
Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Pflege, doch die Frage bleibt, ob eine solche Technologie auch nützt. Der Beitrag verschiebt den Blick auf das Wie: Ein Vokabular aus Human-in-the-Loop, Human-on-the-Loop, Human-out-of-the-Loop sowie Augmented und Hybrid Intelligence zeigt, wann Menschen tatsächlich wirksam eingebunden sind – und dass dasselbe Werkzeug je nach Gestaltung unterschiedliche Folgen haben kann. Daraus ergeben sich Konsequenzen für Praxis, Wissenschaft, Bildung und Führung. Offen bleibt vor allem: Wer gehört in den Regelkreis, und wer darf widersprechen?
Performance Management in der Pflege verbindet Leistungsanforderungen mit Kompetenzentwicklung, Feedback und beruflichen Perspektiven. Der Beitrag betrachtet individuelle Kompetenzen, Motivation und organisationale Rahmenbedingungen als Einflussgrößen auf die Leistung. Ein praxisorientiertes Regelkreismodell führt Ziele, Kompetenzmanagement, Performance, Feedback, Kennzahlen und Talententwicklung zusammen. Performance Management wird dabei als fortlaufender Prozess verstanden, der neben der individuellen Entwicklung auch Führung und Arbeitsorganisation einbezieht.
Reflexion gehört zu den zentralen Bestandteilen professioneller Pflegeausbildung. Lernende sollen pflegerische Situationen wahrnehmen, fachlich einordnen und ihr eigenes Handeln begründet reflektieren. Gerade in heterogenen Lerngruppen zeigt sich jedoch, dass viele Auszubildende Schwierigkeiten haben, abstrakte Reflexionsmodelle sicher anzuwenden. Kommunikation, Teilhabe und Beziehungsgestaltung geraten dabei häufig in den Hintergrund. Das SPIKE-Modell versteht sich als ein möglicher didaktischer Ansatz, dieser Herausforderung zu begegnen. Es bietet eine sprachsensible und handlungsorientierte Struktur, mit der Lernende Pflegesituationen Schritt für Schritt reflektieren können. Dabei versteht sich das Modell nicht als starres Reflexionsschema, sondern als strukturierende Orientierungshilfe.
Im vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention geförderten Modellprojekt „Pflege 2030“ wurden im Korian Haus Karlsfeld zehn Technologien zur Entlastung der Pflege im laufenden Betrieb eingeführt und evaluiert, darunter KI-gestützte Anwendungen und robotische Systeme. Im „Zukunftslabor“ kamen fünf weitere, noch nicht marktreife Technologien hinzu. Zudem wurden auf Grundlage des Personalbemessungsverfahrens (PeBeM) neue Arbeitsprozesse und zusätzliche Personalressourcen evaluiert. Der Beitrag zieht Bilanz der Digitalisierungsaspekte des Projekts. Für die Akzeptanz waren weniger die Technologien selbst entscheidend als eine funktionierende Infrastruktur, Datenintegration, angepasste Arbeitsabläufe und ein professioneller Umgang mit Veränderungen. Dies gilt besonders für den Einsatz künstlicher Intelligenz.
Der Beitrag zeigt, wie KI-gestützte virtuelle Patient*innen das Kommunikationstraining in der Pflegeausbildung und Weiterbildung ergänzen können. Lernende üben herausfordernde Gesprächssituationen in einer sicheren Umgebung, erhalten Feedback durch virtuelle Supervisor*innen und können Szenarien wiederholt bearbeiten. Damit lassen sich kommunikative Kompetenzen orts- und zeitunabhängig trainieren. Entscheidend sind fachlich gut aufbereitete Szenarien, klare Lernaufträge und transparente Ziele. Das Beispiel der Careum Hochschule Gesundheit verdeutlicht, dass solche Systeme praxisnah eingesetzt werden können und von Studierenden gut angenommen werden.