Zeitschrift für Angewandte EntomologieVolume 32, Issue 2 p. 208-274 Bodentieruntersuchungen in den Flugsandgebieten des Marchfeldes Untersuchungen über die Bevölkerungsdichte von Bodentieren in Düne und verschiedenen alten Beständen der ersten Waldgeneration1 Else Jahn, Else Jahn Institut für Forstentomologie und Forstschutz der Hochschule für Bodenkultur in WienSearch for more papers by this author Else Jahn, Else Jahn Institut für Forstentomologie und Forstschutz der Hochschule für Bodenkultur in WienSearch for more papers by this author First published: January/December 1951 https://doi.org/10.1111/j.1439-0418.1951.tb00625.xCitations: 4 1 Die Arbeit wurde bereits 1944 abgeschlossen, zum Druck eingegeben, konnte jedoch erst jetzt erscheinen. (Es wurden seit 1944 lediglich aus dem Gebiete des Bodentierlebens neu erschienenen Arbeiten miteinbezogen.) AboutPDF ToolsRequest permissionExport citationAdd to favoritesTrack citation ShareShare Give accessShare full text accessShare full-text accessPlease review our Terms and Conditions of Use and check box below to share full-text version of article.I have read and accept the Wiley Online Library Terms and Conditions of UseShareable LinkUse the link below to share a full-text version of this article with your friends and colleagues. Learn more.Copy URL Share a linkShare onFacebookTwitterLinked InRedditWechat Citing Literature Volume32, Issue2January/December 1951Pages 208-274 RelatedInformation
Es wurde untersucht, in welcher Weise Metalle, deren Effekte zusammen mit elektrisch-magnetischen Kräften innerhalb von Reizzonen im Freiland von Wirksamkeit sind, für sich allein das Wanderverhalten von Nonnenraupen zu den Futterquellen innerhalb von Normalzonen und Reizzonen beeinflussen. Dabei konnte festgestellt werden, daß Nachkommen gesunder Weibchen die Nahrung innerhalb von Reizzonen und Normalzonen in verschiedenen Entfernungen vom Testmetall aufsuchten. Innerhalb der Reizzone wurde das dem Metall zunächst gelegene Futter weitgehend bevorzugt, während innerhalb der Normalzone die Raupen auch stets zahlreich bei der entferntesten Nahrung angetroffen wurden. Daraus läßt sich möglicherweise schließen, daß Metalle im Bereich von Normalzonen eher eine abschreckende Wirkung auf die Larven ausübten, im Bereich von Reizzonen dagegen eher eine anziehende. Eventuell dienen hier zusätzliche Metalleffekte zur Herabminderung des Einflusses aufsummierter Feldstärken. Die abstoßende Wirkung der Metalle innerhalb von Normalzonen würde auch mit den Ergebnissen vorhergehender Zuchtversuche, bei welchen sehr hohe Sterblichkeitsprozente innerhalb von Metallzonen auftraten, übereinstimmen. Erkrankte Raupen (Viruserkrankungen) wurden sowohl innerhalb der Normalzone als auch der Reizzone nahezu vollzählig bei den den Testmetallen am nächsten gelegenen Nahrungsquellen gefunden.
Auf Grund eines Denkmodells, das einer unter Mondeinfluß stehenden biophysikalischen Kraft in Zusammenhang mit elektrisch-magnetischen Kräften je nach Mondphase eine die Lebensprozesse entweder hemmende oder steigernde Wirkung zuerkennt, wurden Fichten unter möglichst gleichen Bedingungen zur Voll- und Neumondzeit gefällt und auf nachfolgenden Befall von Borkenkäfern untersucht. Bei Fällungen am Winterausgang bei gleichzeitigem Einsetzen des Schwärmens der Scolytiden nach einer kühleren Periode ergab sich eine deutliche Bevorzugung der Vollmondbäume gegenüber den Neumondbäumen bei den ersten Anflügen. Dieses Ergebnis bestätigte sich in mehreren Untersuchungen, die sich über mehrere Jahre erstreckten. Ähnliche Befallsunterschiede, wenn auch im wesentlich geringerem Außmaß, zeigten auch die im November geschlägerten Fichten. Die Bevorzugung der Vollmondbäume durchIps typographus, I. amitinus undPityogenes chalcographus läßt auf reichlichere Produktion von Lockstoffen solcher Bäume schließen. Sie dürften aus organischen Substanzen stammen, die zur Vollmondphase durch Steigerung des Kambialchemismus im größeren Ausmaß gebildet wurden. Im späteren Verlauf der Fortpflanzungsperiode konnten sich jedoch diese Befallsbilder, vielleicht durch Pheromone, die von den eingebohrten Käfern ausgeschieden wurden, verändern. Bei den Untersuchungen zur Sommerszeit wurden die Bäume der jeweils 1. Fällungsserie von den stets im Gelände vorhandenen Borkenkäfern am stärksten befallen. Rasche Ab- und Umbauprozesse während der 14-tägigen Zwischenperiode dürften die ursprünglichen Unterschiede des Gehaltes an organischen Substanzen in den Voll- und Neumondbäumen zur Fällungszeit und damit auch des unterschiedlichen Gehaltes an Lockstoffen aufgehoben haben. Das Gesamtergebnis würde sich mit Bauernregeln decken, wonach Pflanzen, die ins Kraut gehen solen, um die Vollmondzeit zu säen bzw. zu setzen wären.
Die Überprüfungen des Wanderverhaltens von Raupen vonLymantria monacha 1974/75 hinsichtlich biophysikalischer Futterquellen: Futter (RF) aus Reizzonen (RZ) und Futter (NF) aus Normalzonen (NZ) in Beziehung zur Larvenentwicklung — mit abgeschnittenen Futterzweigen und der Möglichkeit von Ost-West-Wanderungen (Jahn 1977) — wurden 1977/78 an lebenden Pflanzen, (japanischen Lärchen) in Nord-Süd-Richtung wiederholt. Es hat sich dabei gezeigt, daß auch die Richtung Nord-Süd in gewissem Ausmaße die Wanderungen der Raupen beeinflußte. Hinsichtlich Aufsuchens der in Reizzonen stockenden Lärchen (RF in RZ) stimmten die Untersuchungsergebnisse 1977 weitgehend mit denen von 1974/75 und mit vorher durchgeführten Mortalitätsuntersuchungen überein. 1978 erfolgte das Aufsuchen dieser Futterquellen jedoch z. T. auch in gegensätzlicher Weise. Dieses Verhalten wird mit der ansteigenden Sonnenaktivität 1978 in Beziehung zu bringen versucht, wie dies auchBecker (1980) für die Fraßaktivität von Termiten 1978 und 1979 festzustellen glaubt. In den Versuchsreihen: RZ Süd — NZ Nord und NZ Süd — RZ Nord übten die in RZ und NZ stockenden Lärchen im Süden und Norden eine ähnliche Anziehungskraft auf die Raupen aus, wobei auch allerdings die durch die Himmelsrichtung bedingte Wandertendenz nach einigen Kontrollergebnisse dies etwas abschwächen oder verstärken konnte.
Die Anziehungskraft von Weibchen-Fallen (Dyksche Fallen) und Disparlure-Fallen (0,1 mg) wurde an den Zahlen eingefangener im Freiland vorhandener Männchen vonLymantria monacha 1974–1978 und an den zurückgelegten Distanzen ausgesetzter Männchen zu den Einfangstellen 1975–1978 untersucht. Dabei ergab sich neben der Abhängigkeit der Anziehungskraft der Weibchen von endogenen Faktoren im Vergleich zum synthetischen Duftstoff auch eine wesentlich größere von den Witterungsverhältnissen. Während längerer andauernder warmer Perioden konnten Dyksche Fallen im gleichen Ausmaße Männchen einfangen wie die Disparlure-Fallen: in warmen gewittrigen Nächten konnte der Einfang bei ersteren auch höher liegen. Bei kühler Witterung waren jedoch die Männchenfänge stets zahlreicher bei den Disparlure-Fallen. Dies kommt vor allem dort zum Ausdruck, wo Weibchen und der synthetische Duftstoff miteinander in Konkurrenz standen. Es erwies sich ferner bei der Wahl der Fallenstandorte als wichtig, neben Windrichtung und Bestandesverhältnissen auch das Vorhandensein biophysikalischer Felder zu berücksichtigen. Biophysikalische Felder, d. s. mit der Rute abgrenzbare Reizzonen, wurden von den Männchen bevorzugt beflogen. Die Ermittlung der Anflugdistanzen ergab, daß bei diesen Versuchen Weibchen nicht weiter als 85 m anlockten, der synthetisierte Duftstoff jedoch bis 200 m (weiteste festgesetzte Entfernung) Männchen anzog.
Der Einfluß von Entomophagen auf die Fluktuationen vonCephalcia abietis bei langjährigen Gradationen im Waldviertel (Niederösterreich) wurde untersucht. Es zeigte sich, daß die Wirksamkeit der Entomophagen auf die Mortalität der Fichtengespinstblattwespe in manchen Jahren sehr groß war. Mancherorts übertraf die Zahl Schlupfwespenkokons und Dipterentönnchen jene der Puppen und Pronymphen vonC. abietis um ein Vielfaches. Stärkeres Auftreten von Entomophagen nur in Flugjahren vonC. abietis ließ eine physiologische Synchronisation zwischen Wirt und Parasit infolge einer hormonalen Steuerung der Parasitenentwicklung vermuten. Unter den parasitischen Insekten waren vor allem Ichneumoniden (9 Arten) vertreten.
Influence of biophysical and electrical fields on Lymatria monacha l. 2: Caterpillar migrations, Faraday experiments, physical measurements
The Spruce Pamphilid, Cephalcia abietis L., a pest dangerous to young and old spruce stands in Austria
Influence of some site factors on White Fir Woolly Aphid, Dreyfusia Nüsslini C. B.
Further investigations on biophysical factors and their effects on Lymantria monacha L. (Lep., Lymantriidae)
Im Frühjahr 1971 trat der Hagebuchenspanner,Colotois (Himera) pennaria L., im östlichen Wienerwald in Massenvermehrung. Er blieb unter den vergesellschafteten Lepidopteren bis zum späteren Frühjahr 1972 vorherrschend. Der natürliche Rückgang dieses Schädlings war auf das Überhandnehmen des EiparasitenTelenomus dalmanni (Ratz.), einer in der alten Welt bisher nur ausOrgyia antiqua L. gezogenen Scelionidenart und auf die ungünstige Witterung des Mai 1972 zurückzuführen, Nach Lichtfallenuntersuchungen im Spätherbst 1972 war zu dieser ZeitOperophtera brumata L. unter den schwä rmenden Faltern, die am Feuerstein zugeflogen waren oder auf nicht behandelten Flächen am zahlreichsten vertreten. Bekämpfungsversuche vonDonaubauer undSchmutzenhofer nach Schlüpfen der Räupchen vonColotois pennaria L. im Frühjahr 1972 wirkten sich bei Grabungen im Fehlen von Puppen an den behandelten Örtlichkeiten sowie reduzierten Falterflügen im Vergleich zur Umgebung aus.
Die Zentren des Schadauftretens verschiedener untersuchter forstschädlicher Insekten dürften nach zahlreichen Testungen Reizzonen umfassen, welche wieder als eine Kombination von elektrischen und magnetischen Feldern und durch diese freigelegte Metalleffekte erscheinen. Untersuchungen zur möglichen Wirksamkeit dieser Komponenten auf Vitalität und Fertilität vonLymantria monacha führten zu folgenden Ergebnissen. Es erscheint möglich, daß innerhalb von Reizzonen Sterblichkeit und Fruchtbarkeit vonLymantria monacha auch von niederfrequenten elektromagnetischen oder auch konstanten magnetischen oder elektrostatischen Feldern beeinflußt werden, die direkt oder auch über die Pflanze auf die Lebenskraft der Nonne von Wirksamkeit sind. Reizzonenbereich und Normalbereich zeigten hinsichtlich der Mortalität der Versuchstiere gegensätzliche Verhältnisse. Die Anfangsmortalität innerhalb von Reizzonen war gegenüber jener der Zuchten im Normalbereich erniedrigt, die Endmortalität vielfach erhöht. Futter aus Normalbereichen setzte in den Reizzonen, Reizzonenfutter im Normalbereich die Sterblichkeit herab und erhöhte im Normalbereich die Fruchtbarkeit. Im Normalbereich mit Normalfutter gezogene Nonnen wiesen die geringsten Zahlen an abgelegten Eiern auf, was sich besonders bei an Pflanzen eingebeutelten Tieren deutlich zeigte. Die wesentlich höhere Fruchtbarkeit von Nonnen an Pflanzen im Reizzonenbereich mag zusammen mit der hier erniedrigten Anfangsmortalität eine Erklärung zum gehäuften Auftreten vonLymantria monacha innerhalb von Reizzonen geben. Freigesetzte Metalleffekte könnten innerhalb von Reizzonen die Sterblichkeit aber auch die Fruchtbarkeit erhöhen.
Die vorstehenden Untersuchungen über die Auswirkungen insbesondere von ultralangen Radiowellen aufLymantria monacha ergeben, daß diese Vitalität und Fruchtbarkeit zu beeinflussen vermögen. Die Art des Einflusses ist vom Entwicklungsstadium der Tiere bei bestimmt großen Feldstärken abhängig. Frühe Behandlungen, besonders zur Zeit der Eiräupchen, steigerten Vitalität und Vermehrungsenergie der Art, spätere setzten sie jedoch weitgehend herab. Besonders ausgeprägt zeigten diese Verhä ltnisse die für die Kernpolyedrose anfälligen Zuchten des Jahres 1968.