Symptoms of acute febrile respiratory tract infection are often unspecific, but the rapid identification of pathogens allows optimised patient management. The objective of this study was to evaluate a novel multiplex polymerase chain reaction (PCR) suspension microarray which detects 19 viral and four atypical bacterial targets. A comprehensive set of sensitive monoplex real-time PCR assays was used for each pathogen as the gold standard. A panel of archived as well as 300 prospectively collected clinical samples was analysed by both methods. At least one target was detected in 165/300 (55 %) samples by monoplex PCR and in 140/300 (46 %) samples by multiplex PCR, respectively. The positivity rate was significantly higher in paediatric patients compared to adults [126/154 (82 %) vs. 39/146 (27 %) by monoplex and 114/154 (74 %) vs. 26/146 (18 %) by multiplex PCR, respectively]. Among all samples, 17/300 (5.6 %) were positive for atypical bacteria by monoplex and 8/300 (2.6 %) by multiplex PCR, respectively. Multiple detections were recorded in 35/300 (11.6 %) samples by monoplex and 26/300 (8.7 %) by multiplex PCR. For the most common pathogens, the sensitivity ranged from 57 to 93 % and the specificity ranged from 95 to 100 %. The overall concordance between both methods was 77 % [95 % confidence interval (CI) 72-81 %]. False-negative results by multiplex PCR were mainly due to the low target concentration. Compared to monoplex PCR, the novel microarray assay proved its principle but displayed overall lower sensitivities, potentially restricting its use to paediatric patients. For some targets, only small numbers of positive samples were available, requiring larger studies to firmly assess the sensitivity and specificity.
Hintergrund: Gruppe A Streptokokken sind häufige Erreger von Tonsillopharyngitiden. Um unnötige Antibiotikatherapien zu vermeiden, ist ein Erregernachweis zu fordern. Zur Diagnostik sind der kulturelle Nachweis und Antigenschnelltests geeignet. Schnelltests haben den Vorteil einer Diagnose innerhalb weniger Minuten. Am ZKJ Freiburg kam bis Ende 2008 ein Latex-Agglutinationstest (LAT), seit Anfang 2009 ein „lateral-flow immunoassay“ (LFI) zum Einsatz. Die Tests werden sowohl routinemäßig von Laborpersonal (LP) als auch im Bereitschaftsdienst von ärztlichem Personal (ÄP) durchgeführt. Die Ergebnisse beider Testverfahren im Vergleich zur Kultur – durchgeführt von LP bzw. ÄP – wurden miteinander verglichen. Methodik: Prospektive Analyse der Ergebnisse eines LFI Schnelltests vs. Kultur aus dem Jahr 2009 mit Vergleich von Sensitivität (Sens), Spezifität (Spez), positivem und negativem Vorhersagewert (PVW bzw. NVW); Vergleich der Testperformance bei Durchführung der Tests durch LP oder ÄP. Die Daten wurden mit den Ergebnissen eines LAT Schnelltestes aus dem Jahr 2008 verglichen. Ergebnisse: Im Jahr 2009 wurden am ZKJ Freiburg 383 parallele Bestimmungen von Schnelltest und Kultur durchgeführt. 324 Testungen wurden von LP und 59 von ÄP durchgeführt. 18,3% aller Tests waren kultur-positiv (70/383). Die Sensitivität des Schnelltests betrug 90% (63/70). Sie war in Händen von LP im Vergleich zu ÄP höher (93 vs. 76,9%), ebenso Spezifität, PVW und NVW (94,4 vs. 71,7% für Spez; 77,9 vs. 43,5% für PVW; 98,4 vs. 91,7% für NVW). Im Vergleich zum LAT aus dem Jahr 2008 (360 parallele Bestimmungen von Schnelltest und Kultur; Sens 44,4%, Spez 8,3%, PVW 26,7%, NVW 16,7%) war die Testperformance des LFI in Händen des ÄP jedoch deutlich verbessert. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Sensitivität und Spezifität des LFI Schnelltests durchgeführt durch LP entsprachen den Angaben aus der Literatur. Im Vergleich zum LAT war die Testperformance des LFI in Händen des ÄP deutlich besser. Trotzdem war die Testperformance immer noch schlechter, wenn Tests durch ÄP durchgeführt wurden. Eine Delegation an nicht geschultes Personal ohne spezielles Training ist nicht sinnvoll. Stichprobenartige Qualitätskontrollen gegenüber dem Goldstandard Kultur sind notwendig.
Einleitung: Die septische Arthritis im Kindesalter wird in der Mehrzahl der Fälle durch Staphylococcus aureus verursacht. In über 90% der Fälle ist nur ein Gelenk betroffen. Septische und polyartikuläre Verläufe sind im Kindesalter selten und betreffen meist Patienten mit einer Grunderkrankung oder Immunsuppression. Septische Verläufe scheinen mit dem Vorhandensein des PVL-Gens von S. aureus assoziiert zu sein. Fallbericht: Wir berichten über ein bisher gesundes 12-jähriges Mädchen, die bei Fieber mit Hautausschlag unter V.a. Scharlach oral antibiotisch behandelt wurde. Am neunten Krankheitstag entwickelte sich ein septisches Krankheitsbild mit hohem Fieber, respiratorischer Insuffizienz mit Beatmungspflichtigkeit und arterieller Hypotonie. Es zeigte sich eine beidseitige Pneumonie sowie eine schmerzhafte Weichteilschwellung und Bewegungseinschränkung im linken Schulter- und Hüftgelenk. In Blutkulturen und den Gelenkspunktaten nach operativer Entlastung konnte Staphylococcus aureus nachgewiesen werden. Der Erreger wies u.a. eine Empfindlichkeit gegen Oxacillin, Cephalosporine, Clindamycin und Rifampicin auf; das PVL-Gen konnte nicht nachgewiesen werden. Trotz sofortiger resistenzgerechter Therapie und mehrfacher Gelenkspülung kam es im Hüftgelenk zu einer Erregerpersistenz über 24 Tage, rezidivierenden Weichteilabszessen u. Empyem, so dass insgesamt 7mal eine operative Revision nötig war. Das Schultergelenk war nach 10 Tagen steril und die Arthritis heilte vollständig aus. Insgesamt wurde eine antibiotische Therapie über 12 Wochen durchgeführt (initial mit Cefuroxim, Clindamycin, im Verlauf mit Fosfomycin und Rifampicin). 3 ½ Monate nach Krankheitsbeginn zeigte sich eine fortschreitenden Hüftkopfnekrose und Epiphyseolysis capitis femoris mit Bildung einer Pseudarthrose und einer Beinlängendifferenz von 6cm, die zur Zeit konservativ behandelt wird. Zusammenfassung: Im Kindesalter – jenseits des Säuglinsalters – ist eine polyartikuläre septische Arthritis ohne vorliegende Grunderkrankung eine Rarität. Ein hohes Risiko für Folgeschäden an den betroffenen Gelenken besteht bei langanhaltende Erregerpersistenz im Gelenkpunktat (>5 Tage), Befall des Hüft- oder Kniegelenkes, verzögerter Beginn der antibiotischen Therapie (>4 Tage) und Nachweis von S. aureus im Gelenkpunktat. Eine besondere Virulenz des Isolats oder die Bildung von sog. Small Colony Variants (SCV) konnte in unserem Fall nicht nachgewiesen werden.
Einleitung: Die Therapie mit Oseltamivir bei Patienten mit pandemischer Influenza A H1N1v-Infektion ist umstritten und nach Empfehlungen der DGPI auf Patienten mit Grunderkrankung oder Komplikationen beschränkt. Unklar ist, welchen Einfluss die Therapie auf die Virusausscheidung nimmt und welche Faktoren dies ggfs. beeinflusst. Die klinischen Verläufe, Therapie und Komplikationen bei 60 stationären pädiatrischen Patienten mit H1N1v-Infektion werden beschrieben. Beschreibung: Von September 2009 bis Januar 2010 wurden 60 Patienten mit nachgewiesener H1N1v-Infektion am ZKJ stationär behandelt. Die häufigsten klinischen Symptome waren Fieber (88%), Husten (58%), Rhinitis (40%), Tachydyspnoe und Sauerstoffbedarf (30%) und gastrointestinale Symptome wie Trinkschwäche, Erbrechen und Durchfall (25%). 35% der Patienten hatten eine Grunderkrankung (Vitium cordis, neurologische Grunderkrankung, Mukoviszidose, Asthma bronchiale, D.m. Typ I, und onkologische Grunderkrankungen). Eine zweijährige Patientin mit einer unklaren syndromalen Grunderkrankung verstarb. Sechs Patienten mussten intensivmedizinisch betreut werden. An Komplikationen traten Krampfanfälle bei Fieber, stenosierende Laryngotracheitis, Herzrhythmusstörungen und Pneumonien auf. Ein 5-jähriges bisher gesundes Mädchen erkrankte an einer schweren Myocarditis, eine 12-jährige Patientin mit Adipositas per magna wurde bei schwerem ARDS intubiert und beatmet. Eine Patientin mit Mukoviszidose musste für 5 Tage beatmet werden und ein Patient mit M. Pompe benötigte eine CPAP-Atemhilfe. 30% der Patienten erhielten eine Therapie mit Oseltamivir. Interessanterweise kam es bei drei Patienten mit einer onkologischen Grunderkrankung und bei einer Patientin mit Adipositas per magna trotz Therapie mit Oseltamivir zu einer prolongierten Virusausscheidung mit einem H1N1v-Nachweis über maximal 23 Tage. Zusammenfassung: Die klinischen Verläufe der beschriebenen Patienten mit neuer H1N1-Infektion sind vergleichbar mit der klinischen Symptomatik bei saisonaler Influenza. Schwere Komplikationen traten bei Patienten mit Grunderkrankungen, bei einer Patientin mit Adipositas per magna, aber auch bei einem bisher völlig gesunden 5-jährigen Mädchen auf. Diese Verläufe entsprechen der aktuell auch aus anderen Ländern berichteten Datenlage. Wie auch bei saisonaler Influenza kann es bei der pandemischen H1N1-Infektion insbesondere bei immunsuppimierten Patienten unter Oseltamivir-Therapie zu einer prolongierten Virusausscheidung kommen. Dies sollte bei stationären Patienten ggfs. im Hinblick auf Isolationsmaßnahmen berücksichtigt werden, um nosokomiale Infektionsketten zu verhindern.
Hintergrund: Das Epstein-Barr Virus (EBV) ist ein ubiquitär vorkommendes humanes Herpesvirus. Bisher sind in der Literatur nur wenige Fälle von genitalen Ulzerationen im Rahmen einer akuten EBV-Infektionen beschrieben. Wir berichten über ein 14 Jahre altes Mädchen mit schmerzhaften genitalen Läsionen als initiales Hauptsymptom einer akuten infektiösen Mononukleose. Fallbericht: Ein 14 Jahre altes Mädchen stellte sich in reduziertem Allgemeinzustand mit akuter Dysurie vor. Anamnestisch wurde von seit drei Tagen bestehendem Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl und leichten Halsschmerzen berichtet. Bis dahin war mit Penicillin, Amoxicillin und Cefuroxim behandelt worden. Initial fielen ein geröteter Rachen und eine milde zervikale Lymphadenopathie auf. Genital zeigten sich im Bereich der Innenseiten beider Labia minora mehrere tiefe, 1–2cm messende, weisslich-schmierig belegte Ulzera mit rotem Randsaum. Bisher bestanden keine Sexualkontakte. Laborchemisch fielen eine Lymphozytose (52%), eine leichtgradige Erhöhung der Transaminasen (GPT 91U/l) und ein mäßig erhöhtes C-reaktives Protein (29mg/l) auf. Es wurde zunächst eine Therapie mit Aciclovir und Cefuroxim i.v. begonnen. Drei Tage später traten eine ausgeprägte zervikale Lymphadenopathie, stark vergrößerte Tonsillen mit weisslich-grauen Belägen und ein generalisiertes Exanthem auf. Laborchemisch fanden sich nun eine deutliche Lymphozytose (69%) mit vielen atypischen Zellen, eine Thrombozytopenie (81.000/µl), deutlich erhöhte Transaminasen (GPT 564U/l, GOT 462U/l, γGT 212U/l), ein erniedrigter Quick-Wert (59%), sowie eine Ferritin-Erhöhung (898ng/ml). Im Rachenabstrich fand sich kein Nachweis von β-hämolysierenden A-Streptokokken. Abstriche im Bereich der genitalen Läsionen ergaben eine sterile Kultur und kein Nachweis von Chlamydophilia trachomatis-, HSV- oder EBV-DNA. Ebenso konnte eine akute CMV-, HSV- und Treponema pallidum-Infektion serologisch ausgeschlossen werden, jedoch gelang der Nachweis einer akuten EBV-Infektion mit positiven anti-VCA-IgM- und -IgG-Antikörpern, negativen anti-EBNA-IgG-Antikörpern, sowie einem niedrigen Aviditätsindex. Die genitalen Ulzerationen heilten nach drei Wochen vollständig ab. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Genitale Ulzerationen sind ein seltenes Symptom einer akuten EBV-Infektion. Bisher finden sich in der Literatur ca. 30 Fallberichte von adoleszenten Mädchen, deren initiales Hauptsymptom analog zu unserem Fall schmerzhafte, genitale Ulzerationen waren. In nahezu allen Fällen gingen unspezifische Prodromalsymptome voraus und die typischen klinischen Zeichen einer akuten EBV-Infektion folgten nach einigen Tagen. In 10–20% der Fälle gelang der Nachweis von EBV-DNA aus den genitalen Läsionen. Als pathogenetische Mechanismen werden eine direkte Virus-induzierte Zelllyse, sowie eine durch die zytotoxische Immunantwort CD8-positiver T-Zellen vermittelte zelluläre Zytotoxizität diskutiert.