
Abstract To meet the twin challenges of decarbonisation and digitalisation without sacrificing global competitiveness, Europe must update its economic playbook. This paper argues that the EU should avoid further ad hoc crisis measures and instead develop a rule-based “transformation policy” that reconciles ordoliberal market discipline with a strategic industrial policy. Drawing on a wide range of theoretical and empirical literature and considering experience in the US, China, and Europe, we hypothesise that long-term competitiveness hinges on aligning industrial policy instruments with the following five safeguards that curb capture and knowledge failures: (1) rule-bound consistency, (2) market-based long-termism, (3) contestability, (4) proportionality, and (5) transparency and accountability. When these conditions are met, targeted public support could help foster new comparative advantages while preserving open markets and limiting fiscal risk. This framework provides policymakers with a yardstick for sustainable interventions.
Zusammenfassung Mithilfe von Leitzins- und Liquiditätsanpassungen kann die Geld- und Währungspolitik Einfluss auf nominale Wechselkurse und die Entwicklung des inländischen Preisniveaus nehmen, die ihrerseits wiederum den realen effektiven Wechselkurs und damit die Preis- und Kostensituation im internationalen Vergleich bestimmen. Aktive geldpolitische Maßnahmen wie Leitzinsänderungen oder Quantitative Easing können zwar kurzfristige Wettbewerbsimpulse setzen, ihre langfristige Wirkung bleibt jedoch begrenzt und schwer steuerbar. Der Beitrag zeigt, dass die Effektivität solcher Maßnahmen stark vom institutionellen Kontext und der Offenheit der Volkswirtschaft abhängt. Für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit sind vor allem strukturelle Faktoren wie Innovationskraft, Produktivität und stabile makroökonomische Rahmenbedingungen entscheidend. Der Beitrag betont daher die Bedeutung regelgebundener Geldpolitik, Zentralbankunabhängigkeit und koordinierter Wirtschaftspolitik innerhalb von Währungsräumen.
Zusammenfassung Im Kontext geopolitischer Veränderungen wie etwa dem Aufstieg neuer Wirtschaftsmächte, aber auch der US-amerikanischen Abkehr vom liberalen Internationalismus hat sich das Umfeld für die Außenwirtschaftspolitik der Europäischen Union (EU) sowie die Unternehmen in der EU signifikant verändert. Vor diesem Hintergrund entwickelt dieser politikwissenschaftliche Beitrag eine Forschungsagenda und einen konzeptuellen Rahmen zur Beantwortung von zwei Fragen: Erstens, ob die EU an der bisherigen Ausrichtung ihrer Außenwirtschaftspolitik festhält oder diese neu ausrichtet; zweitens, wie sich diese Veränderungen auf die politische Rolle von Unternehmen auswirken. Während die erste Frage bereits zu einer umfassenden Forschungsaktivität hinsichtlich einer veränderten globalen Rolle der EU führt, bleiben die bisher vorliegenden Studien weitgehend zentriert auf die politische Arena, sodass insbesondere die zweite Frage hinsichtlich der Rolle von Wirtschaftsakteuren neue Perspektiven eröffnet. Der Beitrag umreißt zunächst den veränderten internationalen Kontext und entwickelt dann auf der Grundlage relevanter Sekundärliteratur einen konzeptuellen Rahmen, der das Zusammenwirken der Internationalen Wirtschaftsordnung, der gewählten Strategie in der Außenwirtschaftspolitik sowie der politischen Rolle von Unternehmen analytisch erfasst. Dabei wird eine Abkehr vom liberalen Paradigma als geoökonomische Wende konzeptualisiert und erörtert, was in diesem Kontext unter einer geopolitischen Unternehmensverantwortung verstanden werden kann. Die durch bereits vorhandene Sekundärliteratur informierte Auswertung jüngst von der EU verabschiedeten außenwirtschaftlichen Maßnahmen zeigt, dass die EU-Außenwirtschaftspolitik vereinzelt durchaus eine dezidiert geoökonomische Ausrichtung verfolgt und damit für Unternehmen und Wirtschaftsverbände die Frage aufwirft, ob sie diese Neuausrichtung unterstützen. Die vorläufigen Befunde zur Positionierung von Unternehmen bzw. Wirtschaftsverbänden in Konsultationen zu geoökonomischen Vorhaben der EU deuten darauf hin, dass Unternehmen in Abhängigkeit von ihrem Geschäftsmodell und der Struktur der Wertschöpfungskette geoökonomische Maßnahmen nur bedingt unterstützen und durchaus kritisch sehen. Fördermaßnahmen für die in der EU ansässige Industrie finden dabei höhere Zustimmung als sanktionierende Maßnahmen. In der Unternehmenspraxis und öffentlichen Kommunikation scheinen geopolitische Motive vor allem dann eine Rolle zu spielen, wenn wie im Falle des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine der gesellschaftspolitische Druck entsprechend hoch ist. Der Beitrag zieht das Fazit, dass die Rolle von Unternehmen in der weiteren Ausgestaltung, aber insbesondere auch der Umsetzung einer geoökonomischen Agenda, aus einer polit-ökonomischen Perspektive noch mehr Aufmerksamkeit in der sozialwissenschaftlichen Forschung verdient.
Abstract This article examines the expanding role of behavioural remedies in competition law enforcement and the institutional tensions this creates between antitrust and regulation. The difficulty arises when remedies are expected not only to bring unlawful conduct to an end, but also to restore competitive conditions, preserve contestability, or prevent market tipping over time. Building on a typology of remedy design, the article identifies a continuum ranging from one-off injunctions to positive obligations whose implementation extend over time and increasingly resemble regulatory intervention. In dynamic markets, rigid remedies may quickly become ineffective or counterproductive. Yet remedies that remain open to ongoing discretionary revision risk turning competition authorities into de facto regulators. The article therefore argues for a bounded form of adaptability: behavioural remedies should be revisable only within predefined substantive and procedural limits, linked to the original theory of harm. By distinguishing bounded adaptability from open-ended flexibility, the article clarifies the frontier between competition law enforcement and regulatory governance. In doing so, it contributes to current debates on the proper institutional scope of antitrust.