Deutlich vor Beginn des Pilotprojektes Umweltprobenbank fiel der Berliner Arbeitsgruppe innerhalb der Biologischen Bundesanstalt die Aufgabe zu, nach den Haltbarkeitsbedingungen für Pflanzenmaterial über eine überdurchschnittlich lange Aufbewahrungszeit zu suchen, wobei insbesondere die Spurengehalte organisch-chemischer Fremdchemikalien zu beobachten waren.
Es wird ein Verfahren zur jahrelangen Tieftemperaturlagerung biologischer Proben aus dem Pflanze/Boden-Bereich mit organisch-chemischen Kontaminanten beschrieben, das den Bedarf sowohl der Rückstandsanalytiker als auch die Bedürfnisse von Umwelt-Bewertungsstellen erfüllt. Zu diesem Zweck wurde biologisches Probenmaterial unter verschiedenen Tieftemperaturbedingungen in unterschiedlichen Behältnistypen eingelagert und in Intervallen untersucht.
Probleme bei der Probennahme für eine Umweltprobenbank werden diskutiert und dabei die Charakterisierung der Proben sowie die Auswahl und Beschreibung des Probenahmeortes behandelt. Als repräsentativ für die Flora werden Weizen als hauptsächliche Kulturpflanze und Gras als allgemein vorhandener Bodenbewuchs ausgewählt. Die Auswertung hat immer in enger Beziehung mit dem Boden zu erfolgen, da dieser den wichtigsten Kreuzungspunkt vieler Umweltprozesse darstellt. Von ersten Erfahrungen über Versuche, umfassende geographische, taxonomische, landwirtschaftliche, historische und klimatische Informationen über repräsentative Proben zu erhalten und deren ökologische Relevanz und ökologische Beziehungen später ableiten zu können, wird berichtet.