
Diese retrospektive Studie zeigt, dass verlängerte OP-Zeiten mit einer höheren Rate von Infektionen im Wundgebiet sowie periprothetischen Infektionen assoziiert sind. 17,342 Patienten, die zwischen 2005 und 2016 mit einer Kniebzw. Hüfttotalendoprothese versorgt worden waren und ein Mindest-Follow-up von einem Jahr hatten, wurden in die Studie einbezogen. Die Rate von Infektionen im Wundgebiet selbst nach 90 Tagen lag bei 1,2 %, diejenige periprothetischer Infektionen nach einem Jahr ebenso bei 1,2 %. Bei Patienten, deren OP länger als 90 Minuten dauerte, verdoppelte sich das Risiko einer Infektion im Wundgebiet (2,1 %) oder einer periprothetischen Infektion (1,4 %) verglichen zu jenen, deren OP zwischen 60 und 90 Minuten dauerte (1,1 % respektive 0,7 %) bzw. bei 60 Minuten oder kürzeren OP-Zeiten (0,9 % respektive 0,7 %). Die Multivarianzanalyse zeigte, dass jede Erhöhung der OP-Zeit um 20 Minuten das Risiko einer Infektion im Wundgebiet nach 90 Tagen mit einer odds ratio von 1,346 und einer periprothetischen Infektion nach einem Jahr mit einer odds ratio von 1,253 erhöht. Relevanz für die Praxis
Rheumatic complaints can begin both after COVID infection and after one or more COVID vaccinations. In both cases, the mechanism seems to be similar and related to the coronavirus or its specific consequences. In most cases it is named reactive arthritis although the term COVID-19-associated arthritis is more likely to apply to the symptoms. In relation to the number of COVID-infected and COVID-vaccinated people, the number of cases of COVID-related symptoms is extremely low and the prognosis seems to be rather good.
ZusammenfassungBei kritisch kranken PatientInnen, die einer intensivmedizinischen Betreuung bedürfen, hat neben Inflammation, Medikation (zum Beispiel Glukokortikoide), Malnutrition und Vitamin-D-Mangel auch die Immobilisation besonders starke negative Auswirkungen auf Knochen- und Muskelstoffwechsel. Die Entkoppelung von Knochenresorption und -formation führt zu einem verstärkten Abbau von Knochenmasse und daher zu einer geringeren Belastbarkeit. Dies bedeutet bei erhöhtem Sturzrisiko ein gesteigertes Frakturrisiko, speziell bei der Remobilisation.Aus diesem Grund sollte trotz des akuten Geschehens nach der kardiorespiratorischen und neurologischen Stabilisierung der PatientInnen an die Frakturprävention gedacht werden. Eine Basismaßnahme ist die adäquate parenterale bzw. enterale Ernährung, wobei speziell auf ausreichende Zufuhr von Proteinen und Vitamin D zu achten ist. Wichtige Beiträge in der Protektion von Knochen und Muskel leisten ein gezieltes Training und eine frühzeitige Mobilisation. Auch wenn keine Osteoporosemedikamente für die Therapie bzw. Prävention der immobilisationsbedingten Osteoporose zugelassen sind, kann die Initiierung einer antiresorptiven Therapie mit Bisphosphonaten oder Denosumab im Sinne einer Einzelfallentscheidung während des Intensivaufenthaltes in Erwägung gezogen werden. Nach dem Aufenthalt auf der Intensivstation sollte das individuelle Frakturrisiko bestimmt und ggf. eine osteoporosespezifische Therapie eingeleitet werden. Die Fortsetzung der rehabilitativen Maßnahmen (progressives Training, Sturzprophylaxe) und die den jeweiligen Bedürfnissen entsprechende Supplementation von Vitamin D und Kalzium sind weitere wesentliche Bausteine in der Frakturprävention der Betroffenen nach ihrem Intensivaufenthalt.
Rheumatische Erkrankungen mit Erstmanifestation im Kindesalter können auch im Erwachsenenalter noch aktiv sein und sind mit körperlichen, funktionellen und sozialen Belastungen verbunden. Die meisten Patienten mit juveniler idiopathischer Arthritis benötigen eine Langzeitbehandlung und einen strukturierten Transitionsprozess für eine günstigere Prognose und ein besseres Langzeitoutcome. Günstige Zeitpunkte für die Transition sind Änderungen der Lebenssituation der Adoleszenten, wobei der Patientenwunsch und die individuelle Entwicklung zu berücksichtigen sind. Die Schwere der Erkrankung, die Selbstverantwortung und die Therapieadhärenz sollte den Zeitpunkt des Transfers wesentlich mit beeinflussen.