Im Gegensatz zu grundlegenden Empfehlungen sind derzeit noch Arbeiten selten, die Good-Practice-Beispiele zum Forschungs-Praxis-Transfer im Anwendungsgebiet Digitalisierung in verschiedenen Bildungsetappen unter Angabe von Erfolgskriterien darstellen. In der vorliegenden Arbeit wird dies anhand von drei Good-Practice-Beispielen aus Digitalisierungsprojekten verschiedener Bildungsetappen (Schulbildung, berufliche Bildung und Erwachsenenbildung/Weiterbildung) realisiert. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Metavorhaben Digitalisierung im Bildungsbereich beschäftigt sich mit dem Transfer von Forschungsergebnissen aus den in diesem Rahmen geförderten Digitalisierungsprojekten im Bildungsbereich. Abschliessend werden aus diesen Beispielen in der Diskussion gemeinsame relevante Transfermerkmale extrahiert.
Die „Assistierte Ausbildung (AsA)“ ist ein Instrument der Arbeitsförderung (SGB Teil III) zwecks Förderung junger Auszubildender bei der Anbahnung und Durchführung eines regulären Ausbildungsverhältnisses. Es erfährt nach einer Erprobungsphase seit 2015 eine Neuregulierung ab 2021. Die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit untersuchte 2017 – 2019 Wirkung und Zielerreichung der AsA mit einer mehrstufigen qualitativen Evaluationsstudie. Im Beitrag wird der Perspektive von 29 befragten Ausbildungsbetrieben mit AsA-Erfahrungen nachgegangen, um betriebliche Integrationserfolge, aber auch berichtete Umsetzungshürden aufzuzeigen. Zudem wird erörtert, welche konkreten Unterstützungsleistungen von Betrieben als hilfreich erachtet werden und inwieweit die AsA einen Integrationsanreiz zur Ausbildung leistungsschwächerer Jugendlicher setzt. Zum Schluss erfolgen Handlungsempfehlungen bezüglich Flexibilisierung, Freistellungsanreizen und Erhöhung des Bekanntheitsgrades sowie ein Ausblick auf die neu gestaltete „AsA flex“.
This paper describes the development and implementation of Assisted Training (Assistierte Ausbildung, AsA) in Germany. The instrument was developed to offer disadvantaged young people positive experiences in training, the transition from school to vocational training and support them on successfully completing their training. The AsA offers a comprehensive, holistic approach. It contains elements of individual vocational and educational counselling, classic tutoring during vocational school lessons, life counselling for psychosocial problems and mediation in conflicts between the training partners (school, company, chamber) and the young people. In particular, young people with specific learning and social difficulties are addressed. The goal is the successful completion of the training and, thereafter a transition to an appropriate occupation, to long-term decent employment. This article shows that young people, as well as vocational counsellors, guidance counsellors and companies consider the AsA as an effective instrument in providing support on the way to a completed apprenticeship. Nevertheless, the article reveals areas that need to be improved so that more young people could benefit from AsA. Thus, young people with learning problems could receive support for vocational school, and those with weak German language skills could receive tuition. Abstrakt Denna artikel beskriver utvecklingen och genomförandet av assisterad utbildning (Assistierte Ausbildung, AsA) i Tyskland. AsA har utvecklats för att möjliggöra positiva erfarenheter för missgynnade ungdomar – under utbildningens gång, vid övergången från skola till yrkesutbildning, och/eller vid utbildningens slut. AsA erbjuder ett omfattande och holistiskt tillvägagångssätt: det innehåller inslag av individuell studie- och yrkesvägledning, handledning under yrkesutbildningens lektioner, rådgivning vid psykosociala problem och medling i konflikter mellan utbildningspartnerna (skola, företag) och ungdomarna. Åtgärden riktas i första hand mot unga människor med särskilda inlärningssvårigheter och sociala svårigheter. Målet är att utbildningen ska slutföras och att en övergång till ett lämpligt yrke och en långsiktig sysselsättning ska bli möjlig. Som framgår i artikeln har flera utvärderingsstudier visat att såväl ungdomar som vägledare och företag anser att AsA är en viktigt åtgärd, som på ett effektivt sätt kan stödja en avslutad lärlingsutbildning. Artikeln uppmärksammar även hur AsA kan förbättras, så att fler ungdomar kan dra nytta av denna åtgärd. Ungdomar med inlärningssvårigheter får stöd inför yrkesskolan, och ungdomar med svaga kunskaper i tyska får stöd i undervisningen. Nyckelord: missgynnade ungdomar; Assisterad yrkesutbildning; Övergång; Individuellt stöd
Zusammenfassung Die Assistierte Ausbildung (AsA) gem. § 130 SGB III wurde im Mai 2015 bis maximal 2021 befristet eingeführt. Im Kontext der Neuordnung der Jugendlicheninstrumente der Bundesagentur für Arbeit (BA) steht darüber hinaus die Weiterführung bzw. Entfristung der AsA auf dem Prüfstand. In einer wissenschaftlichen Begleitstudie der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) wurde untersucht, inwieweit Anpassungen im Zuge der Neuordnung erforderlich sind. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der individuelle Ansatz der AsA bewährt hat, aber Modifikationen zur besseren Zielerreichung notwendig sind. Unter Berücksichtigung der Erfahrungen zahlreicher Akteure werden maßnahmenbezogene Handlungsempfehlungen dargestellt und mit dem allgemeinen Diskussionsstand zusammengeführt. Abstract: On the Reform Discussion of Labour Market Instruments for Young People – Modification of Assisted Training Assisted training (Assistierte Ausbildung, AsA) according to § 130 Social Code III was introduced in May 2015 until 2021 at the latest. In the context of the reorganisation of the youth instruments of the Federal Employment Agency (Bundesagentur für Arbeit, BA), the continuation or removal of the deadline for the AsA is also being put to the test. An accompanying scientific study by the University of Applied Labour Studies (Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, HdBA) examined the extent to which adjustments were necessary in the course of the reorganization. The results show that the individual approach of the AsA has proven its worth, but that modifications are necessary to achieve better results. Taking into account the experiences of numerous actors, action-related recommendations for action are presented and brought together with the general state of discussion.
Die Assistierte Ausbildung (AsA) gem.§ 130 SGB III ist ein Förderinstrument für benachteiligte Jugendliche zur individuellen Unterstützung wie sozialpädagogischen Begleitung vor, während und fallweise auch nach einer dualen Berufsausbildung.Sie wurde im Mai 2015 bis maximal 2021 befristet eingeführt.Im Kontext der Neuordnung der Jugendlicheninstrumente der Bundesagentur für Arbeit (BA) steht darüber hinaus die Weiterführung bzw.Entfristung der AsA auf dem Prüfstand.In einer wissenschaftlichen Begleitstudie der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) wurde mit qualitativer Methodik untersucht, inwieweit Anpassungen im Zuge der Umstrukturierung geboten sind.Die Ergebnisse bestätigen, dass sich der individuelle Ansatz der AsA bewährt hat, aber Modifikationen zur besseren Zielerreichung notwendig sind.Unter Berücksichtigung der Erfahrungen zahlreicher Akteure werden maßnahmenbezogene Handlungsempfehlungen dargestellt und mit dem allgemeinen Diskussionsstand zusammengeführt
Bei Unternehmen ist das Thema altere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wenig prasent, so dass diese auf eine alternde Belegschaft bisher kaum vorbereitet sind. Die Einbindung Alterer, auch alterer Arbeitsloser, in den betrieblichen Alltag eroffnet neue Wege der Personalrekrutierung. Der Aufsatz konzentriert sich auf die Darstellung der Besonderheiten bei der Qualifizierung Alterer und nennt Umsetzungsbeispiele zur Integration Alterer in Beschaftigung.
Mit Blick auf den nationalen Forschungs- und Entwicklungsstand zeigt sich, dass es in Bezug auf die Handlungsfelder eines zielgruppenorientierten Übergangsmanagements für Ältere an fest etablierten Unterstützungsstrukturen, Finanzierungsgrundlagen sowie klar definierten institutionellen Zuständigkeiten auf der administrativen Entscheiderebene mangelt. Zentraler Handlungsbedarf besteht in einer regionalen, nachhaltig strukturierten, bildungsbereichsübergreifenden Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Damit wird entwicklungspolitisches Neuland betreten. Eine institutionelle Verankerung entsprechender Umsetzungsstrukturen und Finanzierungsmodelle ist erst noch zu finden.
Der Übergang aus dem Erwerbsleben in den Ruhestand stellt für Unternehmen und Beschäftigte einen wichtigen Einschnitt dar: Unternehmen sind auf höher qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zukunft verstärkt angewiesen. Die Beschäftigten wollen zum Teil über den Renteneintritt hinaus beruflich tätig sein. Der Ruhestand bleibt gerade bei Höherqualifizierten eine beruflich aktive Phase, was sich an wahrnehmbaren Interessensbekundungen hinsichtlich einer Erwerbstätigkeit oder eines ehrenamtlichen Engagements zeigt (vgl. Süddeutsche Zeitung vom 15.4.2008). Zwar wird der Übergang in den Ruhestand von den meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern noch als ein Ausstieg von einem Tag auf den anderen praktiziert (vgl. Scheytt 2008, S. 26). Es bilden sich dennoch Strukturen heraus, durch die verrentete Personen weiterhin beschäftigt sein können und wollen.