
Zusammenfassung Dieser Fallbericht beschreibt eine 76-jährige Patientin, die mit der Diagnose „akute Lumbalgie bei chronisch-rezidivierender Dorsalgie“ zur Physiotherapie überwiesen wird. Während die initialen Schmerzen im lumbosakralen Übergang unter konservativer Behandlung abklingen, entwickelt die Patientin im Therapieverlauf neue Schmerzen im thorakolumbalen Übergang. Diese verändern sich im weiteren Verlauf von dumpf-ziehend zu kolik- bzw. krampfartig, ähnlich einer früheren Nierenkolik. Aufgrund dieser signifikanten Veränderung des Schmerzcharakters unterbricht der Physiotherapeut die Behandlung und verweist die Patientin zur ärztlichen Abklärung. Die nachfolgende Untersuchung zeigt eine Mikrohämaturie und identifiziert mittels Ultraschalls kleine Nierensteine als Ursache der Beschwerden.
Im Rehabilitationsprozess nach einer Unterschenkelamputation spielt die Physiotherapie eine zentrale Rolle, insbesondere bei Entscheidungen zur Prothesenanpassung und zur Wahl prothesenspezifischer Komponenten. Die Kombination empirischer Erfahrung und objektiver Werte klinischer Assessments ermöglicht eine verbesserte Entscheidungsfindung und prognostische Einschätzung. Es existiert kein einzelner Test, der alle physischen Bedürfnisse von Patient*innen mit einer Unterschenkelamputation abdeckt, weshalb eine Kombination verschiedener Assessments erforderlich ist. Besonders wichtig sind dabei die frühzeitige Einschätzung des Mobilitätspotenzials (z. B. mit dem Amputee Mobility Predictor/AMP), die Ergebnismessung im Langzeitverlauf (z. B. mit dem Sechs-Minuten-Gehtest oder dem Timed Up and Go Test) sowie die Beurteilung des Sturzrisikos (z. B. mit dem Four Square Step Test). Zusätzlich werden Fragebögen wie der Locomotor Capabilities Index-5D (LCI-5D) und die Patient Specific Functional Scale (PSFS) eingesetzt, um die subjektive Mobilität und individuelle Probleme zu erfassen. Die objektive und standardisierte Durchführung dieser Assessments ermöglicht eine transparente und evidenzbasierte Rehabilitation, fördert die Motivation der Patient*innen und erleichtert die Kommunikation im interdisziplinären Team
Der mimische Ausdruck von Schmerz spielt eine zentrale Rolle in der nonverbalen Schmerzkommunikation und ist insbesondere bei Patient*innen mit eingeschränkter Sprachfähigkeit diagnostisch von Bedeutung. Typische Merkmale sind zusammengekniffene Augen, zusammengezogene Augenbrauen, eine angehobene Oberlippe sowie ein geöffneter Mund. In der Physiotherapie spielt die bewusste Beobachtung dieser Gesichtsausdrücke eine entscheidende Rolle, um Schmerz insbesondere bei Patient*innen mit eingeschränkter Sprachfähigkeit zu erkennen, Therapieziele anzupassen und eine angemessene Schmerzbehandlung zu unterstützen.
Muskuloskelettale Beschwerden können durch Belastungsfaktoren bei der Bildschirm- und Büroarbeit ausgelöst oder verstärkt werden. Primäres Ziel dieser Pilotstudie war es, die eingesetzte Methodik auf Praktikabilität hin zu überprüfen, um muskuloskelettale Beschwerden beim mobilen Arbeiten im Homeoffice zu erheben und mit Ergebnissen von stationären Büroarbeitsplätzen im Betrieb zu vergleichen. Bei Beschäftigten eines lokalen Großunternehmens, die entweder überwiegend im Homeoffice oder überwiegend am stationären Bildschirmarbeitsplatz im Betrieb tätig waren, wurden sensorgestützt Bewegungs- und Körperhaltungsdaten erhoben. Beschäftigte beider Gruppen absolvierten zudem Funktionstests und wurden mithilfe eines standardisierten Fragebogens zu ihrem Gesundheitszustand und den ergonomischen Arbeitsplatzbedingungen befragt. Insgesamt nahmen 17 Beschäftigte an der Studie teil, 10 arbeiteten im Homeoffice und 7 im Betrieb. Im Homeoffice wurde oft kein ergonomischer Bürostuhl verwendet. Damit zusammenhängend waren Oberkörperhaltungen während der Arbeit im Homeoffice sehr häufig (94,2%) in nicht neutralen Positionen. Dies kann bei fehlender Entlastung, z. B. durch Abstützung, mit erhöhten Wirbelsäulenbelastungen verbunden sein. Es hat sich gezeigt, dass Beschäftigte der Gruppe „Homeoffice“ teilweise über eine ungünstigere ergonomische Ausstattung verfügten und ihren Gesundheitszustand teils schlechter bewerteten als Beschäftigte der Gruppe „Büro“. Die eingesetzte Methodik wurde mit einer kleinen Stichprobe auf Praktikabilität hin überprüft. Aus den Ergebnissen lassen sich erste Hinweise zu Präventionsschwerpunkten im Homeoffice ableiten und die Vorgehensweise für Untersuchungen mit mehr Proband*innen spezifizieren. Physiotherapeut*innen können mit ihrer Kompetenz in diesem Feld wichtige Beiträge leisten. Die eingesetzte Methodik ist praktikabel und kann zur Untersuchung von muskuloskelettalen Beschwerden an Büroarbeitslätzen eingesetzt werden. Dies bezieht sich sowohl auf mobiles Arbeiten im Homeoffice als auch auf stationäre Arbeitsplätze im Betrieb.
Die 9-j & auml;hrige Lena ist durch ihre Kopfschmerzen in einigen Aktivit & auml;ten sehr eingeschr & auml;nkt. In der Physiotherapie erweisen sich kindgerechte Assessments als hilfreich, um Lenas Kopfschmerzen richtig einzusch & auml;tzen. Lena lernt anhand Materialien, die eigens f & uuml;r Kinder entwickelt wurden, & bdquo;Boss" & uuml;ber ihren Schmerz zu werden und ihrem K & ouml;rper wieder mehr zu vertrauen. Am Ende erreicht sie ihr Ziel, mit ihrer Clique wieder zur Schule radeln zu k & ouml;nnen.
Schmerzverarbeitung und Schmerzausdruck sind individuell und werden durch soziale, kulturelle und psychologische Faktoren beeinflusst. Eine kultursensible Physiotherapie ist die Voraussetzung f & uuml;r eine wirkungsvolle Therapie und eine stabile therapeutische Beziehung. Wissen & uuml;ber den unterschiedlichen Umgang mit Schmerzen in verschiedenen Kulturen unterst & uuml;tzt dabei, Vorurteile abzubauen und therapeutisches Handeln anzupassen.
Der Spannungskopfschmerz ist die h & auml;ufigste prim & auml;re Kopfschmerzform weltweit. Trotz meist moderater Schmerzintensit & auml;t f & uuml;hrt seine hohe Pr & auml;valenz zu einer erheblichen gesundheitlichen, sozialen und & ouml;konomischen Belastung. Die Therapie erfordert ein multimodales, personenzentriertes Management, in dem die Physiotherapie eine zentrale Rolle spielt. Zu den evidenzbasierten Interventionen geh & ouml;ren strukturierte Edukation, gezielte Bewegungstherapie, Manuelle Therapie, Entspannungsverfahren und Lebensstilmodifikationen.