Die hochdosierte Immunglobulin-Substitution gleicht in der Therapiegruppe den Abfall der Serumimmunglobulin-Konzentration weitgehend aus. Dies ist deutlich erkennbar für IgG, dessen Konzentration über die gesamte zytostatische Therapiephase konstant bleibt.
Das wirksamste Behandlungskonzept von generalisierten Malignomen liegt heute in der Anwendung von Zytostatika, z. T. in Kombination mit Strahlentherapie. Die dabei verwendeten Therapieschemata sind in zunehmendem Maße aggressiver geworden. Im Verlauf dieser Therapien kommt es neben der Zytostase maligner Zellen oft zur Agranulozytose. Außerdem wird durch die Chemotherapie bei den Tumorpatienten, für die ohnehin von vielen Autoren eine Schwächung des Immunsystems gezeigt wurde [4, 7], eine weitere Immun-suppression bewirkt [2, 6, 7]. Durch Agranulozytose und Immunsuppression entsteht eine erhebliche Gefährdung, da viele Patienten an den unter der Therapie auftretenden infektiösen Komplikationen, wie z. B. Pneumonie oder Sepsis, sterben. Die tödlichen Septikämien gehen zum größten Teil von der körpereigenen Bakterienflora aus, hauptsächlich von dem im Darm befindlichen E. coli und Enterokokken. Unklar ist allerdings, ob allein der Verlust der Phagozytose im Rahmen der Agranulozytose oder der Phagozytoseverlust in Kombination mit einem spezifischen Immunglobulinmangel dafür verantwortlich ist.