1882 erschien der Roman ‚Au Bonheur des Dames‘ von Émile Zola, in dem Zola den Beginn der (mittlerweile schon wieder zu Ende gehenden) Epoche der Warenhäuser höchst anschaulich, kenntnisreich und lebendig schilderte. Im Vordergrund wird der Handlungsfluß zwar von der zwanzigjährigen Denise Baudu, ihrer wechselhaften Anstellungs- und späteren Liebeskarriere mit dem Warenhauseigentümer Octave Meurot bestimmt. Ebenso aber könnte behauptet werden, der alles andere als verborgene Hauptakteur in diesem Roman sei der Warenhauskomplex ‚Au Bonheur des Dames‘ als solcher, an zentraler Stelle in Paris errichtet, seine auffällige Architektur und inneren Abläufe, die sensationsheischende Dekorations- und Inszenierungsfinesse, die hierin kunstvoll ausgespielt wurde, die schon vergleichsweise komplexe Personalpolitik und das neuartige Marketing mit eingeschlossen, welche die Geschäftsführung damals einführte und die den überragenden Erfolg dieses Hauses begründeten – nicht zu vergessen den gnadenlosen Verdrängungswettbewerb gegenüber vielen kleineren traditionellen Modegeschäften in Familienbesitz, der mit dieser kommerziellen Innovation im letzten Drittel des 19. Jahrhundert strukturell einherging.
Die Beziehung zwischen einem Unternehmen, speziell einem Lebensmittelhandelsunternehmen, und seiner Kundschaft soll hier gemäß dem systemorientierten Paradigma der Betriebswirtschaftslehre entfaltet werden, welches in der Betriebswirtschaftslehre vor allem von Hans Ulrich (1970) und seinen Schülern in die Betriebswirtschaftslehre eingeführt wurde. Unternehmen werden als Ganzheit von Objekten verstanden, die bestimmte Eigenschaften aufweisen und diverse Beziehungen zueinander besitzen. Unternehmen werden dabei nicht nur aus technischer oder ökonomischer Sicht betrachtet, sondern als sozio-technische Systeme verstanden, die aufgrund einer systemorientierten Konzeptualisierung auch die Einbeziehung von Umsystemen ermöglichen und die Berücksichtigung vielfältiger Interdependenzen zu weiteren Objekten gestatten.
Die akademische Verbrauchs- und Verbraucherforschung hat in den letzten Jahrzehnten einen beachtlichen Reifungsprozess durchlaufen. Dies gilt auch für die ‚Objekte‘ ihres Forschungsinteresses, also die Verbraucher und Verbraucherinnen, welche zumindest in der Wahrnehmung der Forschung zusehends agiler, intransparenter, ja unberechenbarer geworden sind.
Öffentliche Soziologie geht es um die Inklusion und Partizipation der Zivilgesellschaft. Barcamps, ein noch relativ junges Veranstaltungsformat der Internetökonomie, sind genau darauf spezialisiert. Könnten sich Barcamps daher in besonderer Art und Weise dazu eignen, für die Ziele der Öffentlichen Soziologie eingesetzt zu werden?
Als Günter Wiswede, einer der Doyen der deutschen Konsumsoziologie, für den Sammelband ‚Konsum‘ von Doris Rosenkranz und Norbert F. Schneider – für deren Renaissance hierzulande womöglich ausschlaggebend, zumindest aber eine bedeutende Initiative für die Wiederbelebung der deutschen Konsumsoziologie darstellend – einen systematisch intendierten Überblick zum Forschungsstand dieses Fachs beisteuerte, überschrieb er diesen schlicht mit ‚Konsumsoziologie – Eine vergessene Disziplin‘.
Gegenstand dieser Studie ist im Wesentlichen eine Bestimmung der sozialen Stellung der Konsumenten auf Grundlage der Rollentheorie.