Zur Prüfung der Strahlensensibilität des PlattenepithelCarcinoms des Collum uteri unter Einwirkung von Telekobalt wurde die Methode der Autoradiographie herangezogen. Bei 30 Patientinnen mit einem exophytisch wachsenden Tumor wurde vor der Bestrahlung und am 10. Bestrahlungstag bei einer Telekobalt-Dosis von etwa 1500 R Biopsiegewebe mit3H-Thymidin markiert und nach autoradiographischer Aufarbeitung mittels der deeping-Methode und Färbung der Gewebe der3H-Index bestimmt. Aufgrund der Veränderungen des Index wurden Verlaufsprognosen gestellt und in 78% aller Prognosen eine Übereinstimmung mit dem klinischen Verlauf erzielt. Aufgrund dieser hohen Treffsicherheit scheint uns der „3H-Thymidin-Test“ wegen der Objektivierbarkeit, der einfachen Durchführung und der hohen prognostischen Bedeutung ein gangbarer Weg zu sein, frühzeitig dem Problem der Therapie-Selektion und damit der Rezidivprophylaxe näherzukommen. Wir gewinnen wertvolle Zeit, unter gegebenen Umständen doch noch zu operieren und die Patientin zu retten, worauf die beiden Fälle, die bei schlechter Prognose einer Wertheimschen Totaloperation zugeführt wurden, hinweisen.