Zusammenfassung Die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist einer der größten Anbieter von Beratungen in Bildung, Beruf und Beschäftigung. Neben der Beratung von arbeitslosen Personen adressiert das Beratungsangebot auch Personen, die sich beruflich orientieren oder (weiter-)entwickeln wollen. Seit der Corona-Pandemie kann das Beratungsangebot der BA auch im Format der Videoberatung in Anspruch genommen werden. Auch wenn diese Beratungen eine große Nähe zu Face-to-Face-Beratungen aufweisen, sind sie digital vermittelt. Der Beitrag untersucht mit Hilfe von quantitativen und qualitativen Befragungen von Beratungsfachkräften der BA, welche Erfahrungen mit Videoberatung gemacht wurden, welche professionelle Anforderungen und Herausforderungen die Beratenden dabei wahrnehmen und wie sie hierfür ihre Kompetenzen einschätzen. Die Ergebnisse zeigen ein relativ hohes Kompetenzempfinden, und es konnte einer Typologie von Videoberatenden der BA exploriert werden.
Die Corona-Krise stellt auch für die Volkshochschulen eine einschneidende Veränderung ihrer organisationalen Umwelt dar, die aufgrund der Kontaktbeschränkungen zu zeitweisen Schließungen, zu neuen Lernangeboten aber auch zu finanziellen Problemen geführt hat. Vor diesem Hintergrund geht der Beitrag der Frage nach, wie die Volkshochschulen mit diesen Herausforderungen umgehen und wie sie ihre Umgangsweisen nach außen kommunizieren. Zur Beantwortung dieser Frage wurden Vorworte aus Programmheften des Herbst-/Wintersemesters 2020/2021, die die Corona-Pandemie aufgreifen, mithilfe rekonstruktiver Verfahren analysiert. In den Ergebnissen zeigt sich, dass in den Vorworten auf organisationale Lern- und Entwicklungsprozesse verwiesen wird, die sich insbesondere auf die notwendige Digitalisierung sowie auf Veränderungen in der makrodidaktischen Programmplanungen beziehen.
Zusammenfassung Der Fokus der vorliegenden Untersuchung liegt auf der Weiterbildungsberatung, insbesondere auf dem Beratungswissen des Weiterbildungspersonals mit seinen verschiedenen Dimensionen. Um eine Eingrenzung zu erreichen, ist die Beratung als professionelle pädagogische Handlungsform Ausgangslage der Untersuchung. Auf Basis eines systematischen Literaturreviews werden Instrumente zur Erfassung von Beratungskompetenzen in Bildung, Beruf und Beschäftigung und in der sozialen Arbeit analysiert. Dabei untersuchen wir, inwiefern Beratungswissen in den Instrumenten konzeptualisiert und operationalisiert wird und ob diese für den Einsatz in der Weiterbildung geeignet sind. Hinsichtlich des Weiterbildungskontexts sind drei Instrumente prinzipiell einschlägig. Es zeigt sich aber, dass Wissen selten explizit erfasst wird. Forschungsdesiderate hinsichtlich der Operationalisierung des Beratungswissens von Weiterbildungspersonal werden diskutiert.
In der Replik wird das im Hauptbeitrag implizierte Verhältnis von Theorie und Praxis kritisch hinterfragt. Ausgehend von der Beschreibung struktureller Äquivalenzen beider Bereiche wird die Bedeutung ,rekonstruktiver Forschungskompetenzen‘ für professionelles Handeln in der Erwachsenenbildung reflektiert, die Potenziale der Verknüpfung rekonstruktiver Kursforschung und der Alltagspraxis des Lehrens diskutiert und die dafür relevante Einbindung didaktischer Handlungspraxen betont.
Summary Online counseling – formats, requirements, results The article provides an introduction to online counseling. On the one hand, we focus on the special features of digital communication media. On the other hand, three central formats with their characteristics and specifics are described – email, chat and forum counseling. Different research findings and perspectives of clients and counselors are brought together. Finally, we highlight some key future challenges.
In dem Beitrag werden die Einflusse der Digitalisierung auf Beratungen im Feld Beschaftigung und Weiterbildung reflektiert. Hierzu wird das systemische Kontextmodell arbeitsweltbezogener Beratung als Heuristik genutzt. Dies ermoglicht, Implikationen der digitalen Transformation auf der Ebene der Gesellschaft, der organisationalen Anbieter als Kontexte und der Kommunikationsprozesse als zentrale Handlungsform der Beratung zu skizzieren und diskutieren. Hieraus werden schlieslich erste Uberlegungen fur die Professionalisierung und die Forschung von Online-Beratungsangeboten in der Weiterbildung abgeleitet.
Beratung in der Weiterbildung wird wieder vermehrt gesellschaftliche und damit auch wissenschaftliche Bedeutung zugemessen, da sich Bedarfe nach Orientierungen und Entscheidungsunterstützungen erhöhen (vgl. Käpplinger und Maier-Gutheil 2015). Dies ist auch der Grund, warum sich die empirische und theoretische Auseinandersetzung mit dieser pädagogischen Handlungsform (vgl. Giesecke 2000, 87 ff.) in den letzten Jahren intensiviert hat, um Beiträge zur deren Professionalisierung zu leisten. Während Prozessverläufe von Beratungsinteraktionen mittlerweile häufig Gegenstand empirischer Studien geworden sind, wurden asynchrone, computervermittelte Weiterbildungsberatungen bislang noch nicht untersucht, wenngleich Konsens darüber herrscht, dass diese – nicht mehr neuen – Kommunikationsformen das gesellschaftliche Leben nachhaltig verändert haben. An diesem Forschungsdesiderat setzt der vorliegende Beitrag insofern an, als erstmalig E-Mail-Weiterbildungsberatungen empirisch analysiert werden. Auf Basis dieser Analysen konnten zwei Typen von E-Mail-Weiterbildungsberatungen mit zwei Prozessierungsmodi unterschieden werden. Die Ergebnisse zeigen, dass E-Mail-Weiterbildungsberatungen einerseits spezifische (medienpädagogische) Anforderungen für Beratende bereithalten und andererseits, dass die in diesem medienvermittelten Angebot liegenden Potenziale nicht immer hinreichend ausgeschöpft werden. Diese Befunde werden zum Anlass genommen, um die Notwendigkeit von entsprechenden medienpädagogischen Fortbildungen zu diskutieren.