Bisherige Erfassungsinstrumente für diagnostische Kompetenzen und Professionswissen von Lehrkräften eignen sich nur bedingt für die Evaluation von Fortbildungen, da sie nicht themenspezifisch genug angelegt sind. Es wurde daher ein Instrument entwickelt, welches diagnostische Kompetenz von Lehrkräften für den Themenbereich Funktionen erfassen kann. Im Rahmen einer Interventionsstudie (N = 26) wurde dazu ein Erhebungsinstrument mit offenen Frageformaten und ein dazugehöriges Auswertungsverfahren entwickelt, welches eine qualitative Untersuchung von Lehrerurteilen zu Schülerlernständen ermöglichte. Die Kompetenzfacette Beurteilung von Schülerlernständen wird anhand von vier Diagnoseurteilen zu drei unterschiedlichen Schüleraufgabenbearbeitungen pro Lehrkraft erfasst. Durch einen Kodierungszyklus und ein anschließendes Rating mit zwei unabhängigen Ratern konnte jeweils ein Diagnoseprofil pro Lehrkraft rekonstruiert werden. Die Ergebnisse einer Clusteranalyse weisen auf vier Diagnosetypen hin, die sich in Bezug auf die Merkmalsbereiche Konkretheit, diagnostische Aktivitäten, Fokus der Diagnose, Qualitätsmerkmale und Korrektheit bzw. Verständlichkeit unterscheiden. Das hier vorgestellte kategoriale Modell für diagnostische Kompetenzen im fokussierten Bereich kann zur Nachzeichnung von Kompetenzentwicklungsverläufen durch Fortbildungen und als Basis für weitere Instrumententwicklungen genutzt werden.
Diagnosing student achievement in a formative way is a crucial skill for planning and carrying out effective mathematics lessons. This study takes a subject-specific view and aims at investigating diagnostic competence in the field of mathematical functions at secondary level and how to improve it. Following three evidence-based design principles, a Continuous Professional Development (CPD) unit has been designed for a statewide official in-service teacher program of the Ministry for Education in Baden-Württemberg, Germany. The workshops of this CPD unit are presented in this paper and were investigated in a first pilot study (N = 26). To this end, we qualitatively analyzed the participants’ diagnostic competence before and after the training. We can report different diagnostic profiles of teachers that contain increased application of pedagogical content knowledge through the training in the field of functions. A number of teachers carried out increasingly profound diagnostic judgments after the training and shifted from a corrective to a descriptive or analytical view on student achievement. We furthermore report on steps to implement the unit on a statewide scale as part of a facilitators’ training and adjustments of the training’s content and methods based on our results of the pilot study.