
Die Systemtherapie des operablen nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) hat sich durch die Integration der Immuntherapie grundlegend verändert. Darstellung des aktuellen Stellenwerts neoadjuvanter und perioperativer Therapiekonzepte beim resektablen NSCLC. Narrative Übersicht aktueller Phase-III-Daten, Leitlinienempfehlungen und praxisrelevanter Aspekte der interdisziplinären Therapieentscheidung. Bei Patientinnen und Patienten ohne therapieentscheidende EGFR- oder ALK-Alteration hat sich der Behandlungsstandard zunehmend von rein adjuvanten Strategien hin zu neoadjuvanten und perioperativen Konzepten verschoben. Die Kombination aus Platin-basierter Chemotherapie und Immuncheckpointinhibition verbessert pathologische Remissionsraten und ereignisfreies Überleben; für einzelne Konzepte ist inzwischen auch ein Gesamtüberlebensvorteil gezeigt. Voraussetzung für den sicheren Einsatz ist eine frühzeitige molekulare Testung sowie die interdisziplinäre Beurteilung von Resektabilität, funktioneller Operabilität, Tumorstadium, Rezidivrisiko und Toxizitätsakzeptanz. Biomarker wie PD-L1, pathologisches Ansprechen und perspektivisch zirkulierende Tumor-DNA können die Risikostratifikation ergänzen, ersetzen aber nicht die klinische Gesamtbewertung. Neoadjuvante und perioperative Chemoimmuntherapien sind zentrale Bestandteile der modernen Therapie des operablen NSCLC. Entscheidend bleibt die sorgfältige Auswahl geeigneter Patientinnen und Patienten im spezialisierten Tumorboard.
Rehabilitative Maßnahmen wie Physiotherapie, Trainingstherapie, Schulungen im Umgang mit der chronischen Erkrankung sind wesentliche Bestandteile der Therapie bei PatientInnen mit COPD. Evidenz der rehabilitativen und physiotherapeutischen Maßnahmen bei PatientInnen mit COPD. Erhebung der Studienanalyse von wissenschaftlichen Arbeiten und Expertenempfehlungen. Neben der Verbesserung der Symptomatik und Lebensqualität können prognostisch relevante Parameter wie die Leistungsfähigkeit und Muskelkraft verbessert werden sowie die Anzahl der Exazerbationsrate und Anzahl und Dauer der Spitalsaufenthalte. Wesentlich zur Verbesserung der Symptomatik wie Dyspnoe zählen Atemtherapie mit Mobilisation und Stärkung des Zwerchfells, entblähende Maßnahmen sowie die Sekretmobilisation.
Die LVRS bildet den Grundpfeiler der chirurgischen Therapie der COPD und resultiert in einer längerfristigen stabilen Funktionsverbesserung. Die folgende Übersicht stellt die Entwicklung sowie den aktuellen Stand der LVRS dar. Fokus liegt auf der Patientenselektion, dem perioperativen Management und dem Stellenwert der LVRS im Kontext endoskopischer Alternativverfahren. Abschließend werden wesentliche Aspekte der Lungentransplantation als letzte Therapieoption der COPD im Endstadium dargestellt.
Die Thorakoskopie in Lokalanästhesie (THSK in LA) wird in starrer oder semirigider Technik über einen kleinen thorakalen Zugang mit einem Durchmesser von 6–8 mm oder 2 4‑mm-Trokare unter milder Analgosedierung in Spontanatmung durchgeführt. Ziele der Methode sind die Abklärung von exsudativen Pleuraergüssen unklarer Ursache durch die Inspektion des Pleuraraumes, die Durchführung einer Pleurabiopsie oder die Durchführung einer Talkumpoudrage bei malignen Pleuraergüssen oder rezidivierenden Pneumothoraces. Die THSK in LA ist außerdem hervorragend geeignet, Pleuraempyeme im Stadium I und II zu behandeln. Die Methode kann aufgrund ihrer geringen Invasivität auch bei alten, multimorbiden Patienten eingesetzt werden. Ein Operationssaal und ein Anästhesieteam sind nicht erforderlich. Eine videoassistierte thorakoskopische Operation im Sinne einer „video assisted thoracoscopic surgery“ (VATS) in Relaxationsnarkose mit Doppellumentubus oder eine „non intubated VATS“ (NIVATS) sind für eine einfache Pleuraergussdiagnostik oder eine Talkumpoudrage nicht notwendig. Die THSK in LA ist hocheffizient, kostengünstig, sicher und Ressourcen sparend. Die Methode kann von interventionellen Pneumologen oder Thoraxchirurgen durchgeführt werden.
Die endoskopische Lungenvolumenreduktion stellt eine minimalinvasive Therapieoption bei Patient*innen mit fortgeschrittenem Emphysem dar, die trotz einer maximalen konservativen Therapie symptomatisch sind. Die endoskopische Ventiltherapie, deren Effektivität bei Emphysempatient*innen mit fehlender interlobärer Kollateralventilation in zahlreichen randomisiert kontrollierten Studien belegt werden konnte, ist mittlerweile im klinischen Alltag etabliert. Bei Patient*innen mit relevanter Kollateralventilation stehen ebenfalls endoskopische Therapien zur Verfügung, die jedoch aufgrund geringer Datenlage im Rahmen von Studien nach individueller Benefit-Risiko-Abwägung erfolgen sollten. Essenziell für den Erfolg jeder dieser Therapiemethoden sind die präzise Patientenselektion und die interdisziplinäre Indikationsstellung in einem Emphysemboard.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) zählt weltweit zu den führenden Todesursachen, bleibt jedoch häufig unterdiagnostiziert. Aktuelle Entwicklungen erweitern das Verständnis der COPD von einer rein spirometrisch definierten Erkrankung hin zu einem Kontinuum chronischer Atemwegserkrankungen. In diesem Spektrum beschreibt die Prä-COPD symptomatische Personen mit strukturellen oder funktionellen Veränderungen ohne nachweisbare Atemflussobstruktion, während PRISm eine heterogene Entität mit erhöhter kardiometabolischer Komorbidität, Mortalität und Progressionsrisiko darstellt. Bereits vor dem Auftreten einer Atemflussobstruktion können eine relevante Krankheitslast, Exazerbationen und Einschränkungen der Lebensqualität bestehen. Bildgebende Verfahren und sensitive Methoden zur Erfassung der kleinen Atemwege wie die Oszillometrie ermöglichen eine frühzeitige Risikoabschätzung über die Spirometrie hinaus. Diese Erkenntnisse unterstützen einen Paradigmenwechsel hin zu gezieltem Case Finding und multidimensionalen diagnostischen Ansätzen. Ziel ist eine frühere Detektion, präzisere Risikostratifizierung und individualisierte Therapie, um die Krankheitslast der COPD nachhaltig zu reduzieren.
Das kleinzellige Lungenkarzinom ist eine aggressive Tumorentität der Lunge und macht etwa 15
Im Rahmen der Novellierung des Landesnichtraucherschutzgesetzes Baden-Württemberg (LNRSchG BW) hat erstmals ein Bürgerforum an dem Gesetzgebungsprozess im Sinne einer dialogischen Bürgerbeteiligung mitgewirkt. Dieser Ansatz dient dazu, Bedürfnisse und den Erfahrungsschatz der Bevölkerung bei der Abwägung politischer Fragen zu integrieren. Der Prozess und die Ergebnisse werden in diesem Beitrag dargestellt. Das Bürgerforum empfahl eine deutliche Ausweitung des Nichtraucherschutzes in Baden-Württemberg über die im Gesetzesentwurf vorgesehenen Regelungen hinaus. Der Landtag in Baden-Württemberg hat das neue Gesetz am 04.02.2026 verabschiedet, es tritt am 01.08.2026 in Kraft.
Obwohl die gesundheitlichen Risiken des Passivrauchens wissenschaftlich unstrittig belegt sind, werden in Deutschland durch die Politik unter dem Einfluss von Interessensverbänden der Gastronomie und der Tabakindustrie weiterhin beträchtliche Lücken im Gesundheitsschutz von Nichtrauchenden und insbesondere auch von vulnerablen Risikogruppen gegenüber den Gefahren einer ungewollten Passivrauchbelastung zugelassen, wie am aktuellen Beispiel des Versuchs einer Novellierung des Landesnichtraucherschutzgesetzes in Baden-Württemberg unter erstmaliger Beteiligung eines Bürgerforums offen zutage tritt.
Aktuell liegen behandelbare Treiberalterationen beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) in weniger als der Hälfte der Erstdiagnosen vor. Identifikation und Ableitung von Handlungsempfehlungen erfordern ein umfassendes molekulargenetisches Verständnis und ein interdisziplinäres Zusammenspiel. Ziel dieses Übersichtsbeitrags ist es, die aktuellen zielgerichteten Systemtherapieoptionen beim metastasierten NSCLC mit Treiberalterationen übersichtlich darzulegen und Wirkungen sowie Nebenwirkungen kritisch zu beleuchten. Es erfolgte eine narrative Übersicht zulassungsrelevanter Studien sowie leitlinienbasierter Empfehlungen. Der Fokus dabei lag auf dem molekulargenetischen Verständnis der Treibermutationen und deren medikamentösen Beeinflussung. Die Treibermutationen in den dargestellten 9 Zielstrukturen kommen in unterschiedlicher Häufigkeit vor. Die Therapielandschaft hat sich von einer zielgerichteten Monotherapie hin zu einer Kombinationstherapie aus Tyrosinkinaseinhibitor mit bispezifischem Antikörper entwickelt. Wirkung und Nebenwirkungen müssen bei Auswahl der zielgerichteten Therapieoptionen genau bekannt sein und an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Die diagnostischen Aspekte und Behandlungsmöglichkeiten beim NSCLC haben in den letzten 20 Jahren beeindruckende Fortschritte erlebt. Neben der konventionellen Immunchemotherapie stehen im Zeitalter der personalisierten Medizin nach geeigneter molekularer Testung spezifische Inhibitoren und Antikörper zur Verfügung.
Das Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT (LDCT) ist eine neue bundesweite Früherkennungsmaßnahme für Personen mit hohem Lungenkrebsrisiko. Die Evidenz der großen Studien zeigt eine erhebliche Verschiebung hin zu früheren Tumorstadien bei der Erstdiagnose und damit eine deutliche Reduktion der lungenkrebsbedingten Mortalität. Das deutsche Programm, basierend auf der LuKrFrühErkV, umfasst eine mehrstufige Struktur mit Erstberatung/Eignungsprüfung und anschließender LDCT-Untersuchung in qualifizierten radiologischen Zentren. Die Befundung erfolgt nach standardisierten Kriterien (Lung-RADS). Gegebenenfalls werden vorgezogene Kontrollen oder eine umfassende Abklärung in einem Lungenkrebszentrum notwendig. Neben dem onkologischen Nutzen spielen das Management von Begleitpathologien und die Tabakentwöhnung eine wichtige Rolle. Pneumologinnen und Pneumologen übernehmen Schlüsselaufgaben in Erstberatung, interdisziplinärer Abklärung und Koordination der Therapie.
Die Niedrigdosiscomputertomographie (LD-CT) zur risikoadaptierten Lungenkrebsfrüherkennung wird ab 2026 für starke Raucher*innen und ehemalige Raucher*innen im Alter von 50 bis 75 Jahren als kassenärztliche Leistung in Deutschland angeboten werden. Dargestellt werden Evidenz, Risiken, Voraussetzung, Ablauf und Umsetzung des Lungenkrebsscreenings sowie aktueller Stand. Es erfolgen eine Zusammenfassung der aktuellen Daten und Berichte zur Lungenkrebsfrüherkennung sowie die Beschreibung der geplanten Umsetzung des Lungenkrebsfrüherkennungsprogramms. Die Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kommt nach der Auswertung randomisiert kontrollierter Studien zur risikoadaptierten Früherkennung des Lungenkarzinoms mittels LD-CT zum Ergebnis, dass das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, durch eine LD-CT-Untersuchung verringert werden kann. Die rechtliche Grundlage für den Leistungsanspruch auf diese Untersuchung im Rahmen des Lungenkrebsfrüherkennungsprogramms ist durch die Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung bereits gegeben. Die LD-CT-Untersuchung soll an ein verpflichtendes Angebot eines Rauchstopp-Programms gekoppelt sein. Mit dem Start der systematischen Lungenkrebsfrüherkennung mittels LD-CT als ein Meilenstein der Krebsvorsorge in Deutschland wird ab April 2026 zu rechnen sein. Ob das Screening-Programm den gewünschten Erfolg bringen wird, wird sich erst nach erfolgreicher, flächendeckender Einführung zeigen.
Beim metastasierten nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) fehlt bei einem Großteil der Patientinnen und Patienten eine therapierbare onkogene Treiberalteration. Während über viele Jahre die platinbasierte Chemotherapie den Behandlungsstandard darstellte, hat die Einführung der Immuncheckpointinhibition die Prognose dieser Erkrankung nachhaltig verbessert. Gleichzeitig ist die therapeutische Landschaft deutlich komplexer geworden. Ziel dieses Übersichtsbeitrags ist es, die aktuellen systemischen Therapieoptionen beim metastasierten NSCLC ohne Treiberalterationen strukturiert darzustellen, die zugrunde liegende Evidenz kritisch zu würdigen und praxisrelevante klinische Entscheidungsfragen einzuordnen. Es erfolgt eine narrative Übersicht randomisierter Phase-III-Studien, ausgewählter Metaanalysen sowie regulatorischer Zulassungen und leitlinienbasierter Empfehlungen. Der Fokus liegt auf Erstlinienstrategien, prädiktiven Biomarkern, Therapiesequenzierung und offenen klinischen Fragestellungen. Immuncheckpointinhibitoren bilden heute die Grundlage der Erstlinientherapie als Monotherapie bei hoher PD-L1-Expression oder in Kombination mit Chemotherapie bzw. dualer Immuncheckpointblockade unabhängig vom PD-L1-Status. Trotz konsistenter Überlebensvorteile bleibt das Therapieansprechen heterogen, und über PD-L1 hinaus fehlen robuste prädiktive Marker. Nach Versagen immunbasierter Erstlinienregime sind die etablierten Therapieoptionen begrenzt, wobei neue Wirkstoffklassen wie bispezifische Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate das therapeutische Spektrum perspektivisch erweitern könnten. Die optimale Therapie erfordert eine individualisierte Abwägung von Tumorbiologie, klinischer Situation und Therapiezielen. Zentrale offene Fragen betreffen die Erstlinienwahl bei hoher PD-L1-Expression, den Stellenwert kombinierter Immunstrategien, den Umgang mit Langzeitrespondern sowie innovative Ansätze nach Immuntherapieversagen.