
J. H. Gerth · A. Hansch · G. Teichmann · A. Reske · T. Wiech · H. H. Sigusch 1 Klinik für Innere Medizin II, Heinrich-Braun-Klinikum, Standort Zwickau, Zwickau, Deutschland 2 Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Heinrich-BraunKlinikum, Standort Zwickau, Zwickau, Deutschland 3 Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Heinrich-Braun-Klinikum, Standort Zwickau, Zwickau, Deutschland 4 Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallund Schmerzmedizin, Heinrich-Braun-Klinikum, Standort Zwickau, Zwickau, Deutschland 5 Institut für Nephropathologie, UniversitätsklinikumHamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland 6 Klinik für Innere Medizin I, Kardiologie, Heinrich-Braun-Klinikum, Standort Zwickau, Zwickau, Deutschland
Die seit fast 50 Jahren durchgeführte Studientagung der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN) ist das wichtigste Instrument kooperativer Forschung in der deutschen Kindernephrologie. Sie hat maßgeblich zur Verbesserung der klinischen Versorgung beigetragen und verstärkt die Zusammenarbeit der kindernephrologischen Zentren. Viele wichtige Publikationen belegen den Erfolg. Auch zukünftig werden gemeinsame Studien und Register den Kern der klinischen Forschung der Kindernephrologie – auch unter internationaler Beteiligung – bilden. Aufgrund steigender regulatorischer und finanzieller Hürden wird die Einwerbung von öffentlichen Drittmitteln noch wichtiger werden.
mittlerweile ist das Versorgungs strukturgesetz der Bundesregie rung in Kraft getreten, und die einzelnen KVen sind aktiv in der Planung der Umsetzung der Möglichkeiten, die sich durch das Gesetz ergeben. Erfreulich ist, dass manche KVen auf die regio nalen Berufsverbände zugehen und zusammen mit ihnen über legen, wie die zukünftige Gestal tung der Möglichkeiten für mög lichst alle Betroffenen verträglich durchgeführt werden kann. Hier heißt es aber auch, zukünftig wachsam zu bleiben und frühzei tig auf problematische Entwick lungen zu reagieren. Ein weiteres Gesetz, das im Januar in einem ersten Entwurf veröffentlicht wurde, ist das Pa tientenrechtegesetz. An diesem Entwurf wird es nach den ers ten Reaktionen sicher noch Ver änderungen geben. Vorgesehen ist zurzeit für uns Ärzte relevant eine umfassende Aufklärung und Dokumentation. Gemessen wer den die ärztlichen Tätigkeiten am Facharztstandard. Damit sind auch die Tätigkeiten der Ärztin nen und Ärzte in Weiterbildung abgebildet. Wenn nun, wie von der Opposition gefordert, die Beweislastumkehr bei Behand lungsfehlern noch stärker in den Vordergrund tritt, dann muss für die unumgänglich umfangrei chere Dokumentation auch der notwendige Zeitfaktor Berück sichtigung finden und angemes sen vergütet werden, sonst läuft das Hamsterrad, in dem wir uns bewegen, nur noch schneller. Die Qualitätssicherungsricht linie Dialyse wird nach der aktuel len Studienlage überarbeitet wer den müssen. Besonders die aktu ellen Grenzen für die Hämoglo binwerte können nun nicht mehr akzeptiert werden. Da wir in der nephrologischen Versorgung tä tigen Ärztinnen und Ärzte aber gerade mit dem weltweit ziem lich einmaligen Projekt der Qua litätssicherung in der Dialyse ge zeigt haben, dass eine sanktions bewehrte Dialysequalität den be handelten Patienten nutzt und mit einem für Industrieländer ausgesprochen niedrigen Kos tenfaktor bewerkstelligt werden kann, sollten wir auch zukünftig daran interessiert sein, dass drei oder vier sinnvolle Qualitätsin dikatoren in die Dokumentation eingehen. Extrakorporale Therapiever fahren sind Teil der Regelversor gung Nephrologie. Daher müs sen wir nephrologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte auch da für Sorge tragen, dass es so bleibt. Falls Sie gegenteilige Aktivitäten in Ihrem Umfeld wahrnehmen, sollten Sie Ihre Sektion rechtzei tig davon unterrichten. Helfen Sie alle mit und brin gen Sie Ihre guten Ideen ein, da mit die Nephrologie weiter ein le bendiges Fach in Forschung, Kli nik und ambulanter Versorgung bleibt. Ihr
Chronisch nierenkranke Patienten weisen, zunehmend mit dem Grad der Niereninsuffizienz, ein relativ hohes Risiko für geriatrietypische Probleme wie Frailty auf. Diese gehen mit einer schlechteren Lebensqualität und erhöhter Morbidität und Mortalität einher und sind deshalb behandlungsrelevant. Um diese zu erkennen, stehen an erster Stelle ein geriatrisches Screening und, falls dieses positiv ausfällt, ein mehrstufiges Assessment, um Defizite und Ressourcen zu eruieren und evaluieren. Je nach Situation bieten sich inzwischen unterschiedliche rehabilitative Möglichkeiten in der Akutklinik und in der geriatrischen Rehabilitationsklinik sowohl stationär als auch ambulant an. Allen gemeinsam ist, ggf. neben der Therapie der Akuterkrankung eine strukturierte Behandlung in einem multidisziplinären geriatrischen Team durchzuführen. Erste Ergebnisse zeigen, dass chronische nierenkranke Patienten, unabhängig vom Stadium ihrer Niereninsuffizienz, in ähnlichem Ausmaß von solchen rehabilitativen Maßnahmen profitieren wie nierengesunde.
QR-Codescannen&Beitragonline lesen Na+und K+-Homöostase sind eng miteinander verbunden und essenziell für das Überleben des Organismus. Sie basieren auf der Fähigkeit der Niere, die Ausscheidung von Na+ und K+ an deren Aufnahme mit der Nahrung anzupassen, umdenNa+und K+-Bestand des Körpers konstant zu halten. Dieser Artikel skizziert die zentrale regulatorische Rolle des epithelialen Natriumkanals (ENaC) für die renale Na+und K+-Ausscheidung und erläutert pathophysiologische Konsequenzen einer gestörten ENaC-Funktion.
Nach wie vor sind die mit der Peritonealdialyse auftretenden Komplikationen (insbesondere infektiöse Komplikationen) die Hauptursache für einen Verfahrenswechsel. Präoperativ können durch korrekte Planung von Katheteranlage, Implantationsort und chirurgischem Vorgehen viele im Verlauf potenziell auftretende Komplikationen reduziert werden. Vorbestehende Hernien können zeitgleich mit der Katheteranlage behoben werden. Dialysatverfärbungen müssen abgeklärt werden. Katheterdysfunktionen können in der Regel durch mechanische Manipulationen behoben werden, nur selten ist eine chirurgische Korrektur erforderlich. Die Inzidenz der enkapsulierenden Peritonealsklerose (EPS) als eine der schwerwiegendsten Komplikationen hat durch verschiedene Maßnahmen (insbesondere die Aufmerksamkeit der Behandler*innen) abgenommen. Infektiöse Komplikationen (Exit-Site-Infekte, Peritonitiden) müssen konsequent behandelt werden und können durch strukturierte Patientenschulungen (durch dafür qualifiziertes Pflegepersonal) reduziert werden.
In der Hypertensiologie hat es in den letzten 10 Jahren ganz erhebliche Diskussionen bezüglich der Blutdruckzielwerte und des präferenziellen medikamentösen Therapieschemas gegeben. Zuletzt haben sich nun die großen europäischen und amerikanischen hypertensiologischen und kardiologischen Fachgesellschaften auf neue Leitlinien festlegen können. Jetzt sind auch die spezifisch auf die Therapie von hypertensiven CKD(„chronic kidney disease“)-Patienten ausgerichteten Therapieleitlinien des KDIGO(Kidney Disease: Improving Global Outcomes)-Netzwerkes aktualisiert worden. Hierbei sind insbesondere 2 Aspekte neu und von besonderer Tragweite. Erstens werden in den neuen KDIGO-Leitlinien niedrige Blutdruckwerte (< 120 mm Hg systolisch) als Therapieziel festgelegt. Zweitens wird explizit betont, dass ein so engagiertes Therapieziel nur unter Zuhilfenahme von genau standardisierten Blutdruckmessungen zur Diagnostik und Verlaufskontrolle angestrebt werden darf, d. h. die „Routinemessung“ kann nicht angewendet werden.
Das Volumenmanagement stellt eine wesentliche Herausforderung bei der Behandlung von Peritonealdialyse(PD)-Patienten dar. Das unzureichende Volumenmanagement mit Volumenüberladung ist mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko, Risiko für Hospitalisierung und Tod assoziiert. Die Leitlinien der International Society for Peritoneal Dialysis (ISPD) empfehlen daher die Evaluation und Kontrolle des Volumenstatus. Eine einheitliche Definition für eine Volumenüberladung gibt es nicht. Entsprechend variabel sind die Untersuchungsmethoden zur Erfassung und Einschätzung des Volumenstatus des PD-Patienten. Diese umfassen körperliche Untersuchung, sonographische Methoden, Bioimpedanz und Bewertung von laborchemischen Surrogatparametern. Ein Nachweis, dass ein Volumenmanagement anhand einer dieser Methoden als interventioneller Ansatz zur Verbesserung des Outcomes des Patienten führt, konnte bisher nicht eindeutig erbracht werden. Dennoch wird ein euvolämer Volumenstatus als Ziel der Dialysetherapie durch die Leitlinien empfohlen. Maßnahmen zur Steuerung des Volumenstatus umfassen Dialyseregime, Evaluation der Nierenrestfunktion und diuretische Therapie, Patientenschulung und Behandlung von Begleiterkrankungen. Da die Ultrafiltration von den peritonealen Eigenschaften abhängt, erfordert die Anpassung der Dialyse und Begleittherapie einen individualisierten, patientenorientierten Ansatz unter Einbindung des Patienten, der Pflege und des Patientenumfelds.
die wichtigste Aufgabe in der ambulanten nephrologischen Praxis ist die Betreuung von Patienten mit progredienten chronischen Nierenerkrankungen. So unterschiedlich dieGründe für das Fortschreiten einerNierenschädigung sind,wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder eine immunologische Schädigung des Nierengewebes, so unterschiedlich sind auch die Maßnahmen zur Verlangsamung der Progression. Sie reichen von Immunsuppression über Blutdruckkontrolle bis hin zur Korrektur des Säure-Basen-Haushalts oder zu diätetischen Maßnahmen wie z. B. der Eiweißrestriktion. Die Effektivität, aber auch die Praktikabilität dieser diätetischen und therapeutischen Eingriffe im Alltag der Patienten unterscheiden sich teils erheblich. Im vorliegenden Heft von Der Nephrologe werden einige der uns derzeit zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Progressionsverlangsamung bei chronischer Niereninsuffizienz und deren Pathomechanismen diskutiert.
Hintergrund. Die hohe Salzaufnahme ist weltweit einederwichtigstenUrsachen für eine Erhöhung des arteriellen Blutdrucks. Diese Beziehung gilt v. a. für ältere Patienten. Der erhöhte Blutdruck wiederum ist eine der wichtigsten Ursachen für die kardiovaskuläreMorbidität undMortalität, und somit liegt die Vermutung nahe, dass ein erhöhter Salzkonsum ein Risikofaktor fürkardiovaskuläreErkrankungenist. Inder Tat konnte dies in einigen Kohortenstudien nachgewiesen werden. Diese Assoziation konnte jedoch nicht in allen Studien nachgewiesenwerden, undeinige Studien zeigtensogar, dass einezugeringeSalzaufnahme mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert sein kann. Allerdings weisen Kohortenstudien zur Klärung dieser Frage viele methodische Schwächen auf, die die Aussagekraft einschränken. So könnte die erniedrigte Salzaufnahme bei Patienten mit bereits bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen auch auf eine ärztliche Empfehlung oder eine durch die Erkrankung verringerte Nahrungsaufnahme begründet sein. In diesemFallewäredieKausalität entgegengesetzt:DiekardiovaskuläreErkrankung ist Auslöser des verringerten Salzkonsumund nicht umgekehrt (reverse Kausalität). Auch dieMessungderNatriumaufnahme ist fehleranfällig und kann zu einer Verfälschung des Ergebnisses führen. Deswegen wurde nun in einer sorgfältig geplanten Kohortenstudie dieser Zusammenhang erneut untersucht.
Hematuria is a common symptom in patients with acute and chronic diseases of the kidneys and the urinary tract. Many studies have shown that isolated asymptomatic microhematuria is a risk factor for the development of chronic kidney disease, especially in cases of a glomerular origin. It therefore necessitates in every case further diagnostics to limit the underlying disease and to be able to make prognostic estimates and also treatment decisions. The diagnostic approach should consider additional renal and extrarenal symptoms, the patients' age and the availability of advanced investigation methods. A balance must be found between the expected gain in knowledge and the risks associated with the applied methods. Particularly in children, attention should be paid to less invasive examinations and the avoidance of exposure to radiation, whenever possible. This article describes the diagnostic methods, which are generally used for the clarification of hematuria in children.
ANCA(antineutrophile zytoplasmatische Antikörper)-assoziierte Vaskulitiden sind durcheineEntzündungder kleinenGefäße charakterisiert, die mit einer extravaskulären Inflammation samt Gewebeschaden einhergeht und letztlich in einen lebensbedrohlichen Funktionsverlust des betroffenen Organs münden kann [1]. Unter dem Begriff der ANCA-Vaskulitiden werden die folgenden 3 Entitäten zusammengefasst: – Granulomatose mit Polyangiitis (GPA), – mikroskopische Polyangiitis (MPO), – eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA).