Ein 15 Mon. altes Mädchen mit unauffälliger Vorgeschichte kommt mit einem Ikterus zur Aufnahme. Hinweise für eine akute Infektion oder einer Leberzirrhose ergeben sich nicht. Bei sonographischem Befund einer Choledocholithiasis erfolgt eine Papillotomie und Steinextraktion, post interventionell rückläufiger Ikterus. 2 Monate später wird das Kind erneut mit einem jetzt schmerzhaften Ikterus aufgenommen. Sonographisch fällt eine massive DHC-Erweiterung von etwa 20mm auf mit einer intraluminären Masse. In der ERCP zeigt sich ein Verschluss des DHC durch Sludge sowie eine gelblich gallertige Masse bei Nachweis eines aus der Papille prolabierenden polypösen traubenartiger Tumors. Histologisch ergibt sich der seltene Befund eines embryonalen Rhabdomyosarkoms, histochemisch durch positive Reaktion mit Aktin-Antikörpern bestätigt. Nach einer Chemotherapie mit Vicristin, Ifosfamid + Adriamycin über 3 Monate wird eine partielle Duodeno-Pankreatektomie nach Whipple durchgeführt und die Chemotherapie post OP fortgesetzt. Bis auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz zeigt ½ Jahr später einen guten Allgemeinzustand und ist klinisch völlig beschwerdefrei und ohne Cholestasehinweis, onkologisch liegt eine Vollremission vor. Das Rhabdomyosarkom des Gallengangs ist eine extrem seltene Ursache für einen mechanischen Gallengangverschluss. Es hat eine Incidenz von 6 Fälle/1 Million Kinder und tritt vornehmlich im Alter zwischen 2–11 Jahren auf mit Bevorzugung des weiblichen Geschlechtes (Jungen: Mädchen=1,2: 4,1). 87% der Patienten sind jünger als 15 Jahre. Makroskopisch zeigt sich ein gelber gelatinöser Tumor der polypös traubenartig wächst, histologisch ein myxoides spindelzellartig angeordnetes Gewebe zeigt mit zystischer Degeneration und Rhabdomyoblasten. In der Zytochemie zeigt sich eine Antikörperreaktion mit Muskelproteinen (Aktin, Desmin, Myoglobin, Myogenin). Histogenetisch entstammt der Tumor primitiven Mesenchymzellen. Er ist vornehmlich zu finden im Kopf-Hals-Bereich, Extremitäten, Stamm, Orbita und Urogenitaltrakt. Der Tumor zeigt eine 5J. Überl. Rate von etwa 70%, bei Metastasen (Lungen, ossär, Mammae, Hirn) ist diese <30%.
Ein 30-jähriger Pat. kam zur stationären Aufnahme mit Fieber und abdomineller Symptomatik bei seit 15 Jahren bekannter Pan-Colitis ulcerosa. Der Pat. stand unter einer Therapie mit Prednison und hochdosiertem Mesalazin. Es bestand eine therapierefraktäre Pancolitis ulcerosa mit dem endoskopischen Befund massiver Schleimhautveränderungen. Trotz Therapie mit Azathioprin und Cyclosporin persistierte die Symptomatik, unter Cyclosporin trat eine akute Pankreatitis auf. Aufgrund einer Colon-Spontanperforation erfolgte notfallmäßig eine totale Colektomie mit Anlage eines Ileostoma. Bei Fieberpersistenz erfolgte eine umfangreiche Focus- bzw. Ursachensuche ohne wegweisende Befunde. Trotz Nachresektion bei Rektumstumpfinsuffizienz persistierten rez. septische Fieberschübe, zudem entwickelte sich eine Pancytopenie und deutliche Splenomegalie. Eine systemische Antibiose zeigte kein Ansprechen. Erst jetzt konnte aus einer KM-Zytologie die Diagnose einer visceralen Leishmaniose gestellt werden. Der Pat. verneinte Aufenthalte in den Tropen. Als mögliche Infektionsquelle kommt ein 2 Wochen-Urlaub auf Mallorca in Frage. Erworbene viscerale Leishmaniosen sind in Europa extrem selten, nach Angaben des “German surveillance network for imported infectious diseases (Surveillance Importierter Infektionen in Deutschland, or SIPMID) sind 16 Fälle einer importierten Leishmaniose vom Januar 2001 bis June 2004 erfasst. Die meisten Fälle sind außerhalb Europas erworben, das Infektionsrisiko ist hoch für Reisende nach Latein Amerika, eine HIV Koinfektion wurde häufig bei Pat. mit viscerale Leishmaniose beobachtet. In unserem Fall muss eine Exazerbation unter der maximalen Immunsuppression postuliert werden. Unter Therapie mit liposomalem Amphotericin B (AmBiosome) ist der Patient fieberfrei.
OBJECTIVE:To determine the efficacy of antibiotic prophylaxis in percutaneous endoscopic gastrostomy (PEG) as a part of a standardized regimen.METHODS:An open prospective randomised multicenter study in 216 patients. 106 received ceftriaxone 1 g i.v. 30 min preinterventionally and 110 no study medication. A standardized protocol was followed for PEG preparation, insertion, and aftercare; all patients received a 15 French gastrostomy tube. Follow-up of local and systemic infection and clinical course was continued to postintervention day 10. An aggregate erythema and exudation score > 3 or the presence of pus was taken as indicative of peristomal infection. The pharmacoeconomics of antibiotic use were also examined.RESULTS:In no-prophylaxis patients, wound infection rates were 23.6% on day 4 and 24.5% on day 10 vs. 7.6% (p < 0.05) and 11.4% (p < 0.05), respectively, in prophylaxis patients. Results were disproportionally better in tumor patients in comparison with neurological patients. Patients systemic infection rates were 11.8% vs. 1.9% in noprophylaxis vs. prophylaxis (p < 0.05), and overall infection rates 36.3% vs. 13.3%, respectively (p < 0.05). Pneumonia was more frequent in patients with underlying neurological disease and reduced in the prophylaxis group. Antibiotic and application costs were similar in both groups (p = 0.400).CONCLUSIONS:Single-dose ceftriaxone 1 g is a effective prophylaxis against local and systemic infection after PEG and should be a part of a standard regimen.
Objective: The aim of this study was to determine the efficacy of antibiotic prophylaxis in percutaneous endoscopic gastrostomy (PEG). Methods: An open prospective, randomised, multicenter study was conducted in 141 patients; 72 received ceftriaxone 1 g i.v. 30 min preintervention, and 69 received no study medication. A standardized protocol was followed for PEG preparation, insertion, and aftercare; all patients received a 15-Fr gastrostomy tube. Follow-up of local and systemic infection and clinical course was continued to postintervention day 10. An aggregate erythema and exudation score >3 or the presence of pus was taken as indicative of peristomal infection. The pharmacoeconomics of antibiotic use were also examined. Results: In no-prophylaxis patients, wound infection rates were 25% on day 4 and 26.4% on day 10, versus 10.1% (p= 0.03) and 14.5% (p= 0.10), respectively, in prophylaxis patients. Results were disproportionally better in tumor patients: systemic infection rates were 16.7%versus 5.8% in no-prophylaxis versus prophylaxis patients (p= 0.045), and overall infection rates 38.9%versus 17.4%, respectively (p= 0.046). Pneumonia was more frequent in patients with underlying neurological disease. Antibiotic costs were the same in both groups (p= 0.792). Conclusions: Single dose ceftriaxone 1 g is an effective prophylaxis against local and systemic infection after PEG.