Die Atemwegssicherung im Notfall ist eine seltene, jedoch essenzielle notfallmedizinische Maßnahme mit direktem Einfluss auf Morbidität und Letalität von Notfallpatienten. Der Erfolg des Atemwegsmanagements hängt von verschiedenen Faktoren wie Patientenanatomie, Umweltaspekten sowie dem Durchführenden selbst ab. Dazu wird die Anwendung eines klar strukturierten Algorithmus zur Antizipation des schwierigen Atemwegs in Notfallsituationen dringend empfohlen. Unser Beitrag erläutert unterschiedliche Möglichkeiten der Atemwegssicherung im Rahmen eines strukturierten Algorithmus sowie Fallstricke und hilfreiche Tipps.
Abstract Background Equivocal data exist on whether noradrenaline during resuscitation from circulatory shock affects tissue mitochondrial respiration. Therefore, we examined the relation between myocardial mitochondrial respiration and plasma noradrenaline concentrations during continuous i.v. noradrenaline. Methods After anesthesia and (neuro)surgical instrumentation, pigs underwent two hours of subdural blood injection and subsequent systemic blood removal, followed by fluid resuscitation, re-transfusion of shed blood, and noradrenaline to maintain cerebral perfusion pressure at pre-shock levels. Before, immediately after the challenge, and after 48 h of resuscitation, we measured whole blood superoxide anion levels (electron spin resonance) and DNA strand breaks ("tail moment" in the comet assay), and plasma noradrenaline (HPLC/tandem mass-spectrometry), NOx (chemoluminescence), isoprostane and troponin (ELISA) concentrations. Immediate post mortem myocardial samples were analyzed for mitochondrial respiration (high-resolution respirometry for Complex I/II activity, oxidative phosphorylation, and maximal uncoupled electron transfer capacity) as well as β1-/β2-adrenergic receptor and mitochondrial complex I/II expression, and nitrotyrosine formation (immunohistochemistry). Results At 48 h of resuscitation, plasma noradrenaline concentrations were 200-fold those at baseline, while NOx levels had doubled. Myocardial mitochondrial respiration was unrelated to noradrenaline, NOx, or nitrotyrosine, but directly related to both the β1- and β2-adrenoceptor expression (oxidative phosphorylation: r = 0.466, p = 0.059 and r = 0.750, p = 0.0005, respectively; maximal uncoupled electron transfer capacity: r = 0.514, p = 0.035 and r = 0.772, p = 0.0003, respectively). Oxidative phosphorylation was inversely related to the plasma troponin-I levels (r = -0.479, p = 0.060). While plasma NOx levels correlated with plasma noradrenaline levels (r = 0.519, p = 0.033), whole blood superoxide anion levels and cardiac nitrotyrosine formation did not. Conclusions In a long-term, resuscitated porcine model of acute subdural hematoma and hemorrhage, plasma NOx levels correlated with noradrenaline plasma levels, whereas mitochondrial respiration and other markers of radical formation or oxidative/nitrosative stress were unrelated to noradrenaline concentrations. β-adrenergic receptor expression was also unrelated to noradrenaline, while mitochondrial respiration was directly related to both the β1- and β2-adrenoceptor expression. Our results suggest that the impaired mitochondrial respiration reported during septic shock for skeletal muscle may be absent in the heart during continuous i.v. noradrenaline for resuscitation from trauma-and-hemorrhage. Nevertheless, cardiac tissue injury is associated with reduced mitochondrial respiration.
Die früher als „Erste-Hilfe“ oder „Notfallambulanz“ bezeichneten Anlaufstellen in Krankenhäusern haben sich in den letzten 20 Jahren zu medizinischen Hochleistungsbereichen entwickelt und werden zunehmend als Notfallzentren oder Kliniken für Notfallmedizin bezeichnet. Parallel dazu sind die Anforderungen an die Versorgungsqualität und an die Qualifikation des ärztlichen Personals deutlich gestiegen. Während viele europäische Länder vor diesem Hintergrund eine eigenständige, 5‑jährige Facharztweiterbildung für Notfallmedizin etabliert haben, existiert in Deutschland bislang nur eine 2‑jährige Zusatz-Weiterbildung, die auf eine 5‑jährige, nicht primär notfallmedizinisch ausgerichtete Weiterbildung folgt und damit internationalen Standards nicht gleichwertig ist. Auf Basis einer systematischen Analyse nationaler und internationaler Weiterbildungsordnungen (inklusive Best-Practice-Modelle) sowie der Vorgaben der European Union of Medical Specialists (UEMS) wurde ein kompetenzorientiertes Curriculum entwickelt, das die spezifischen Anforderungen in Deutschland berücksichtigt und als Grundlage für die Inhalte einer Facharztqualifikation „Notfallmedizin“ dienen soll. Das Curriculum umfasst 174 kognitive, methodische und handlungsorientierte Kompetenzen, die im Rahmen einer 5‑jährigen Weiterbildungszeit mit spezifischen Rotationen erworben werden sollen. Es gewährleistet eine umfassende Qualifikation in klinischer Notfallmedizin. Die Einführung einer eigenständigen Facharztqualifikation „Notfallmedizin“ wird den zukünftigen Anforderungen an eine hohe Versorgungsqualität in Kliniken für Notfallmedizin gerecht und wird zur Attraktivitätssteigerung des Berufsbildes, verbunden mit einer internationalen Anerkennung, beitragen. Das Curriculum bietet eine fundierte Grundlage für die Diskussion zur Einführung dieser Weiterbildung in Deutschland.
Der Anschlag von Magdeburg im Dezember 2024 hat wertvolle Erkenntnisse für den Umgang mit Großschadensereignissen geliefert. Ein gut abgestimmtes Traumanetzwerk, eine sorgfältig entwickelte Krankenhausalarm- und -einsatzplanung (KAEP), intensive Schulungen sowie klare Führungs- und Dispositionsstrukturen waren entscheidend für die effektive Bewältigung der Lage. Das zugrunde liegende Konzept wurde interdisziplinär und interprofessionell unter Einbindung nationaler Experten der Sektion Einsatz‑, Katastrophen- und Taktische Chirurgie (EKTC) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. erarbeitet und von der Akademie Unfallchirurgie (AUC) in Schulungen vermittelt. Neben niederschwelligen Inhouse-Schulungen wurden spezifische Rollen wie der Zentrale Operative Notfallkoordinator (ZONK) und der Leitende Arzt der Sichtung (LArS) etabliert und regelmäßig trainiert. Die Erkenntnisse aus Magdeburg ergänzen die „lessons identified“ weltweiter terroristischer Anschläge und Großschadenslagen. Künftige Herausforderungen liegen in der konsequenten Umsetzung der Erkenntnisse, einschließlich struktureller und materieller Vorbereitung, verpflichtender allgemeiner Schulungen für alle Mitarbeitenden, spezifischer Kurse wie Terror and Disaster Surgical Care (TDSC®) für Schlüsselfunktionen (LArS, ZONK) sowie regelmäßig durchgeführter und von öffentlicher Hand finanzierter Teil- und Vollübungen. Gleichermaßen müssen insbesondere in dynamischen Lagen. etwa bei terroristischen Anschlägen, angepasste und agile Bewältigungsstrategien mit effizienteren Informations- und Kommunikationsmaßnahmen greifen, um einen sicheren Einsatz der Rettungskräfte sowie eine gute Patientenversorgung prä- und innerklinisch zu gewährleisten.