Schwangerschaften mit dopplersonographischem Nachweis eines enddiastolischen Null- oder Rückflusses in der A. umbilicalis stellen ein geburtshilfliches Hochrisikokollektiv dar, zumeist mit intrauteriner Wachstumsrestriktion. Die Analyse der Ductus venosus Doppler-Flusskurve soll bei der Findung des optimalen Entbindungszeitpunktes hilfreich sein. Wir beschreiben das größte entsprechende bislang untersuchte „Monocenter-Kollektiv“.
Fragestellung: Das humane Myometrium unterliegt vielen kontraktionsfördernden und relaxierenden Faktoren. Insbesondere der Einfluss des sympathischen Teils des autonomen Nervensystems mitα- undβ- Rezeptoren und die medikamentöse Beeinflussung durch Tokolytika wie Fenoterol ist gut untersucht. Inwieweit das parasympathische Nervensystem bei der Beeinflussung der Kontraktilität des humanen Myometriums eine Rolle spielt ist unklar. In tierexperimentellen Studien konnte nachgewiesen werden, dass es durch die Gabe von Acetylcholin über die Interaktion mit muscarinischen Rezeptoren zu einer Kontraktion des Myometriums kommt. In Vorarbeiten wurde bereits die Existenz von muscarinischen Rezeptoren im humanen Myometrium durch rt-PCR und Western Blot nachgewiesen. Inwieweit es Unterschiede der Rezeptorendichte im Myometrium von schwangeren und nicht schwangeren Frauen gibt sollte in der vorliegenden Arbeit untersucht werden. Methoden: Im Rahmen einer Sectio caesarea wurde bei 13 Patientinnen in der 32.-40. SSW eine Myometriumbiopsie durchgeführt. Zusätzlich wurden bei 13 nicht schwangeren Patientinnen Myometriumbiopsien nach Hysterektomie vorgenommen. Das Alter der Patientinnen lag zwischen 22 und 43 Jahren. Nach Homogenisierung der Myometriumproben wurde eine Membranpräparation durchgeführt. Die Rezeptorendichte wurde mittels Radioligandenbindungsassay bestimmt. Ergebnisse: Im Myometrium schwangerer Frauen konnten signifikant mehr Rezeptoren pro mg Myometriumgewebe als im Vergleichsmyometrium bei nicht schwangeren Frauen nachgewiesen werden (6,9±3,2 fmol/mg vs. 1,4±0,38 fmol/mg; p<0,0001). Schlussfolgerung: Das parasympathische Nervensystem könnte einen Einfluss auf kontraktionsfördernde Mechanismen am humanen Myometrium haben. In der vorliegenden Arbeit konnte nach bereits erfolgter Identifizierung der Rezeptorsuptypen M1-M5 erstmals eine signifikante Steigerung der Rezeptorendichte im schwangeren Myometrium im Vergleich zum nicht schwangeren Myometrium nachgewiesen werden.
Fragestellung: Nach der Applikation einer Chemotherapie resultiert bei prämenopausalen Patientinnen häufig eine Amenorrhoe. Durch die Gabe eines GnRH-Agonisten (GnRH-a) während der Chemotherapie kann eine Ovarschädigung ggf. reduziert werden. Allerdings sollten aufgrund des FSH und LH „flare up“ die GnRH-a mindestens 1 Woche vor Beginn der Chemotherapie appliziert werden. Ist dieses Zeitfenster nicht gegeben, stellt sich die Frage, ob simultan applizierte GnRH-Anatgonisten den flare up reduzieren können, um eine kurzfristige Applikation von GnRH-a zu ermöglichen.
BACKGROUND:The prevalence of overweight and obesity in pregnant women has increased during the last decades (in our examination period from 10.9 to 29.8 %). Maternal obesity is a risk factor for pregnancy, delivery and the newborn. Does the neonatal outcome of pregnancies with maternal overweight and obesity in 2005 differ from that in 1980?METHODS:All patients with a body mass index (BMI) > 25 kg / m (2) who delivered in 1980 (n = 130) and in 2005 (n = 392) at the University Hospital Würzburg were evaluated retrospectively. The neonatal result of singletons born at term was studied (1980: n = 125; 2005: n = 315).RESULTS:The rates of macrosomia > 4500 g (5.6 vs. 1.3 %) and shoulder dystocia (4.8 vs. 0.3 %) declined significantly. No significant differences were found regarding the mean newborn weight (3560 vs. 3508 g), weight percentile (55.5 vs. 56.4 %), length (51 cm), head size (35 cm), fetal distress (3.2 vs. 3.8 %), respiratory insufficiency (3.2 vs. 2.2 %), 5-min-Apgar (9.77 vs. 9.69) and arterial umbilical cord pH (7.27 vs. 7.26). Birth weight was not associated with the degree of obesity in 2005 compared to 1980.CONCLUSION:Despite the increasing prevalence and severity of obesity in pregnant women most parameters of neonatal outcome did not change. The observed relative rate of macrosomia and shoulder dystocia declined, but the case number of these complications is still relevant. Obviously obstetricians have responded appropriately to the changing risk profile.
Fragestellung: Vor dem Hintergrund eines allgemeinen Anstieges der Adipositasprävalenz in den Industrienationen sehen sich auch die Geburtshelfer vor neuen Herausforderungen. Angaben zur Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Schwangeren gibt es in Deutschland wenige. In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, wie stark die Adipositas bei Schwangeren an der Universitäts-Frauenklinik Würzburg in einem Vergleich der Jahre 1980 und 2005 angestiegen ist und wie sich das perinatale Ergebnis adipöser Schwangerer verändert hat. Methodik: Retrospektive Analyse aller Geburten der Universitäts-Frauenklinik Würzburg der Jahre 1980 (n = 1359) und 2005 (n = 1351) . Das perinatale Ergebnis der Patientinnen mit einem Body-Mass-Index (BMI) > 25 kg/m2 wurde im Detail ausgewertet (1980: n = 125; 2005: n = 315). Ergebnisse: Es konnte eine signifikante Zunahme von Übergewicht und Adipositas (10,9 vs. 29,8 %) festgestellt werden. Höhergradige Adipositas hat überproportional stark zugenommen: Übergewicht von 8,8 auf 18,5 %; Adipositas Grad 1 von 1,4 auf 6,4 %; Grad 2 vom 0,7 auf 3,5 %; Grad 3 von 0,08 auf 1,4 %. Im Jahr 2005 besteht im Gegensatz zu 1980 keine positive Korrelation zwischen BMI und Alter. Es wurde im Jahr 2005 signifikant häufiger ein Gestationsdiabetes (0 vs. 4,5 %) diagnostiziert und eine primäre Sectio (1,6 vs. 14 %) durchgeführt. Signifikant geringer waren Hypertonie (20,8 vs. 8,9 %) Makrosomie > 4500 g (5,6 vs. 1,3 %) und Schulterdystokie (4,8 vs. 0,3 %). Präeklampsie, fetale Retardierung, mittleres Kindsgewicht, sekundäre Sectio, Apgar- und pH-Werte unterschieden sich nicht signifikant. Schlussfolgerung: Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Schwangeren hat sich im Vergleich der Jahre 1980 und 2005 fast verdreifacht (aktuell 29,8 %). Das perinatale Ergebnis adipöser Schwangerer hat sich unterschiedlich verändert. Präventivmaßnahmen (z. B. Diabetesscreening, primäre Sectio bei Zusatzrisiken) können das perinatale Ergebnis verbessern.
Fragestellung: Als Nebenwirkung resultiert bei prämenopausalen Patientinnen nach Applikation einer Chemotherapie häufig eine Amenorrhoe. Möglichkeiten eines Fertilitätserhalts stellen die Durchführung einer Stimulationsbhandlung mit Oozyten-Kryokonservierung oder die Kryokonservierung von Ovargewebe dar. Durch die Gabe eines GnRH-Agonisten während der Chemotherapie kann eine Ovarschädigung ggf. reduziert werden. GnRH-Agonisten sollten jedoch aufgrund der initialen FSH/LH-Freisetzung (flare up) mindestens 1 Woche vor Beginn der Chemotherapie appliziert werden. Bei vielen onkologischen Erkrankungen kann diese Empfehlung allerdings nicht eingehalten werden. Ob die Intensität des "flare up" durch die simultane Gabe eines GnRH-Antagonisten vermindert, oder sogar vollständig aufgehoben werden kann, sollte in der vorliegenden Studie untersucht werden.
Objective: The background for this study is the increasing prevalence of overweight and obesity in industrialized countries. Obstetricians and gynecologists are also confronted with these problems. The prevalence of overweight and obesity among pregnant women in Germany has only rarely been studied. The aim of this study was to examine the increase in overweight and obesity and to compare the perinatal outcomes for obese patients in 1980 and 2005.Methods: A retrospective analysis was carried out of all deliveries at the University hospital Wurzburg in 1980 (n=1359) and in 2005 (n = 1351). The perinatal results of patients with a body mass index (BMI) > 25 kg/m(2) were studied in detail (1980: n = 125; 2005: n = 315).Results: During this period, the prevalence of overweight and obesity rose significantly from 10.9% to 29.8%. The higher obesity grades increased disproportionately: the incidence of overweight gravida rose from 8.8 to 18.5 %, while obesity grade 1 increased from 1.4 to 6.4%, grade 2 from 0.7 to 3.5 %, and grade 3 from 0.08 to 1.4%. In contrast to 1980, there was no longer a positive correlation between BMI and age in 2005. Gestational diabetes (0 vs. 4.5%) and primary cesarean delivery (1.6 vs. 14%) had dropped significantly in 2005. The decrease in hypertension (20.8 vs. 8.9%), macrosomia >4500g (5.6 vs. 1.3%) and shoulder dystokia (4.8 vs. 0.3%) was also significant. Pre-eclampsia, fetal growth restriction, average birth weight, secondary cesarean delivery, Apgar score and pH-values did not differ.Conclusion: The prevalence of overweight and obesity has increased almost threefold from 1980 to 2005 (currently 29.8%). Some perinatal outcomes have changed significantly, others have not. Preliminary investigations (e.g. screening for gestational diabetes, cesarean section in case of additional risks) can improve perinatal results.
OBJECTIVE:Evaluation of the influence of socio-economic status on the utilization of epidural analgesia during labor.MATERIAL AND METHODS:Modes of delivery, insurance, marital status and maternal occupation were retrospectively reviewed between 2000 and 2003 according to the birth documentation of all deliveries at the department of obstetrics and gynaecology, university of Wuerzburg, Germany. Using the maternal occupation groups were formed according to the minimum degree of education required for its practise. Women with epidural analgesia during labor were compared to those without it.RESULTS:30 % of all deliveries during the evaluated four years were aided by employing epidural analgesics. For both collectives there were no changes of percentages concerning insurance, marital status or maternal occupation during this time. With 12-24 %, epidural analgesia was more often performed in patients undergoing operative transvaginal deliveries in comparison to women without epidural analgesics (2-5 %). There are no differences between the two groups concerning maternal occupation, insurance or marital status. However, looking at the collective of women with epidural analgesia during labor, epidural analgesia is more often used among women with private insurance. Concerning the degree of education there is also a marginal significant difference in the utilization of epidural analgesia in favour for women with a higher educational degree.CONCLUSION:The use of intrapartum epidural analgesia is associated with insurance and maternal occupation/educational degree.
Fragestellung: Vor dem Hintergrund eines generellen, starken Anstieges der Adipositasprävalenz in den Industrienationen, sehen sich auch die Geburtshelfer vor Herausforderungen. Untersuchungen zur Prävalenz unter Schwangeren, insbesondere in Deutschland gibt es wenige. Ziel war es festzustellen, wie stark die Adipositas am Kollektiv der Schwangeren in den letzten 25 Jahren tatsächlich angestiegen ist.
With an incidence of 0.5-1% isolated umbilical endometriosis represents a very rare form of extragenital endometriosis. A 34-year-old nulliparous woman presented with discharging inflammation and pain in the umbilical area. Physical examination showed swelling and a painful tumorous lesion of the umbilicus. After unsuccessful conservative treatment, excision of the umbilical lesion was performed, and histological examination revealed a diagnosis of endometriosis. Medical history and anamnesis indicated no other causes for any associated endometrioses, and vaginal endosonography and diagnostic laparoscopy did not show any further manifestations of endometriosis. Despite various hypotheses the aetiology and pathogenesis of all forms of endometriosis remain unclear. Metaplasia of remaining urachal tissue is considered to be the most likely aetiology for isolated umbilical endometriosis. Unspecific symptoms such as repeated umbilical inflammation and bleeding may be misleading when searching for a diagnosis; a cyclic pattern of umbilical symptoms is characteristic in 75% of all cases. Histological examination is necessary for the final confirmation of endometriosis. Surgical excision of the lesion is the treatment of choice.
Bei bis zu 12% aller Endometriosepatientinnen tritt eine extragenitale Manifestation (Darm, Harnblase, Omentum, Bauchwand, Lunge) auf. Die umbilikale Endometriose ist mit einer geschätzten Inzidenz von 0,5–1% aller Fälle einer extragenitalen Endometriose ein seltenes Krankheitsbild, das nachfolgend beschrieben wird.
INTRODUCTIONA body stalk anomaly is a rare congenital defect. The anomaly is one of the anterior abdominal wall defects. It is characterized by severe clefts of the abdominal wall with absence of or very small, umbilical cord.CASE REPORTWe report on a patient in the 21st week of gestational age with the ultrasonographic findings of multiple fetal anomalies including a singular umbilical artery and an ahydramnion. She was sent to hospital for termination of the pregnancy. The karyotype was normal (46 XX). Ultrasonographic evaluation of the fetal anterior abdominal wall was impossible due to ahydramnion. Clinical examination showed an omphalocoele with herniation of the stomach, the small intestine, the liver and the spleen. A very short umbilical cord was observed which was attached to the omphalocoele. The lower limbs were deformed. Furthermore, anal atresia with an extroverted coele was found. Autopsy confirmed the clinical diagnosis of a body stalk anomaly.DISCUSSIONIt is important to distinguish a body stalk anomaly from other types of anterior abdominal wall defects because of their prognosis and an appropriate medical management. A body stalk anomaly is a sporadic defect and not associated with chromosomal abnormalities. This congenital defect is invariably lethal.
Bei 1–2% aller Chorionzottenbiopsien findet sich ein plazentares Mosaik. Bei hohem Anteil an trisomen Zellen kann dies auch als plazentare Trisomie imponieren. Das Chromosom 16 weist Ähnlichkeit zum Chromosom 18 auf, so dass bei schlechter Qualität der Metaphasen beide miteinander verwechselt werden können, wie in dem hier vorgestellten Fall. Eine 33jährige 2.G, 1.P stellte sich in der 24. SSW zum Fehlbildungsauschluss vor. Es fiel eine singuläre Nabelschnurarterie, eine Verkürzung der langen Röhrenknochen um die 5. Perzentile sowie eine Verkürzung der Mittelphalanx des kleinen Fingers auf. Nach Aufklärung über eine Risikoerhöhung für Chromosomenstörungen wünschte die Patientin eine Karyotypisierung, die mittels Plazentozentese durchgeführt wurde. Diese ergab eine freie Trisomie 18. Bei Diskrepanz zum sonographischen Befund ergab eine Rückfrage beim genetischen Labor, dass es sich bei dem trisomen Chromosom auch um das Chromosom 16 handeln könnte. Zur Abklärung erfolgte eine Nabelschnurpunktion und eine Amniozentese, die eine plazentare Trisomie 16 bei euploidem Feten zeigte. Die molekulargenetische Diagnostik bewies eine maternale uniparentale Disomie des Chromosoms 16, die mit einem erhöhten Risiko für intrauterine Wachstumsretardierung und Fehlbildungen einhergeht. Der weitere Schwangerschaftsverlauf war unauffällig. Mit 36+2 SSW wurde nach unauffälliger Spontangeburt ein weibliches Neugeborenes geboren (2310g (10. Perz.), 45 cm (8. Perz.)). Die postnatal durchgeführte Fehlbildungsdiagnostik ergab bis auf eine umschriebene Erweiterung im Bereich des Vorderhorns des re SV und eine Verplumpung der SV keine auffälligen Befunde. Der vorgestellte Fall verdeutlicht die Problematik plazentarer Mosaike. Die Karyotypisierung im fortgeschrittenen Schwangerschaftsalter sollte vorzugsweise mittels Nabelschnurpunktion erfolgen. Eine gute Kommunikation zwischen Pränataldiagnostiker und Genetiker ist unerläßlich, um bei schwierigen Befunden eine exakte Diagnose zu erreichen.
Der Uterus besteht aus Bündeln von Myometriumzellen in einer Grundstruktur aus Kollagen. Das humane Myometrium unterliegt vielen kontraktionsfördernden und relaxierenden Faktoren. Insbesondere der Einfluss des sympathischen Teils des autonomen Nervensystems mit a- und b- Rezeptoren und die medikamentöse Beeinflussung bei vorzeitiger Wehentätigkeit durch Tokolytika wie Fenoterol ist gut untersucht. Inwieweit das parasympathische Nervensystem bei der Beeinflussung dieser Faktoren eine Rolle spielt ist fraglich. Bisher ist die Expression muskarinischer Rezeptoren im humanen Myometrium unbekannt.