Gehalte an Germanium bzw. Kupfer im β-Titan-Niob-Mischkristall von Legierungen mit etwa 50 Gew.% Nb (Drähte 1,0 mm Ø) vermindern das kritische Magnetfeld Hc der binären Legierung um etwa 10 kG/% Ge bzw. 4 kG/% Cu. Aufgrund von Hc-Messungen kann angenommen werden, dass bei 700 °C unter 0,5% Ge bzw. über 1% Cu in der Matrix gelöst sind. Bei einem Gehalt von 2% Ge in 97% kalt-verformten Proben mit etwa 50% Nb erreicht Hc nach 250 h bei 400 °C 117,7 kG, bei einem Gehalt von 4% Ge nach 16 h bei 500 °C 119,4 kG. Der höchste Hc-Wert der nach 400 °C-Auslagerung untersuchten binären Legierungen (TiNb55 mit 117,5 kG) wird in diesen Fällen durch günstige Niobanreicherung in der Matrix überschritten. Die Löslichkeit von Germanium im β-Mischkristall ist bei 400 ° C sehr gering und Ti5Ge3 wird gebildet. Die kupferhaltigen Legierungen erreichen trotz dieser Niobanreicherung in der Matrix nicht die Hc-Werte der germaniumhaltigen Legierungen, da die Löslichkeit des Kupfers im β-Mischkristall höher ist als die des Germaniums. Zusätze von 2 At.% Sn, Ga, In, Fe, Mn, Cr, Al, Zr, Ag oder Ge vermindern in der genannten Reihenfolge abnehmend Hc von 97% kaltverformten und 10 h bei 400 ° C ausgelagerten 1 mm Ø Drähten der Legierung mit 50 Gew.% Nb, während durch einen Zusatz von 2 At.% Cu Hc gegenüber TiNb50 mit 114 kG nicht verändert wird und durch den Zusatz von 2 At. % Ni auf 116,1 kG ansteigt.