Conditions of children's political socialisation and education have more than ever in the last 40 years to deal with questions of social inclusion and exclusion. This is a result of social cleavages which are pertinent for children's lives and experiences. This article deals with this question while favouring an approach which shows that a strengthening of children's rights – based on an emancipatory concept of politics of childhood – could support the struggle against these cleavages in the interest of establishing a really democratic society. A central starting point for an improvement of the situation of all children could be a new connection between communal life and childhood policies. Therefore the article shows different approaches which work on this level and argues for their generalisation. When the future of mankind is at stake, only a democratisation of society/ies – based on enlisting the competencies of all citizens (including children) – can be useful. This is the major challenge for political education.
Am Beginn des vorherigen Jahrhunderts prognostizierte die schwedische Reformpadagogin Ellen Key (1978 [1900]) die bevorstehenden Dekaden zum ≫Jahrhundert des Kindes≪ (vgl. Honig 1993). Gut l00 Jahre später stellt sich die Frage, was für die Kinder in dem zurückliegenden Jahrhun-dert — nicht nur angesichts der antizivilisatorischen Entwicklungen und Katastrophen — herausgekommen ist. Angesichts der heutigen realen Lebensbedingungen vieler Kinder, können die Veränderungen in den zurückliegenden Jahrzehnten — insbesondere für Kinder auf der nordlichen Welthe-misphare — zwar als Fortschritt gesehen werden, jedoch gilt dies noch lange nicht fur die Gesamtheit der Kinder dieser Welt — wenn man die Fortexistenz sozialer Ungleichheitslagen mit berücksichtigt, vielleicht nicht einmal fur die Mehrheit der Kinder in den westlich-kapitalistischen Gesellschaften.
Noch vor wenigen Jahren galt die Forderung, Kinder mit dem politischen Geschehen der Gesellschaft zu konfrontieren, padagogisch, politisch und gesellschaftlich nicht mehr als en vogue. Nach Kinderladenbewegung und Schulerrevolten in den 1970er Jahren — ausgelost u. a. durch die (Bildungs-)debatten um Herrschaft, Autoritat und Erziehung im Gefolge der 68er Bewegung — und den damit einher gehenden Auffassungen uber die Bedeutung politischer Bildung und politischen Lernens fur die Erziehung und Sozialisation jedes jungen Menschen und dessen demokratischer Entwicklung, deren Bedeutung fur gesellschaftliche Entwicklungen, verstummten die Forderungen nach einer politischen Bildung — bereits — fur Kinder, nach einer offensiven Teilhabe von Kindern am/im gesellschaftlichen Leben (u. a. mehr Mitbestimmung in den Schulen, beteiligungsorientierte Konzepte in den Kindergarten) fast nahezu.