreter in meine Sammlung eingereiht habe, bestatigt die in Parnassiana v. 2 p. 51 gegebene Diagnose; nur scheint der helle und dunkle Habitus in den gleichen Hohenlagen nebeneinander aufzutreten. Hoch-Felln 20 ♂, trs. f. halteres 4 cf, f. cardinalis 3 ♂, f. lunulata 2 ♂, 1 ♂ dem hellen Typ angehorend, mit fast vollig verschwarzter Zelle
Viele Sammler rumpfen die Nase uber die Benennung von Formen. Deren Festhaltung ist indessen wichtig, um einen Uberblick uber die Variabilitatsbreite einer Species zu geben ; ein weiterer Vorteil der dadurch erhaltenen Ubersicht ist, dass er es dem Systematiker leichter macht, die fur eine subspecies characteristischen Merkmale innerhalb der Variabilitatsmoglichkeit der species festzulegen. Aus dieser Anschauung heraus benenne ich die folgenden Formen: Luehdorfia puziloi Ersch. cf f. pallida (m.). Grundfarbe des cf weissgelb, wie sie sonst nur ? zeigen. Patria : Sutschanski-Rudnik, Ussuri, ι cf Typus. subsp. coreana Mats. f. fasciata (m.). ι cf mit im Hinterflugel einer continuierlichen Binde vom Wurzelfelde uber Mittelzelle nach dem unteren Ende der Hinterrandschwarze. Patria: Umg. Seishin, N. Korea, ι cf Typus. subsp. inexpecta Shelj. f. rubrocatenaria (m.). Die roten Prachtflecken des Hinterflugels sind ungewohnlich stark entwickelt zu einer breiten Binde, wie sie fur subsp. chinensis Leech typisch ist, wahrend bei inexpecta die roten Flecke normal gerade angedeutet sind. Patria: Kanoyama, Japan, ι cf ι ? Typen. Sericinus telamon Donov. f. cellopura (m.). Mittelzellfleck im Vorderflugel oberseits verschwunden, unterseits schwach als f. binaria Bryk erhalten, Endzell fleck stark reduciert. Patria : Mien-shan, Prov. Shansi, ι cf Typus, ι cf Paratypus, ι S Paratypus (subsp. mandschuricus Rosen). subsp. shantungensis M. Hering f. cellopurissima (m.).
A revision of the material belonging to the genus Dalman in the Rijksmuseum van Natuurlijke Historie at Leiden, mainly based on the Monograph of the genus Erebia by B. C. S. Warren (London, 1936), induced me to describe a number of new subspecies and aberrations, and to make some remarks on forms already described. The greater and most important part of the material is to be found in the Mezger collection, which is kept separate. It has always been indicated with the types, if they are to be found in that collection ; all other types are included in the general collection of Lepidoptera of the Rijksmuseum van Natuurlijke Historic Descriptions and remarks are following here in systematic order, according to Warren's system. Erebia eriphyle (Frr.) subsp. tristis H.-S. ab. secundo-tertiopunctata nov. ab. The typical eriphyle possesses two black spots on the forewing; specimens deviating in this respect were described as ab. tripunctata Hoffm. with three spots, and as ab. impunctata Hofn. without black spots. One of the specimens in hand, from Reichenstein, Styria, and consequently belonging to the subsp. tristis H.-S., shows the two hindmost black spots of the ab. tripunctata Hoffm., but the foremost spot is lacking. I propose the name secundo-tertiopunctata nov. ab. for this aberration. Holotype: ♂, Reichenstein, 15 VII 1923, in the Mezger collection. Erebia manto (Schiff. & Dennis) subsp. osmanica Schaw. ab. subtuslutescens nov. ab., and ab. bubastis nov. ab. In his excellent monograph of the genus Warren writes that the