
Zusammenfassung Arnaldo Piutti entdeckte 1886 in Mutterlaugen aus Wickenkeimlingen das süß schmeckende (+)‐Asparagin – das von Pasteur vorausgesagte Spiegelbild des geschmacklosen (–)‐Asparagins. Mit seiner mühsamen Trennung und Analyse gelang Piutti die erste gustatorische Racematspaltung.
Zusammenfassung Der Artikel hinterfragt die Knallgasprobe als vermeintlich eindeutigen Wasserstoffnachweis. Als Alternative wird die Pd‐ZnO‐Indikatormatrix „HeCHT“ vorgestellt, die einen spezifischen, reversiblen und sicheren Wasserstoffnachweis in wässriger Lösung ermöglicht. Grundlage ist die katalytische Reduktion von Redoxindikatoren wie Thionin oder Methylenblau durch chemisorbierten Wasserstoff und deren Rückoxidation in Gegenwart von Luftsauerstoff. Die Spezifität wird durch systematische Tests mit verschiedenen Gasen belegt. Didaktisch führt das Konzept Lernende von der Problematisierung bis zur eigenständigen Herstellung des Nachweisreagenzes. In den Ausblicken werden weiterführende Anwendungen vorgestellt, etwa Katalysator‐Sachets zur Untersuchung von Sauerstoffdiffusion durch Kunststoffe sowie effektvolle „Wasserstoff‐Blue‐“ und „Red‐Bottle“‐Experimente mit Methylenblau oder Nilrot. Damit eröffnet der HeCHT neben einem präzisen Nachweis auch vielfältige Anknüpfungspunkte zu moderner Katalyse, Materialchemie und Fluoreszenzphänomenen im Chemieunterricht.
Bei der klonalen Räuberameise gibt es keine Königin. Stattdessen legen die Arbeiterinnen selbst die Eier und kümmern sich um die Larvenaufzucht – immer im Wechsel. Das zyklische Verhalten der Ameisenkolonie wird von den Larven selbst gesteuert: durch ein Pheromon, das ausschließlich die Larven abgeben und das die Reproduktionsfähigkeit der Arbeiterinnen unterdrückt, bis sich die Larven verpuppen [1].
Im Zuge des Klimawandels kommt es immer häufiger zu extremen Wetterlagen, auf die sich Pflanzen einstellen müssen. Eine Studie hat nun gezeigt, dass die Bäume im Amazonas‐Regenwald bei anhaltender Dürre das Spektrum der von ihnen abgegebenen flüchtigen Kohlenwasserstoffe verändern. Das kann langfristig wiederum das Klima beeinflussen.
Safran ist weit mehr als ein kostbares Gewürz: Hinter den feinen roten Fäden stecken eine eigenwillige Herbstblüte, Anwendungen in Medizin und Gastronomie und natürlich faszinierende Chemie. Der Beitrag folgt dem „Roten Gold“ vom Krokusfeld bis in Küche und Labor – und zeigt, warum Safran so teuer, so farbstark und ein beliebtes Ziel für Fälscher ist.
Coffein gehört zu den ältesten Genussmitteln und ist die am häufigsten konsumierte, pharmakologisch aktive Substanz. Es kann kein Zufall sein, dass verschiedene Kulturen unabhängig voneinander natürliche Coffeinquellen der Natur ausfindig machten und konsumierten. Inzwischen haben häufig stark gesüßte, coffeinhaltige Getränke die Welt erobert (Abbildung 1). Der Wunsch nach hygienisch einwandfreien Getränken könnte dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben. Während Coffein bei Erwachsen als harmloses Genussgift gilt, sollten Jugendliche diesen Stoff eher vorsichtig konsumieren.
Wissen Sie, welche Verbindung hier gesucht wird, die aufgrund ihres Geschmacks nach dem altgriechischen Wort πικρóς für bitter benannt wurde und dem/der/den Täter/Täterin/Tätern oder Täterinnen in “Mord im Pfarrhaus” zu einem falschen Alibi verhilft?
Zusammenfassung Die Isotopenverhältnis‐Massenspektrometrie (IRMS) ist ein etabliertes Verfahren zur Authentizitätsprüfung und Herkunftsbestimmung von Lebensmitteln. Durch hochpräzise Messung natürlicher Isotopenverhältnisse, insbesondere von Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff, lassen sich produktspezifische Signaturen identifizieren. Aus diesen Isotopen‐Fingerabdrücken gewinnen Forschende Rückschlüsse auf geografische und produktionstechnische Herkunft der Lebensmittel. IRMS dient unter anderem zum Nachweis von Verfälschungen wie Zuckerzusatz in Honig, zur Differenzierung von Produktionssystemen sowie zur Herkunftsanalyse eingesetzt.
Ein kurzer Mittagsschlaf kann das Gehirn offenbar in einen Zustand versetzen, der neues Lernen erleichtert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit 20 gesunden Erwachsenen, die entweder eine einstündige Mittagsruhe absolvierten oder eine ebenso lange Wachphase. Anschließend untersuchten die Forschenden die Plastizität des Gehirns, also seine Fähigkeit, neuronale Verbindungen anzupassen [1]
Wissen Sie, welches Element und seine geschmacksneutralen Salze nach ihrer leuchtend grünen Flammenfärbung benannt wurde und in Christies „Das fahle Pferd“ dem Auftragsmörder als Tötungsmittel diente?
In unserer Rubrik „Chemie unterwegs“ laden wir Sie diesmal ein zu einem Frühlingsspaziergang und suchen Antworten auf die Frage, wie die Zwiebeln der Frühblüher wie Schneeglöckchen, Narzissen oder Krokusse im Boden überdauern können. Entdecken Sie, wie faszinierend und vielfältig die chemischen Strategien dieser Pflanzen sind – und warum ihre Schönheit oft mit gefährlichen Wirkstoffen einhergeht.
Ein neues Ringmolekül aus reinem Kohlenstoff ist hinreichend stabil für spektroskopische Untersuchungen in Lösung – dank der Verkettung mit anderen Ringen.
An der 30. UN‐Klimakonferenz COP30 [1] in Belem (Brasilien) im November 2025 nahmen rund 50.000 Vertreter von 198 Vertragsstaaten teil. Es war das Ziel, umfassende globale Klimaschutzziele zu erreichen. Leider hatten trotz der sich zuspitzenden Klimakrise eine kleine, aber starke Gruppe von Öl‐Staaten starke Beschlüsse mit notwendigen umzusetzenden konkreten Maßnahmen verhindert, und die Länder konnten sich nicht einigen (Details in [1]). Die erhoffte Trendwende gegen den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO 2 ist ausgeblieben. Kleine Erfolge auf der COP30 gab es aber doch. Gestartet wurde ein neuer Fonds zum Schutz der Regenwälder.
Zusammenfassung Bei der Synthese von Metalloxiden aus molekularen Vorstufen entstehen unter bestimmten Bedingungen Metalloxid‐Cluster. Diese können entweder durch negative Oberflächenladungen (M–O − ‐Gruppen) oder (meist organische) Liganden stabilisiert werden. Strukturvergleiche zeigen, dass Oxo‐Cluster keine molekularen Modelle für Metalloxide sind. Die Koordinationspolyeder der Metalle sind auf verschiedenste Weise miteinander verknüpft, aber anders als in den jeweiligen Metalloxiden. Das führt sehr häufig zu komplexen Strukturen. Viele Cluster sind modular aufgebaut, lassen sich also gedanklich in kleinere Baugruppen zerlegen.
Zusammenfassung Die Zahl der Konsumenten von illegalen Drogen, die zu gravierenden psychischen und physischen Schäden führen, ist erschreckend hoch. Durch die hohe Nachfrage ist eine illegale Schattenwirtschaft entstanden. Dies rechtfertigt, sich mit diesen psychotropen Substanzen zu befassen. Nach einem kurzen Ausblick auf die Geschichte der biogenen Drogen wird auf die gesetzlichen Regelungen bei Drogen und die vielfältigen psychotropen Wirkungen eingegangen. Der Schwerpunkt liegt in dem Artikel bei Aufbereitung beziehungsweise Herstellung und Wirkung biogener (Cannabis/Marihuana/Haschisch, Kokain, Morphin/Opium), halbsyntheticher (Heroin, LSD) und vollsynthetischer (Cannabinoide, Opioide, Phenylalkylamine, Cathinone, Tryptamine, Benzodiazepine, Arylcyclohexylamine, GHB/GBL, Alkylnitrite) Drogen. Zunehmend kommen aber neue Drogen, die als Designerdrogen bezeichnet werden, auf den illegalen Drogenmarkt.
Cannabis geh & ouml;rt zu den & auml;ltesten Naturstoffen der Menschheit. Im 19. Jahrhundert war es ein in der westlichen Welt h & auml;ufig eingesetztes Arzneimittel. Die schwere Zug & auml;nglichkeit der Einzelstoffe verhinderte lange eine zielgerichtetere Anwendung. Das Verbot im 20. Jahrhundert machte die Cannabinoide zu einer illegalen Droge. Die Teillegalisierung in Deutschland seit 2024 k & ouml;nnte auch neue medizinische M & ouml;glichkeiten der nat & uuml;rlichen Cannabinoide aufzeigen. Die gesellschaftlichen Folgen eines steigenden Cannabiskonsums m & uuml;ssen beobachtet werden. Cannabis is one oft he oldest medicinal plants known to mankind. In the 19th century, it was a frequently used medicine in the western world. The difficult accessibility of the individual constituents prevented a more targeted application for a long time. Prohibition in the 20th century made cannabinoids an illegal drug. The partial legalization in Germany since 2024 could also open up new medical options for cannabis and cannabinoids. The social consequences of increasing cannabis consumption remain to be seen.
Ein ganzes Tal duftet nach Rosen und aus Abertausenden von Bl & uuml;ten entsteht ein & Ouml;l, das zu den kostbarsten Naturprodukten der Welt z & auml;hlt. Dieser Beitrag nimmt Sie mit ins bulgarische Rosental und zeigt, wie aus zarten Bl & uuml;tenbl & auml;ttern ein komplexer Duftstoff gewonnen wird (Abbildung 1). Zwischen Handarbeit im Morgengrauen, jahrtausendealter Destillationstechnik und moderner Analytik entfaltet sich die Chemie hinter dem Rosenduft.