Bei diesem Beitrag der Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie handelt es sich um eine Pilotstudie, die den Einsatz von Psychodrama am Lebensende untersucht. Psychodrama könnte dafür geeignet sein, Menschen in ihren inneren Prozessen am Lebensende zu unterstützen und ihre Selbstwirksamkeit sowie das Bewusstsein für die eigenen Ressourcen zu stärken. Wie nutzen Patient*innen am Lebensende das Angebot einer Psychodrama-Intervention? Patient*innen einer Palliativstation wurde eine Monodrama-Intervention mit der Möglichkeit, sich mit einem von ihnen gewählten Thema auseinanderzusetzen, angeboten. Die Patient*innen (N = 10) fanden eigenständig zu ihrem Thema, dann wurde auf einem Tablett mit standardisierten Holzfiguren eine Szene aufgestellt und weiterentwickelt. Sofern es möglich war, fand in den nächsten Tagen eine Nachbesprechung mit den Patient*innen statt. Die Audioaufnahmen der Interventionen und der Nachgespräche wurden Wort für Wort transkribiert und mittels Reflexiver Thematischer Analyse und hermeneutischer Fallanalyse ausgewertet. Die Patient*innen nutzen die Intervention, um sich stärkende Bindungsfiguren zu vergegenwärtigen, sich an gemeisterte Herausforderungen zu erinnern, wohltuende Erinnerungen lebendig werden zu lassen, belastende Erfahrungen zu verarbeiten, sich ihre Werte und ihre Spiritualität bewusst zu machen und um sich verbal oder nonverbal mit dem Tod zu beschäftigen. Durchgängig lässt sich erkennen, dass die Interventionen dabei helfen, sich mit den Herausforderungen in der Sterbesituation auseinanderzusetzen. So können belastende Situationen bearbeitet, Handlungsoptionen entwickelt und Ressourcen aktiviert werden, die in der aktuellen und bevorstehenden Lebens- und Sterbenssituation stärkend sind. Die Ergebnisse zeigen, dass Psychodrama von Palliativpatient*innen für wichtige Entwicklungs- und Verarbeitungsaufgaben am Lebensende genutzt wird. Erklärungen bieten verschiedene theoretische Ansätze, die auch Hinweise darauf geben, welche Wirkung und Bedeutung die Interventionen für die Patient*innen haben.
Family caregivers often experience stress, which negatively affects their well-being, health, and quality of life. This review of current studies on spiritual and religious interventions and their effects will contribute to the development of holistic strategies to support family caregivers. This scoping review followed Arksey and O’Malley’s framework and is reported in accordance with the modified Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses Extension for Scoping Reviews (PRISMA-ScR) guideline. A systematic search of studies and grey literature examining spiritual and/or religious interventions for family caregivers in the home setting was conducted across nine databases and Google Scholar. The search yielded 608 hits, of which 19 studies met the inclusion criteria; a total of 1,025 family caregivers are involved. Most studies have a quantitative design, examine the feasibility and pilot testing of the interventions, and are of moderate quality. Interventions include spiritual training and therapy, faith community nursing, yoga, meditation, mindfulness programs, and self-expressive therapies. These range from single-session approaches to programs lasting several weeks and are conducted as individual, dyadic, or group sessions, either in-person, by telephone, or via virtual platforms. Most studies report improvements in spiritual well-being, health, and quality of life. Some studies reported deterioration in physical health and increased fatigue following spiritual or religious interventions. Spiritual or religious interventions can reduce stress among family caregivers and improve their well-being, provided they are tailored to their needs. To maximize their benefit, interventions should be tailored to caregivers’ needs, be flexible in timing and easily accessible, foster meaningful relationships, and be of sufficient duration to enable them to develop practical strategies for daily life.
Zusammenfassung Hintergrund : Generativität ist im Alter ein Prädiktor für Lebenszufriedenheit und wird definiert als Sorge für Menschen einer anderen Generation und als das Bedürfnis, etwas Bleibendes zu hinterlassen. Aufgrund ihrer Lebensform haben Ordensleute besondere Herausforderungen und Chancen im Hinblick auf Generativität. Ziel der Studie ist es, zu beschreiben, wie hochbetagte Ordensleute ihre eigene Generativität wahrnehmen und welche Faktoren diese Wahrnehmung beeinflussen. Methoden : Es wurden narrative Interviews geführt. Die Transkriptionen wurden mit Thematic Analysis ausgewertet und durch die befragten Personen kommunikativ validiert. Ergebnisse : Es wurden Interviews von 21 Personen (Alter: 80 bis 98 Jahre) ausgewertet. Wenngleich Generativität oft auch ein Motiv gewesen ist, sich für ein Leben im Orden zu entscheiden, ist auffällig, dass vielen älteren Ordensleuten die eigene generative Lebensleistung wenig bewusst ist. Förderlich für die Wahrnehmung der eigenen Generativität sind Beziehungen zu und Begegnungen mit jüngeren Menschen. Hinderlich sind interne Konflikte, Einsamkeit und sich selbst sowie andere abwertende Haltungen. Diskussion : Es erscheint sinnvoll, die Ordensleute gezielt dabei zu unterstützen, ihre Lebensgeschichte zu reflektieren und Generativität als Thema in dieser Geschichte zu erkennen. Da die persönlichen Generativitätsskripte alter Menschen durch aktuell gelebte Beziehungen mit jungen Menschen aktiviert werden, gilt es zudem, diese Beziehungen zu stärken und Raum für Begegnung zu schaffen.
Zusammenfassung Hintergrund: Patientinnen/Patienten mit fortgeschrittenen, lebenslimitierenden Erkrankungen haben häufig existenzielle Fragen nach Sinn und Einordnung ihres Lebens. Traditionell greift die Seelsorge diese Themen auf, doch besteht Konsens, dass auch Ärztinnen/Ärzte spirituelle Bedürfnisse wahrnehmen und ansprechen sollten. Spirituelle und existenzielle Themen werden im Medizinstudium bislang kaum adressiert, etwa im QB13 Palliativmedizin. Welche Erfahrungen haben Studierende bisher mit dem Thema gemacht und wie sollte Spiritual Care curricular verankert werden? Methodik: Auf dem Bundeskongress der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd, 12/2022) wurde eine Fokusgruppendiskussion zu „Spiritual Care im Medizinstudium?“ durchgeführt. Das Audiotape wurde transkribiert, kodiert und inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnisse: Die Teilnehmenden betonten die Relevanz spiritueller und existenzieller Themen für ihren zukünftigen Beruf und lehnten eine Abgrenzung der Medizin von Spiritualität ab. Sie wünschten sich curriculare Vermittlung spiritueller Kompetenzen, klare Strukturen und begleitende Unterstützung. Diskussion: Engagierte Medizinstudierende fordern, Spiritual Care stärker im Curriculum zu verankern. Grundwissen sollte in Pflichtveranstaltungen vermittelt werden, während freiwillige Formate Raum für Selbstreflexion und Austausch bieten, um die Kompetenz im Umgang mit spirituellen Bedürfnissen schwerkranker Patientinnen/Patienten zu stärken.