Abstract Instead of viewing study as a matter of effective learning—as it is done in the current discourse on “digitalization,” we approach study from the viewpoint of “participation,” that is, on the grounds of a shared practice of world disclosure or world building. Drawing on a phenomenological attitude, we describe various study practices, such as reading and writing and listening and speaking in their correlational and suspenseful constitution. The (ambiguous) affects and attunements and how they bring about intellectual involvement point toward our main conclusion: study is about opening the space of knowledge (re-)formation. The delay and deceleration of study points to the university as a liminal institution (Waldenfels)—an institution that does not close itself off from that which still has to be studied.
Friedrich Nietzsches Vorträge Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten, gehalten 1872 in Basel, gehören zu den aus erziehungswissenschaftlicher Sicht viel beachteten Äußerungen Nietzsches. Neuere Analysen zeigen, wie die vornehmlich auf die Bildungsvorträge begrenzte pädagogische Rezeption Nietzsches durch die jeweiligen Deutungshorizonte der Rezipienten (z.B. im Kontext der Jugendbewegung oder des Nationalsozialismus) bestimmt ist und damit ein Ausblenden der spezifisch systematischen und biographischen Entstehungskonstellation der so genannten Basler Vorträge einhergeht. Für eine Interpretation, die sich ihrer Herangehensweise an Nietzsches Vorträge versichern will, ergeben sich weitere Hindernisse aufgrund der Tatsache, dass Nietzsche von der Publikation der Vorträge nach anfänglichem Enthusiasmus bald abgesehen hat, und ihm der Druck der Vorträge „unmöglich" erschien (KSB, 3, 83). Verunsichernd ist ebenfalls der vorzeitige Abbruch der Vortragsreihe und des Projekts in seiner Entschlossenheit und Systematik. Das obige Zitat aus der nachträglich angefugten Einleitung zu den Vorträgen verweist auf ein weiteres Problem verlässlicher Textinterpretation: Nietzsche spricht u.a.