
Die Zuordnung zu den einzelnen spezialisierten Versorgungsformen für geriatrische Menschen stellt im täglichen Aufnahmeprozess oft eine Herausforderung dar, welche sowohl Zeit- als auch Personalressourcen bindet. In Anlehnung an das gut etablierte Aufnahmeverfahren in den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ), bei dem es im Zuge des Aufnahme-Assessments zur Evaluierung des individuellen Betreuungsbedarfes in einem interdisziplinären Team kommt, wurde der Algorithmus für alle Versorgungsbereiche, die im Großraum Graz für Ältere und chronisch Kranke angeboten werden, erweitert. So entstand die in der Abbildung auf den Seiten 14 und 15 ersichtliche Entscheidungskaskade, das Grazer Geriatrie Tool (GGT), um eine standardisierte, eventuell automatisierte und über die verschiedenen Träger hinweg einheitliche und effektive Zuordnung in der Versorgungslandschaft zu etablieren.
Gesundheit ist in Österreich ungleich verteilt. Wer eine höhere Bildung hat oder reicher ist, lebt im Mittel länger und ist gesünder. Die Verteilung von Gesundheit in der Bevölkerung wird auch bei der Einführung neuer Leistungen implizit beeinflusst. Traditionelle gesundheitsökonomische Evaluationen haben Auswirkungen auf die gesundheitliche Ungleichheit lange ignoriert und ausschließlich auf Effizienz fokussiert. Eine Forschungsgruppe aus York entwickelt Ansätze, die Effizienz- und Verteilungsaspekte integrieren und für Entscheidungsträger anwendbar machen.