Hintergrund: Der Nutzen von Screenings zur Ermittlung der psychischen Belastung von stationären Krebspatienten ist bisher selten untersucht worden. In dieser Studie wurde ein kurzes Belastungs-Screening bei stationären Patientinnen eines Brustkrebszentrums und eines gynäkologischen Krebszentrums evaluiert.Patientinnen und Methoden: Stationär behandelte Patientinnen mit Brust- oder gynäkologischer Krebserkrankung wurden anhand des Distress-Thermometers befragt. Patientinnen mit Ergebnissen oberhalb des Cut-off-Werts wurden vom medizinischen Fachpersonal zur psychoonkologischen Beratung überwiesen bzw. forderten diese selbst an.Ergebnisse: Von 125 Patientinnen erhielten 68 (54,4%) ein Beratungsangebot; 62 Patientinnen (49,6%) nahmen das Angebot an. Der Großteil der Beratungen ging auf das Belastungs-Screening zurück. Nur 4 Patientinnen (3,2%) forderten von sich aus die Beratung an. Nach Inanspruchnahme einer Beratung gaben 65,8% dieser Patientinnen an, erheblich von der psychoonkologischen Unterstützung profitiert zu haben, während nur 5,6% der nichtberatenen Patientinnen einräumten, dass sie von einer psychoonkologischen Unterstützung möglicherweise profitiert hätten.Schlussfolgerung: Fast alle Patientinnen, die bereit sind, psychoonkologische Beratungsangebote anzunehmen und davon zu profitieren, lassen sich durch das Belastungs-Screening in Verbindung mit Überweisungen durch Ärzte und Pflegefachkräfte identifizieren. Das Belastungs-Screening ist ein sinnvoller Baustein eines Gesamtkonzepts zur psychoonkologischen Unterstützung von stationär behandelten Menschen mit Krebs. Es erleichtert denjenigen stationären Krebspatienten den Zugang zu einer psychoonkologischen Beratung, die ein solches Angebot brauchen und annehmen würden, aber zögern, dies eigenständig einzufordern.Übersetzung aus Breast Care 2014;9:129-133 (DOI: 10.1159/000360788)
Unlängst ist die Positronenemissionstomographie (PET) im Rahmen einer Reihe prospektiver Studien als Prädiktor des klinischen Verlaufs beim Multiplen Myelom (MM) untersucht worden; hierbei wurden die Anzahl 18F-Fluorodesoxyglucose (FDG) anreichernder fokaler Läsionen (FL) und die Intensität des Tumormetabolismus als wichtige Surrogatmarker für die Erstellung einer Prognose ermittelt. In unserer Studie stellten wir die anfänglichen klinischen Merkmale der MM-Patienten den PET-Parametern - der FL-Anzahl und dem maximalen «standardized uptake value» (SUVmax) - gegenüber. Insgesamt wurden 59 Patienten, bei denen zwischen August 2004 und Februar 2012 ein MM diagnostiziert worden war, in die Auswertung einbezogen. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung hatten 23 Patienten (40,0%) ≤3 FL, 11 Patienten (18,6%) 4-9 FL und 25 Patienten (42,4%) ≥10 FL. Der mediane SUVmax betrug 5,3 (Bereich 0-24,3), und bei 40 Patienten (67,8%) war der SUVmax > 4. Die Gruppe mit einem SUVmax ≤ 4 und diejenige mit einem SUVmax > 4 unterschieden sich in keinem klinischen Merkmal signifikant. Zwischen der Gruppe mit ≤3 und derjenigen mit >3 FL bestanden hingegen bei mehreren klinischen Indizes signifikante Unterschiede: Erhöhte β2-Mikroglobulin- und Lactatdehydrogenase-Werte, eine Anämie und eine weiter fortgeschrittene Erkrankung gingen gemäß Durie-Salmon-Stadieneinteilung mit >3 FL im Baseline-PET-Scan einher. Ungünstige Befunde im anfänglichen PET-Scan korrelieren positiv mit prognostisch relevanten klinischen Parametern. Von den PET-Parametern korrelieren FL mit höherer Wahrscheinlichkeit gut mit der Aggressivität und Pathophysiologie der Krankheit als der SUVmax.Übersetzung aus Acta Haematol 2014;131:193-199 (DOI: 10.1159/000354839)
Ziel: Ziel der Studie war festzustellen, ob eine erneute Exposition gegenüber einem «Mammalian target of rapamycin»(mTOR)-Hemmer (Everolimus oder Temsirolimus) in dritter oder vierter Therapielinie nach sequenzieller Anwendung eines gegen den «Vascular endothelial growth factor»(VEGF)-Rezeptor gerichteten Wirkstoffs und eines mTOR-Hemmers eine durchführbare und wirksame Behandlungsstrategie bei Patienten mit metastasierendem Nierenzellkarzinom (mRCC) darstellt. Methoden: Aufgenommen wurden Patienten, die zwischen dem 30. März 2001 und dem 15. September 2011 in 1 von 2 Institutionen (Hôpital Européen Georges-Pompidou, Paris; Medizinische Universität Wien) mit einer VEGF-Target-Therapie, einem mTOR-Hemmer und anschließend mit einem zweiten mTOR-Hemmer behandelt worden waren. Die Auswertung der bildgebenden Untersuchungen zur Ermittlung der objektiven …
Hintergrund: Bei 20% aller Patienten mit einem Rektumkarzinom liegen zum Zeitpunkt der Diagnose auch synchrone Fernmetastasen vor. Für diese Patienten gibt es bisher keine klar definierte therapeutische Strategie. In dieser monozentrischen Studie wird die Behandlungsstrategie für drei verschiedene Patientengruppen evaluiert.Patienten und Methoden: Zwischen Januar 2000 und Juli 2011 wurden die Daten von 65 Patienten mit M1-Rektumkarzinom ausgewertet. Hierfür wurden drei Gruppen definiert: Rektumkarzinom mit resezierbarer Metastasierung (Gruppe A), Rektumkarzinom mit potenziell resezierbarer Metastasierung (Gruppe B) und Rektumkarzinom mit nichtresezierbarer Metastasierung (Gruppe C).Ergebnisse: Gruppe A umfasste 11 Patienten (16,9%), Gruppe B 28 Patienten (43,1%) und Gruppe C 26 Patienten (40%). Bei 43 Patienten (66,2%) wurde das primäre Rektumkarzinom operativ behandelt, bei 30 Patienten (46,2%) wurden Metastasen reseziert (23 in der Leber, 4 in der Lunge und 3 in den Ovarien). Das mediane Gesamtüberleben (OS) betrug 51 (5-86) Monate in Gruppe A, 32 (24-40) Monate in Gruppe B und 16 (7-26) Monate in Gruppe C. Bei den Patienten mit Metastasenresektion war das mediane OS höher als bei denen ohne Resektion (44 vs. 15 Monate; p < 0,001).Schlussfolgerung: Eine Strategie zur Behandlung des synchron metastasierenden Rektumkarzinoms muss die Möglichkeit einer Resektion von Fernmetastasen berücksichtigen. Mit einem solchen integrierten Ansatz lässt sich das Langzeitüberleben verbessern.Übersetzung aus Oncology 2014;86:135-142 (DOI: 10.1159/000357782)
Hintergrund: Retrospektive Analysen deuten darauf hin, dass Anthrazyklin-haltige Behandlungsschemata bei Patientinnen mit Her2(humaner-epidermaler-Wachstumsfaktor-Rezeptor-2)-positivem Brustkrebs gegenüber Schemata ohne Anthrazyklin möglicherweise überlegen sind. Allerdings sind sowohl Trastuzumab als auch Anthrazyklin mit Kardiotoxizität verbunden; bisher ist nicht geklärt, wie Trastuzumab in Kombination mit einem Anthrazyklin einzusetzen ist, um die Kardiotoxizität zu minimieren.Patientinnen und Methoden: Zwischen 2010 und 2013 behandelten wir 41 Patientinnen mit Her2-positivem Mammakarzinom (H+ Gruppe) 1× wöchentlich (q1w) mit Paclitaxel (wP) gefolgt von 75 mg/m2 Epirubicin, Fluorouracil und Cyclophosphamid (FEC) alle 3 Wochen (q3w) sowie q1w Trastuzumab (H); 57 Her2-negative Patientinnen (H- Gruppe) erhielten wP gefolgt von FEC (100 mg/m2) ohne Trastuzumab. Zum Zeitpunkt der Therapieeinleitung, nach der wP-Gabe und nach der FEC-Therapie untersuchten wir routinemäßig die linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) mittels Echokardiographie und verglichen die Werte beider Gruppen.Ergebnisse: In der H+ Gruppe fiel die LVEF von 63,2% auf 60,9% (p = 0,030) und in der H- Gruppe von 63,9% auf 61,9% (p = 0,009) ab. Zwischen beiden Gruppen bestand kein signifikanter Unterschied in Bezug auf die Verringerung der LVEF im Laufe der Chemotherapie (0,968 vs. 0,978: n.s.; p = 0,6457). Fälle von schwerer Kardiotoxizität oder dekompensierter Herzinsuffizienz traten in keiner Gruppe auf.Schlussfolgerung: Bei gleichzeitiger Gabe von Epirubicin (q3w; 75 mg/m2) und Trastuzumab im Rahmen einer adjuvanten Therapie war keine Verschlechterung der kardialen Verträglichkeit zu beobachten.Übersetzung aus Breast Care 2014;9:46-51 (DOI: 10.1159/000358754)
Ziel: Cisplatin/5-Fluorouracil (5-FU) ist ein anerkanntes palliatives Chemotherapie-Schema bei Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region, das die Lebensqualität erhöht, jedoch nicht das Gesamtüberleben verlängert. Durch Verwendung von Capecitabin anstelle von 5-FU entfällt die Morbidität einer Infusionsbehandlung, was von potenziellem Nutzen für das Wohlbefinden des Patienten ist. In dieser Studie werden die Behandlungsergebnisse unter Cisplatin plus Capecitabin (PX) außerhalb eines Studien-Settings betrachtet.Methoden: Die Daten konsekutiver Patienten, die eine solche Behandlung in einem Zentrum erhalten hatten, wurden retrospektiv analysiert. Cisplatin (mittlere Dosis: 75 mg/m2) wurde an Tag 1 und Capecitabin (mittlere Dosis: 808 mg/m2 zweimal täglich) an den Tagen 1-14 eines 3-wöchigen Zyklus verabreicht; insgesamt wurden bis zu 6 Zyklen durchgeführt.Ergebnisse: 65 Patienten (Altersmedian: 58,6 Jahre) erhielten im Median 4 Zyklen Chemotherapie. Die Gesamtansprechrate betrug 30,7% bei einem medianen Gesamtüberleben von 7,3 Monaten. Die Behandlung wurde gut vertragen; bei 10,7% traten Neutropenien 3. Grades, bei 1,5% solche 4. Grades auf; weitere Toxizitäten vom Schweregrad 4 kamen nicht vor. Ein Patient verstarb unter der Therapie an neutropenischer Sepsis. Wegen Nebenwirkungen brachen 27% der Patienten die Chemotherapie vorzeitig ab.Schlussfolgerung: Die außerhalb klinischer Studien durchgeführte PX-Behandlung wurde gut vertragen. Die Ergebnisse sind vergleichbar mit denen früherer Publikationen. Durch die einfache Verabreichung und den Nutzen im Hinblick auf den Patientenkomfort stellt sie eine attraktive Alternative zur Standard-Palliativtherapie dar.Übersetzung aus Chemotherapy 2013;59:1-7 (DOI: 10.1159/000348816)
Background: Since its launch in 2003, the Dutch Lung Cancer Information Center’s (DLIC) website has become increasingly popular. The most popular page of the website is the section “Ask the Physician”, where visitors can ask an online lung specialist questions anonymously and receive an answer quickly. Most questions were not only asked by lung cancer patients but also by their informal caregivers. Most questions concerned specific information about lung cancer. Objective: Our goal was to explore the reasons why lung cancer patients and caregivers search the Internet for information and ask online lung specialists questions on the DLIC’s interactive page, “Ask the Physician”, rather than consulting with their own specialist. Methods: This research consisted of a qualitative study with semistructured telephone interviews about medical information-seeking behavior (eg, information needs, reasons for querying online specialists). The sample comprised 5 lung cancer patients and 20 caregivers who posed a question on the interactive page of the DLIC website. Results: Respondents used the Internet and the DLIC website to look for lung cancer–related information (general/specific to their personal situation) and to cope with cancer. They tried to achieve a better understanding of the information given by their own specialist and wanted to be prepared for the treatment trajectory and disease course. This mode of information supply helped them cope and gave them emotional support. The interactive webpage was also used as a second opinion. The absence of face-to-face contact made respondents feel freer to ask for any kind of information. By being able to pose a question instantly and receiving a relatively quick reply from the online specialist to urgent questions, respondents felt an easing of their anxiety as they did not have to wait until the next consultation with their own specialist. Conclusions: The DLIC website with its interactive page is a valuable complementary mode of information supply and supportive care for lung cancer patients and caregivers.
Ziel: Die aktuellen nationalen Leitlinien enthalten Empfehlungen der Kategorie 1 für perioperative Chemotherapie (CT) oder adjuvante Radiochemotherapie (RCT) bei chirurgischer Resektion eines Magenkarzinoms im Stadium IB-IIIB. Wir führten eine Meta-Analyse randomisierter Studien durch, in denen CT und RCT bei chirurgischer Resektion prospektiv gegenübergestellt wurden.Methoden: Wir durchsuchten PubMed und EMBASE nach randomisierten, kontrollierten klinischen Studien zur Entwicklung des gastrischen Adenokarzinoms bei Patienten nach R0-Resektion. Die adjuvante CT und RCT wurden als Interventionen verglichen, unabhängig von den CT-Schemata. Die primären Zielgrößen waren das krankheitsfreie Überleben (DFS) und das Gesamtüberleben. Mit dem «Random-Effects»-Modell von Mantel-Haenszel wurden die Effektstärken berechnet.Ergebnisse: Sechs Studien mit insgesamt 1171 Teilnehmern wurden ausgewertet; 599 Patienten waren einer adjuvanten RCT und 572 einer alleinigen CT randomisiert zugeordnet worden. Die RCT war im Vergleich zur alleinigen CT mit einem signifikant längeren DFS assoziiert (Odds-Ratio: 1,48; 95%-KI: 1,08-2,03). Beim Gesamtüberleben bestand jedoch kein signifikanter Unterschied (Odds-Ratio: 1,27; 95%-KI: 0,95-1,71). In Bezug auf die Toxizität wurden in 5 Studien keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen festgestellt.Schlussfolgerung: Bei Patienten mit Magenkarzinom war die adjuvante RCT nach einer R0-Resektion mit einem längeren DFS assoziiert als die CT allein. Es bleibt angezeigt, weitere Studien zur Prüfung neuer systemischer Wirkstoffe in Verbindung mit einer Strahlentherapie zu konzipieren.Übersetzung aus Oncology 2014;86:79-85 (DOI: 10.1159/000354641)
Hintergrund: Wenn bei vorliegendem Lungentumor mittels Bildgebung eine Raumforderung in der Niere entdeckt wird, lässt das ein metastasiertes nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom vermuten, kann aber auch eine andere Ursache haben.Vorstellung des Falls: Wir beschreiben den Fall einer Patientin, bei der eine Nierenmetastase und, darauf basierend, ein Stadium-IV-Bronchialkarzinom diagnostiziert worden waren. Um zu einer Zweitmeinung zu gelangen, wurden die histopathologischen Daten überprüft und zusätzliche bildgebende Untersuchungen durchgeführt, gefolgt von einer Lungenoperation und einer Kryoablation der Nierenläsion. Hierbei stellte sich heraus, dass die beiden Tumoren unterschiedlichen Ursprungs waren; einerseits handelte es sich um ein nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom, andererseits um ein Nierenzellkarzinom.Diskussion: Wenn im CT-Scan eines Patienten mit Bronchialkarzinom eine Raumforderung in der Niere zu sehen ist, bedeutet das nicht zwingend eine Metastasierung. Die Diagnose muss unbedingt durch eine Gewebeprobe gesichert werden, insbesondere wenn ein synchroner Primärtumor möglich ist.
Purpose: To collect data from the initial evaluation of patients referred for a second opinion to a specialist pulmonary oncology clinic and compare these with the data of the re-evaluation (second opinion) conducted there to identify discrepancies in diagnosis, stage and therapeutic advice. Methods: Demographics and disease characteristics of 188 patients referred between January 2005 to December 2009 were collected from medical records, next to therapeutic advice. The data of both initial and second evaluations were compared with each other. Results: At time of referral, the (clinical/histopathological) diagnosis was known in 174 patients (92.6%) and the stage in 162 patients (86.2%). Forty-eight percent of the patients had received prior therapy and 73% a therapeutic advice. Next to data review, additional diagnostic procedures were performed in 68% of the patients. There were discrepancies between the initial and second opinion in diagnosis (17 patients, 9%), stage (24 patients, 13%) and therapeutic advice (70 patients, 37%). The second opinions led to a total of 91 discrepancies, 53 of these had a potential major impact on patient outcomes in terms of survival, morbidity and quality of life. For patients with advanced lung cancer, the results were similar but the number of changed stages, therapeutic advices and discrepancies with a potential impact on patient outcomes were slightly higher (15%, 40% and 51% respectively). Conclusions: Lung cancer second opinions referrals led to significant discrepancies in diagnosis and therapeutic advice in a substantial number of patients. This might be translated in better (palliative) care.
Ziele: Kardiale Schädigung ist eine mögliche Komplikation bei Krebstherapien. Ziel dieser Studie war zum einen die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen verschiedenen Formen der Strahlentherapie des Thorax (ST), der Chemotherapie (CT), der Tumoroperation (TO) sowie der endokrinen Therapie (ET) und dem Vorliegen von Herzerkrankungen. Zum andern sollten die Assoziationen dieser Therapien mit der Serumkonzentration des N-terminalen Pro-B-Typ natriuretischen Peptids (NT-proBNP) untersucht werden.Methoden: Eine Gruppe von 374 konsekutiven Krebspatienten, die wegen einer auf eine Herz- oder Lungenerkrankung hinweisenden Symptomatik überwiesen worden waren, wurden prospektiv untersucht.Ergebnisse: Die Prävalenz von Herzkrankheiten betrug 36,9%. Eine Vorbehandlung mittels ST vor 1995 (n = 19) war im Vergleich zur Kontrollgruppe (keine ST oder ST wegen rechtsseitigem Mammakarzinom ab 1995; n = 311) sowohl mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Herzkrankheit (bereinigte Odds Ratio: 10,3; 95%-Konfidenzintervall: 3,1-34,0) als auch mit höheren Ln-transformierten NT-proBNP-Werten assoziiert (p < 0,01). Mit Anthrazyklin behandelte Patienten (n = 54) zeigten höhere bereinigte Ln(NT-proBNP)-Werte als die Kontrollgruppe (keine CT; n = 243; p < 0,01), jedoch keine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Herzkrankheiten.Schlussfolgerung: Während ST vor 1995 und Anthrazyklin-haltige CT mit kardialen Auswirkungen assoziiert waren, gab es keine Belege für schädliche kardiale Auswirkungen einer ST mit zeitgemäßer Kardioprotektion, CT ohne Anthrazykline, TO oder ET.Übersetzung aus Oncology 2013;85:137-144 (DOI: 10.1159/000354299)
Background: Mediastinal lymphadenopathy in combination with lung cancer is suggestive for lymph node metastases but can also have other origins. Case report: We describe a patient diagnosed with stage IV lung cancer presenting with parenchymal lesions and enlarged mediastinal lymph nodes. A second opinion including FDG-PET scan review and a mediastinoscopy followed by surgery revealed tumor specimens originating from a single primary tumor with a sarcoid-like reaction in the mediastinal lymph nodes, changing the diagnosis from metastasized to resectable lung cancer. Discussion: PET positive lesions are not always synonymous with metastatic disease in the presence of a malignant tumor. Conscientious review of FDG-PET scans and tissue sampling are therefore mandatory to determine definitive staging and subsequent interventions.
Background: The finding of a renal mass on imaging is suggestive of metastatic non-small cell lung cancer in the presence of a lung tumor but can also have another origin. Case Report: We describe the case of a patient diagnosed with stage IV lung cancer based on a renal metastasis. A second opinion including review of histopathological data and additional imaging followed by lung surgery and cryoablation of the kidney lesion revealed two tumors of different origins, non-small cell lung cancer and a renal cell carcinoma. Discussion: The presence of a renal mass diagnosed on a CT scan in a patient with lung cancer is not always synonymous with metastatic disease. Confirmation of diagnosis by tissue sampling is mandatory, especially if a synchronous primary tumor is possible.
Ziele: Das Ziel dieser Studie war, zu untersuchen, ob die onkologischen Entwicklungen von BRCA1-und BRCA2-assoziierten Ovarialkarzinomen unterschiedlich korrelieren. Methoden: Genetische Daten und klinische Merkmale wurden mit der progressionsfreien Überlebenszeit (PFS) und der Gesamt-Überlebenszeit (OS) in Korrelation gesetzt. Ergebnisse: Die Daten von 147 Patientinnen mit BRCA-Mutation wurden ausgewertet (119 BRCA1-positiv und 28 BRCA2-positiv). Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 69 Monaten betrug das mediane PFS bei den BRCA1-Patientinnen 27, 2 Monate und bei den BRCA2-Patientinnen 45, 46 Monate (p= 0, 03). Das mediane OS betrug bei den BRCA1-Patientinnen 77, 23 Monate und bei den BRCA2-Patientinnen 111, 47 Monate (p= 0, 08). Schlussfolgerung: Bei Frauen mit epithelialem Ovarialkarzinom in Verbindung mit einer BRCA-Mutation ist die BRCA2 …
Hintergrund: Das Konzept einer integrativen Onkologie (IO), wie es in der Anthroposophischen Medizin (AM) seit Jahrzehnten angewandt wird, gewinnt an Interesse und Akzeptanz. Zentrale Aspekte hierbei sind multimodale Therapieansätze, Lebensqualität und Patientenpräferenz, ebenso wie die therapeutische Beziehung und das klinische Ergebnis. Trotz ihrer breiten Anwendung mangelt es in der IO an klinischer Evaluation. Darüber hinaus werden komplementäre Therapien von keinem onkologischen Register aufgenommen.Methoden: Um diese Lücke zu schließen, wurde das Netzwerk Onkologie (NO) gegründet, ein gemeinsames Register niedergelassener AM-Onkologen und -Krankenhäuser in Deutschland. In dieser Arbeit wird das Projekt vorgestellt, und erste Ergebnisse werden mit epidemiologischen Registern und der Literatur verglichen.Ergebnisse: Das NO hat in 6 Jahren Daten von 10 405 Krebspatienten erfasst. Im Vergleich zu epidemiologischen Registern zeigen die NO-Daten nur geringe Unterschiede in Krebsinzidenzen sowie im Patientenalter und -geschlecht. Überdurchschnittlich viele junge Brustkrebspatientinnen in NO-Einrichtungen deuten darauf hin, dass es gerade bei dieser Gruppe einen starken Bedarf an integrativen Therapien gibt. Es gab keine Unterschiede in den UICC (Union for International Cancer Control)-Stadien bei Erstdiagnose und bei Aufnahme in eine NO-Einrichtung. Gemäß den von uns erhobenen Daten wurden konventionelle Therapien nach Aufnahme in eine NO-Einrichtung insgesamt seltener durchgeführt als davor. Dennoch erhielt ein Drittel der Patienten die konventionelle Ersttherapie in einer NO-Einrichtung. 80% der Patienten erhielten eine Misteltherapie und 63% eine nichtpharmakotherapeutische, komplementäre Behandlung.Schlussfolgerung: Integrative onkologische Therapieangebote werden von einer großen Anzahl an Patienten in AM-Einrichtungen wahrgenommen. Das NO bietet eine Infrastruktur, um integrative Interventionen der AM zu evaluieren, es erlaubt Vergleiche mit anderen klinischen Registerdaten und kann somit einen Beitrag zur Versorgungsforschung in diesem Gebiet leisten.Übersetzung aus Forsch Komplementmed 2013;20:353-360 (DOI: 10.1159/000356204)
CASE REPORT A 70-year-old male, former smoker, and current marathon runner was diagnosed in September 2005 with a probable squamous cell carcinoma of the right upper lobe (RUL) with (possible) small satellite lesions, a nodule in the right middle lobe (RML), and a nodular structure in the left upper lobe (LUL) on computed tomography (CT) scan, and 18-fluorodeoxyglucose positron emission tomography (FDG-PET) scan. This was considered to be a primary lung cancer with intrapulmonary metastases (stage IV, histology confirmed). The patient received six cycles of chemotherapy doublet (cisplatinum 150 mg on day 1 and gemcitabine 2000 mg on days 1 and 8), which resulted in a slight reduction in size of the lesion in the RUL, and a clear reduction of the lesion in the LUL, although the RML remained unchanged (Fig. 1). Eleven months later, the lesion in the RUL increased in size. A second opinion was arranged. After reviewing all data and images with repeated PET and CT, the possibility of multiple primary tumors was considered. A video-assisted thoracoscopy, diagnostic wedge excision of the LUL, and a transthoracic biopsy of the RUL were performed, revealing two papillary adenocarcinomas. A wedge excision of the RML, a lobectomy of the RUL, and mediastinal lymph-node dissection showed a 1.8-cm diameter papillary adenocarcinoma of the LUL, a 3.3-cm diameter mixed papillary adenocarcinoma/adenocarcinoma in situ of the RUL, and a 1.1-cm diameter adenocarcinoma in situ of the RML, all radically resected. All nodes were negative. Arraycomparative genomic hybridization analysis revealed that all these lesions showed different patterns of gains and losses, consistent with three primary tumors (Fig. 2). In December 2007, a recurrence in the operation scar of the LUL, and a new abnormality in the left lower lobe (LLL) were observed on CT scan, both 18-FDG-PET positive. Diagnostic wedge excisions of the LUL and LLL and a mediastinal lymph-node dissection were performed. Pathological examination showed two invasive papillary adenocarcinomas (LUL and LLL of 1.5 cm and 0.6 cm diameter, respectively), with free resection margins, without lymph-node metastases. The postoperative course was
Background In 2003 the Dutch Lung Cancer Information Centre (Longkanker Informatie Centrum) launched a website containing information on lung cancer accessible to anyone. Objective Our study aim was to inventorize the information needs of the visitors of this website by analyzing the questions they asked the lung cancer specialists in the websites interactive section “Ask the Physician”. Methods The first 2000 questions posted up until May 2006 have been classified by visitors’ wish, type of required information, identity, gender, and phase during treatment course. Results Our results show that 1893 (1158/1893, 61%) of the questions were asked by a loved one/caregiver and (239/1893 13%) by patients. 1 out of 3 questions was asked by a daughter/grand-daughter. Most questions concerned specific information on lung cancer and lung cancer course (817/1893, 43%). The most inquired specific information topics were therapy side effects, diagnostics, general information on lung cancer, and regular therapy. Furthermore, questioners wanted to verify their own doctor’s information (122/1893, 6%), a diagnosis (267/1893, 14%), and a prognosis (204/1893, 11%). Conclusions Lung cancer patients and their caregivers asked the most questions in the interactive website section. The most frequently requested information was more detailed information. These include specific information on lung cancer (regular therapy, diagnostics, and disease symptoms), verification of what the doctor has said, diagnosis, and prognosis. Most of the requested information could have been obtained from treating specialists, indicating that current information supply to lung cancer patients and their caregivers may not be matching their needs sufficiently. The further implementation of an online dialogue with lung cancer specialists might be a solution.