Der Klimawandel stellt für die internationale Staatenwelt eine außergewöhnliche Herausforderung dar. Er ist weder begrenzt auf einzelne Staaten noch legt er Wert auf nationale Grenzen. Der Unterschied zwischen der natürlichen Ausnahmeerscheinung eines Wetterphänomens und dem Ergebnis eines längerfristigen Klimawandels ist dabei selbst von Wissenschaftlern nicht zweifelsfrei festzustellen. Im Rahmen des Kyoto-Protokolls kam es 1997 zu einer ersten Einigung auf internationaler Ebene, verbindliche Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen zu definieren. Interessant erscheint dabei, dass Nationen zu gänzlich unterschiedlichen Einschätzungen der Lage kommen und auf internationaler Ebene unterschiedlich handeln. So ratifizierte etwa die Bundesrepublik Deutschland das Kyoto-Protokoll und fügte sich verbindlichen Reduktionszielen, während die Vereinigten Staaten von Amerika trotz Unterzeichnung während der Regierung Clinton das Protokoll nie ratifizierten. Im Folgenden wird dieses unterschiedliche Akteursverhalten Deutschlands und der USA im Hinblick auf dasselbe globale Problem aus der Perspektive des Konstruktivismus näher beleuchtet und die Leistungsfähigkeit dieses Theoriestrangs der Internationalen Beziehungen hinsichtlich der Erklärung realen politischen Verhaltens analysiert.
Im Theoriegeflecht des Liberalismus gibt es eine Vielzahl verschiedener Ansätze, um staatliches Verhalten zu erklären. Gemein ist allen, mit dem Paradigma des Neorealismus zu brechen und die Annahme aufzugeben, Staaten würden als einheitliche und zentrale Akteure die internationale Politik bestimmen. Nicht die Machtverteilung zwischen Staaten und/oder internationalen Institutionen, sondern die innerstaatlich organisierten Gesellschaften und deren Präferenzen stehen im Mittelpunkt des neoliberalen Ansatzes. Es wird also der Nexus zwischen Gesellschaft und staatlichem Verhalten in der Außenpolitik geschlagen (Schieder 2006: 175ff.). Um Außenpolitik – in diesem Falle die Klimapolitik der USA und Deutschlands – durch die neoliberale Brille betrachten zu können, muss angesichts des Spektrums (neo-)liberalistischer Ansätze zunächst eine Eingrenzung getroffen werden. Im folgenden wird das metaphorisch als Two-Level-Gamebezeichnete Framework von Robert D. Putnam (1988) verwendet. Dieser Ansatz verbindet zwei – sonst in den Theorien der Internationalen Beziehungen nur getrennt behandelte – Beobachtungsebenen und eröffnet so eine neue Dimension im Erklären außenpolitischen Handelns. Wird in der Regel zwischen systemischer Ebene, dem außenpolitischen Agieren von Staaten, und subsystemischer Ebene, dem innenpolitischen Entwickeln von Interessen und Präferenzen, getrennt, kombiniert das Two-Level-Gamediese beiden Sichtweisen zu einem einheitlichen Ansatz (Moravcsik 1993: 5ff.).
Spätestens seit der Überwindung des Ost-West-Konflikts 1989 spielt der Liberalismus als Forschungsparadigma in den Internationalen Beziehungen (IB) eine führende Rolle. Nicht zuletzt das Unvermögen des Realismus, das Ende des Kalten Krieges vorauszusagen, führte zu einem Wiedererstarken der liberalistischen Ansätze, die ursprünglich im Kontext der Entspannungspolitik in den Ost-West- Beziehungen bzw. der aufkommenden Friedensforschung der 1970er Jahre entstanden waren (vgl. Müller 2004: 53f.). Denn in Abgrenzung zum (Neo-) Realismus begreift der Liberalismus Staaten nicht als einheitliche Akteure, deren nationale Interessen sich aus äußeren, systemischen Bedingungen ergeben. Vielmehr erklärt der Liberalismus außenpolitisches Verhalten von Staaten primär als Ergebnis subsystemischer Einflussgrößen. Dadurch verschiebt sich auch das Hauptaugenmerk der Außenpolitikanalyse von der Machtverteilung zwischen den Staaten oder internationalen Institutionen zu den staatlich organisierten Gesellschaften. Insofern steht das liberalistische Forschungsparadigma in der Tradition des methodologischen Individualismus, da das Handeln von gesellschaftlichen Individuen und Akteuren im Zentrum steht (vgl. Schieder 2006: 180).
Der Konstruktivismus ist keine substanzielle Theorie der Internationalen Beziehungen, sondern eine Metatheorie, nach der sich Realität dem Beobachter nicht unmittelbar erschließt, sondern sozial konstruiert wird. Konstruktivistische Ansätze sind als Antwort auf die herkömmliche Orthodoxie von realistischen und liberalistischen Theorien entstanden, die ausschließlich mit vermeintlich objektiven Faktoren wie Macht und Interessen argumentieren.
AbstractBuilding upon the research by Fehr and G¨achter (2000) on public goods games with punishment, this paper compares an exogenously imposed sanctioning mechanism in a two-person public goods game with a sanctioning scheme that requires the subjects’ unan- imous and costly consent before each round. Having endogenously chosen the sanctioning scheme yields no increase in cooperation compared with the exogenously imposed scheme. The endogenous mechanism deters free-riders from the sanctioning scheme and thus increases overall welfare. However, it does not contain anti-social punishment. As we cannot identify any exclusively spitefully motivated players, there must be some agents with non-standard preferences, who are willing to punish high contributors. Such behavior could be accounted for by a slightly modified theory of inequity aversion assuming that players who have been advantaged in the contribution stage immediately update their reference point of what they consider a fair outcome, while players who have been disadvantaged do not. Keywords:Social Preferences, Spite, Inequity Aversion, Institutional Choice JEL Classification Numbers:C72 , C92 , D72 Address: Am Seemooser Horn 20, 88045 Friedrichshafen, Germany, telephone: +49-170-41 68 98 3, e-
Building upon the research by Fehr and Gachter (2000) on public goods games with punishment, this paper compares an exogenously imposed sanctioning mecha- nism in a two-person public goods game with a sanctioning scheme that requires the subjects' unanimous (and costly) consent before each round. Having endogenously chosen the sanc- tioning scheme yields hardly any increase in cooperation compared with the exogenously imposed scheme. While endogenously choosing the mechanism does deter free-riders from the sanctioning scheme and thus increases overall welfare, it does not contain anti-social punishment. In the absence of exclusively spitefully motivated players, there must be some agents with social preferences, who are willing to punish high contributors. Such behavior can be accounted for by theories of inequity aversion, assuming that players who have been advantaged in the contribution stage immediately update their reference point of what they consider a fair outcome, while players, who have been disadvantaged do not. Consequently, both players punish in the following stage to reach or maintain the original relative outcome.