Das Reaktionsverhalten von 2-Guanidino-benzimidazol (GBI) und 2-(o-Aminophenyl)-benzimidazol (APBI) gegenüber verschiedenen Metallen und deren Anionen wird beschrieben. Die meist gut kristallisierten Verbindungen werden hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Konstitution durch Elementaranalysen, spektroskopisch und thermogravimetrisch untersucht sowie etliche Stabilitätskonstanten gemessen. Arbeitsvorschritfen zur Herstellung dieser Metallkomplexe werden angegeben.
Ein Verfahren zur Herstellung diverser Merkapto-Liganden wird angegeben. Merkaptide, Chelate und Mischligandkomplexe wurden präparativ hergestellt und beschrieben. Zur Konstitutionsermittlung werden IR-, NMR-, UV-VIS-Spektren und Elementaranalysen der Liganden und Ligand-Metall-Verbindungen angegeben und kommentiert. Unterschiedliche Wechselwirkungen zwischen Ligand und Ion, die infolge verschiedener Substituenten an der 6-Stelle auftreten, werden in einer Reihe von Versuchen aufgezeigt.
Bei der Reaktion von Mercaptobenzthiazol mit Quecksilberchloranilat bildet sich das schwerlösliche Quecksilbersalz des Mercaptobenzthiazols. Die in äquivalenter Menge freiwerdende Chloranilsäure erlaubt, analog den bekannten Bestimmungen von Halogeniden und Pseudohalogeniden über eine photometrische Messung eine quantitative Erfassung der gesuchten Substanz. Werden Kationen mit einer Maßlösung von Mercaptobenzthiazol gefällt, läßt sich der Überschuß des Fällungsmittels bestimmen und so der jeweilige Gehalt an Metallion berechnen.
Das koordinationschemische Verhalten einiger primärer und sekundärer Thioamide gegenüber verschiedenen Metallen wurde untersucht. Präparativ konnten kationische und anionische Komplexe sowie Neutralchelate isoliert werden. Die Bindungsverhältnisse wurden in zahlreichen Fällen IR-spektroskopisch geklärt. Eine sehr empfindliche Fe(II)-Bestimmung mit 4-Methyl-pyridin-2,6-bis-(N-methylcarbothioamid) (MPBMTA) wird beschrieben.
Die Reaktion von S-Methyl-N-(2-Pyridyl)methylendithiocarbazat (PMTC) mit einigen Metallionen wird untersucht. Extraktionsmöglichkeiten, eine photometrische Bestimmung von Zink und Eisen(II), DC-Trennungen und die präparative Darstellung einiger Metallkomplexe werden beschrieben.
Thiolutidinsäure-N,N′-dimethylamid (TLSMA) bildet bei pH 14 ein violett gefärbtes Eisen(II)chelat mit hohem molarem Extinktionskoeffizienten. Das Reagens ist sehr empfindlich und hat in saurem Milieu reduzierende Eigenschaften. pH-Abhängigkeit, zeitlicher Verlauf der Komplexbildung und die Zusammensetzung des Chelats wurden untersucht. Ein Verfahren zur spektralphotometrischen Bestimmung von Eisenspuren (0,04–4μg/ml) wurde beschrieben.
Die Verteilung von 30 Fluoriden zwischen sauren Lösungen und 3 aliphatischen Ketonen wird beschrieben. Niob, Tantal und Rhenium lassen sich nach zweimaliger Extraktion mit 2-Butanon quantitativ in die organische Phase überführen und so von zahlreichen Elementen abtrennen. Der Einfluß der Acidität auf die Extrahierbarkeit wird gezeigt. Bevorzugt ausgeschüttelt werden einfach negativ geladene Metallfluorokomplexe.
Spektralphotometrische Bestimmungen von Bor und Niob im Stahl wurden beschrieben. Bor wird mit Fluorwasserstoffsäure und Nilblau A in einen Komplex übergeführt und gemessen. Eine Abtrennung des Bors ist nicht erforderlich. Die im Stahl üblicherweise enthaltenen Legierungs-elemente mit Ausnahme von Tantal stören nicht. Niob wird nach der Eisenextraktion mit Methyläthylketon mit PAR bestimmt. Störende Fremdionen werden mit ÄDTA und Pyridin maskiert. Die Abhängigkeit der Extinktion von den Maskierungsmitteln wurde untersucht. Verschiedene Aufschlußmöglichkeiten der Probe wurden diskutiert.
Eine schnelle und einfache Extraktion von Rhenium mit Tetrabutylammoniumhydroxid und Chloroform wird beschrieben. Dadurch ist die Isolierung z. B. von einem 10000fachen Molybdänüberschuß möglich. Anschließend erfolgt die photometrische Bestimmung von Perrhenat mit Nilblau A, bisher das empfindlichste Verfahren, mit einem molaren Extinktionskoeffizienten von 72000.