Mit der Einführung des MDK-Reformgesetzes (Medizinischer Dienst des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen) haben sich vielfache, z. T. miteinander interagierende Neuregelungen für Krankenhäuser ergeben. Ein wesentlicher Fokus der gesetzlichen Änderungen liegt dabei auf einer Erweiterung der ambulanten Leistungserbringung. Es ist davon auszugehen, dass in der Folge der Neufassung der Rahmenbedingungen und des AOP(Ambulantes Operieren)-Katalogs (ambulante Operationen) eine Ausweitung der relevanten OPS-Auflistung (Operationen- und Prozedurenschlüssel) stattfinden wird. Damit kumuliert die Zunahme von Fällen des ambulanten Potenzials mit der Überarbeitung des AOP-Katalogs und die Auswirkungen des MDK-Reformgesetzes. Lassen sich Auswirkungen und Herausforderungen für die Kliniken und insbesondere die Urologie ableiten? Amtliche Statistiken der stationären und ambulanten Leistungserbringung werden ausgewertet. Die Problematik wird anhand eines fiktiven Praxisbeispiels aus der Urologie erläutert. Es wird eine Strategieentwicklung im Umgang mit der Verschiebung von Fällen mit ambulantem Potenzial aus dem stationären Leistungsbereich und die Erstellung unterschiedlicher Wege der Kompensation dargestellt. Die Wahl der Form der Leistungserbringung stellt sich zunehmend nicht mehr, und die kurzstationäre Abwicklung vieler urologischer Fälle gerät erheblich unter Druck. Die Reduktion unterschiedlicher Teile der stationären Erlöse für spezielle Patientengruppen muss antizipiert werden. Individuell notwendige Lösungsstrategien reichen vom schlichten Verzicht auf die Erbringung von ambulanten Leistungen bis hin zu komplexen Modellen der Kooperation. Diese Veränderung bedeutet für Krankenhäuser auch Chancen!
Unter Patienten mit soliden Tumorentitäten zeichnen sich Patienten mit Keimzelltumor (GCC) durch eine vergleichsweise gute Prognose aus. Eine relevante Verschlechterung der Prognose bedeuten insbesondere eine hiläre und/oder eine mediastinale Lymphadenopathie bzw. pulmonale Metastasen bei großer Tumormasse und hohen Markern. Überdies finden sich bei Patienten mit Keimzelltumor nebenbefundlich häufig nicht verkäsende granulomatöse Entzündungen i.S. einer Sarkoidose bzw. sog. "sarcoid like lesions (SLL)". Zur weiteren Differenzierung dieser Läsionen von Tumormanifestationen sollte eine zytopathologische bzw. eine histologische Abklärung angestrebt werden.
Modern methods of reporting include the visualization of data concerning patients and referring doctor's residence and other clinical data with geographical reference. Thus, static and dynamic information about catchment areas and their changes can be visualized as well as answers to the important question for your main referring practicing physicians and possible changes in their behavior. Apart from the purely operational significance for the hospital, we also find important strategic aspects that include issues concerning hospital perspectives and possibilities, e. g., for the planning of collaborations. Overall, the method represents a useful addition to conservative forms of controlling reports in the hospital.
Moderne Methoden des Berichtswesens beinhalten zunehmend auch die Visualisierung von Patienten- und Zuweiserdaten mit geografischem Bezug. Auf diese Art und Weise können statische und dynamische Informationen über Einzugsgebiete und deren Veränderungen ebenso visualisiert werden, wie Informationen hinsichtlich des quantitativen oder qualitativen Zuweisungsverhaltens niedergelassener Ärzte. Neben der rein operativen Bedeutung für die Klinik lassen sich durch Koppelung zusätzlicher Daten aber auch strategische Aspekte darstellen, welche Fragen der Klinikausrichtung, Perspektiven der Leistungsanpassung oder Kooperationen beinhalten. Insgesamt stellt das Verfahren eine sinnvolle Ergänzung des konservativen Einweiser- und Einzugsgebietreporting dar.
Germ cell cancer (GCC) is curable in metastatic stages. The International Germ Cell Cancer Collaborative Group (IGCCCG) reports a poor prognosis subgroup with a 5-year survival of 48%. High-dose chemotherapy with PBSC transplantation (HD-PBSCT) in these patients showed promising results in phase II, but failed to show significant advantage in randomized trials. We report our monocenter series of all poor and selected intermediate prognosis germ cell tumor patients treated with multiple-course HD-PBSCT and secondary surgery of remaining tissue. We performed a retrospective analysis of our complete series of 44 patients (40 poor prognosis and 4 intermediate prognosis) treated by HD-PBSCT as part of first-line therapy from 1999 to 2010. The CR rate after up to four cycles of HD-PBSCT and radical resection of residual manifestations was 73%. The 3-year survival rate was 79.5% (median follow-up of 51.5 months; range: 7–143 months). Disease-related death rate was 16%. HD-PBSCT-related death did not occur. One patient died postsurgery. Multiple courses of HD-PBSCT with radical secondary surgery is safe and effective in poor prognosis metastatic GCC. Despite disappointing phase III studies it is of high interest to further study this field.
Die korrekte und vollständige DRG-Kodierung ist wichtig für die Abbildung von Leistungen und die Verteilung von Erlösen innerhalb des G-DRG-Systems. Es stellt sich die Frage, ob eine personalkostenintensive Optimierung der Kodierung durch eine positive Beeinflussung der Erlöse refinanzierbar wäre.
Das System der „German Diagnosis-related Groups“ (G-DRG) wird über einen klar definierten Prozess unter Einbindung der Fachgesellschaften vom Institut für Entgeltsysteme im Krankenhaus (InEK) jedes Jahr überarbeitet und angepasst. Dieser Artikel stellt die für das Fach Urologie relevanten Neuerungen im Jahr 2012 dar.
Purpose To investigate whether patients with metastatic renal cell carcinoma benefit from sequential therapies with the tyrosine kinase inhibitors (TKIs) sorafenib and sunitinib. Patients and methods A total of 89 patients were treated in nine German centres between 2002 and 2009. The TKI sequence started as first-, second- or third-line therapy after prior chemo- or immunotherapy. When progression was diagnosed, treatment was switched to the second TKI until further progression. Results Overall progression-free survival (PFS) of patients receiving sunitinib followed by sorafenib shows no statistically significant difference to patients receiving sorafenib followed by sunitinib (15.4 months vs. 12.1 months). The secondary use of sorafenib resulted in a median PFS of 3.8 months if the TKI sequence had been started as a first-line treatment and of 3.5 months if the TKI sequence had been started second-line treatment. The secondary use of sunitinib resulted in a median PFS of 3.4 and 4.0 months, respectively. OS was 28.8 months for all patients, without a statistically significant difference between the two groups. Conclusions This study endorses the notion of a clinical benefit of the sequential use of sorafenib and sunitinib and supports observations from previous studies. In terms of the optimal succession of the two TKIs, the study does not allow a definite answer.
Mit dem Beginn des Jahres 2009 endet die Konvergenzphase im deutschen DRG-System noch nicht ganz, da sie mit dem Krankenhausfinanzierungsreformgesetz nochmals um 1 Jahr verlängert wurde. Trotzdem wirkt das Preissystem schon umfassend. Dieser Umstand verlangt vom DRG-System unter den besonderen Anforderungen des Preissystems einen weitgehend optimalen Reifegrad. Auch die Urologie mit ihren z. T. sehr komplexen Krankheitsbildern und aufwändigen Verläufen ist hier betroffen. Vor dem Hintergrund der politischen Situation und dem erheblichen ökonomischen Druck ist die DRG-Systemversion 2009 kritisch zu prüfen und zu analysieren.
Das G-DRG-System hat den Anspruch, durch sein komplexes Regelwerk jeden Fall eindeutig abzubilden. Ziel dieser Studie war es, die Kodierergebnisse identischer urologischer Fälle bei Begutachtung durch verschiedene Kodierer zu vergleichen.
Das deutsche DRG-System wird jährlich durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) weiterentwickelt. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie hat den Anpassungsprozess erneut konstruktiv unterstützt. Die Analyse der Veränderungen und der Konsequenzen sind für die Urologie von großer Bedeutung. Dieser Artikel beschreibt und kommentiert die wesentlichen Systemänderungen für das urologische Fachgebiet, soweit sie die DRG-Systemstruktur und die Kataloge für Diagnosen (ICD) und Prozeduren (OPS) betreffen.
BACKGROUND:The German diagnosis-related group (G-DRG) system is based on the belief that there is only one specific coding for each case. The aim of this study was to compare coding results of identical cases coded by different coding specialists.MATERIAL AND METHODS:Charts of six anonymous cases -- except final letter and coding -- were sent to 20 German departments of urology. They were asked to let their coding specialists do a DRG coding of these cases. The response rate was 90%.RESULTS:Each case was coded in a different way by each coding specialist. The DRG refunding varied by 6-23%. The coding differences were caused by different interpretations of definitions in the DRG system and also by inaccurate chart analysis.CONCLUSION:The present DRG system allows a wide range of interpretation, leading to aggravation of the ongoing disputes between hospitals and insurance companies.
Since the G-DRG system was established for remuneration of inpatient treatment, hospitals may offer the cost data of their cases as a database for the calculation of new DRGs. Therefore, the DRGs will be only as good as the cost data offered. These hospitals must be interested in offering perfect data, since this is the only option to optimize the DRG system.
Ein verbessertes Verständnis der Anatomie des Analkanals und der Funktion des Hämorrhoidalplexus hat zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden des Hämorrhoidalleidens geführt. Die klassischen und bekannten konservativen Verfahren (Sklerosierung, Gummibandligatur) haben ebenso wie die klassischen operativen Methoden aber weiterhin ihr breites Indikationsspektrum in der stadiengerechten Therapie. Neben neuen, semioperativen Verfahren, wie z. B. der Hämorrhoidalarterienligatur (HAL) in der ambulanten Therapie, findet im Rahmen der operativen Versorgung insbesondere die Staplerhämorrhoidopexie eine zunehmende Verbreitung und konkurriert mit den etablierten Verfahren.
Improvements in our understanding of the anatomy of haemorrhoids have prompted the development of new and innovative methods of treatment. Conservative treatment consists of dietary and lifestyle modifications. Standard interventional procedures in outpatient treatment are injection sclerotherapy and rubber band ligation. Among the surgical options for prolapsed haemorrhoids, formal haemorrhoidectomy now competes with stapled haemorrhoidopexy, which is less painful and allows shorter convalescence but may have a higher recurrence rate and needs further long-term evaluation.
Objective: To investigate the risk for developing testosterone deficiency in patients after testicular germ cell cancer (TGCC) treatment.
Renal angiomyolipomas are mesenchymal tumors that are composed of fat tissue, smooth muscle cells and vessels. These are benign tumors, but in rare cases they show a more aggressive growth pattern with invasion into the venous system but without revealing any signs of malignancy. We report a new case of bilateral renal angiomyolipomas with a caval thrombus in a 36 year old female patient with tuberous sclerosis, and give a brief review of the related literature.