Nodal negative luminale G1 Karzinome ≤20 mm sind Tumoren mit einem tumorspezifischen 10-Jahres-Überleben von > 95%, die keine adjuvante Chemotherapie benötigen. Unter ihnen sind Niedrigrisikotumoren, bei denen auch der Verzicht auf endokrine Therapie und lokale Strahlentherapie zurzeit in Studien kritisch überprüft wird. Trotz der exzellenten Prognose können Lokalrezidive die Lebensqualität und das kosmetische Ergebnis beeinträchtigen. Radiologisch okkulte (nicht-mikrokalktragende) DCIS-Komponenten gelten als Hauptrisikofaktor und sind deshalb eine Herausforderung für eine Brusterhaltende Therapie (BET).
Der St. Gallen Consensus empfiehlt die Subtypisierung von NST- und lobulären Mammakarzinomen (MK) in Luminal A, B, Her2 und Triple negativ (TN) mittels Immunhistochemie bzw. in situ-Hybridisierung. Für Luminal A MK wird Chemotherapie (CT) wegen geringerem Ansprechen als weniger nützlich angesehen. Der Luminal A-Definition (ER positiv, Her2 negativ und niedrige Proliferation) wurde 2013 eine PgR-Expression von ≥20% zugefügt. Wir untersuchten den Einfluss auf Subtypisierung und Therapieempfehlung.
Die Tumorproliferationsmessung mittels Ki67-Labelling-Index (Ki67-LI) wird beim Mammakarzinom zur Prognoseeinschätzung, spätestens seit 2011 auch zur Indikationsfindung einer adjuvanten Chemotherapie bei luminalen Mammakarzinomen empfohlen [1],[2]. Über die Interlabor-Variabilität des Ki67-LI und ihren Einfluss auf die Interpretation der proliferativen Aktivität in der Routinediagnostik von Mammakarzinomen ist jedoch nur wenig bekannt. Ziel der Arbeit ist die Untersuchung der laborbedingten (analytischen) Varianz der Ki67-LI-Ergebnisse unabhängig von prä- und postanalytischen Einflüssen.
Luminal A Karzinompatientinnen haben eine günstige Prognose und profitieren in der Regel nicht von einer Chemotherapie. Zur Abgrenzung von schlechter verlaufenden Luminal B (Her2-) Karzinomen mit höherer Proliferation empfiehlt der St Gallen Consensus 2011 den Ki67-LI mit einem Cut-Off < 14%. Wir untersuchten den Einfluss unterschiedlicher Ki67-LI-Bestimmungsmethodik auf die Verteilung der Subtypen.
Das Grading nach dem Nottingham Grading System (NGS) ist für Mammakarzinome mit bis zu 3 Lymphknotenmetastasen und ohne Fernmetastasen einer der stärksten Prognosefaktoren. Der 3-stufige Mitosescore des NG basiert auf standardisierter flächenbezogener Mitosezählung. Wir überprüften, ob sich dieser Score durch drei definierte Varianten der Ki67-LI-Bestimmung reproduzieren lässt.