
Fritz Medicus verbindet Kants transzendentale Methodologie mit Fichtes Begriff der objektiven Realität, um eine wirklichkeitsbezogene Ästhetik zu entwickeln. Für ihn ist Kunst nicht bloß formelle Relation, sondern eine Reflektion der Wirklichkeit. Er unterscheidet zwischen „reflektierender Form“ und „objektiver Realität“ und versteht Kunst als produktive Interpretation des Daseins. Während sein frühes Werk stark von Kant geprägt ist, bezieht er später Fichtes Gedanken ein und greift auf weitere Quellen zurück. Medicus begreift Ästhetik als einen dynamischen Prozess, der sich aufgrund von Veränderungen der „objektiven Realität“ im Laufe der Zeit verändert. Der vorliegende Artikel bietet einen Überblick über Medicus’ Ästhetik im Kontext seiner Rezeption der Philosophie Kants und Fichtes.
It is not rare for a change of perpective to reveal new contexts. We can look at historical, philosophical conceptions through the lens of contemporary approaches, and capture their similarities, differences and identify themes that may prove to be sources of inspiration for contemporary philosophical inquiry. In the spirit of such a change of perspective, this paper will aim to look at Duns Scotus’s moral philosophy through the lens of key metaethical theories. We will proceed in the following steps. First, we introduce the main features of metaethical cognitivism and noncognitivism, as well as internalism, externalism, and constructivism. In the second step, we will focus on Duns Scotus’s theory of free will and emotions. In the third step, we will discuss Scotus’s theory of natural law. In the last step, we will compare the main metaethical systems with Scotus’s moral philosophy, and inquire how we might express it in terms of the conceptual apparatus of contemporary metaethical debates. We point out an important inspiration for the present discussion: the understanding of volitional states as a distinct class of conative states.
This is an essay on love and consciousness. I propose that these phenomena are connected in ways that have not been appreciated. Specifically, I argue that consciousness is the work of making relationships, and that love is a dedication to the undertaking of this work. My aim is to open up new ways of understanding the natures of love and consciousness both, and also, the whole project of trying to understand their place in human and indeed animal life. I suggest we need to rethink biology too, to allow for the centrality of love and consciousness as, in a way, forms of cognitive or spiritual metabolism.
Der Aufsatz bespricht zwei Neuerscheinungen, die unter dem Aspekt von Simone Weils ambivalentem Verhältnis zum Pazifismus besprochen werden. Die kürzlich neu edierten „Religiösen Schriften“ zeigen, wie sich Weils Gedanken zur Religion in Reaktion auf den Nationalsozialismus formieren und damit auch eine politische Dimension haben. Eine deutliche Veränderung Ihrer Haltung zum Krieg zeigt sich in dem ebenfalls neu edierten Aufsatz über Homers Ilias: Im Fokus stehen nicht mehr die sozialen Ursachen, sondern die Wirkungen des Krieges, das durch ihn verursachte individuelle Leid. Ausgehend von einer Darstellung ihrer geänderten Position wird abschließend dafür argumentiert, dass Weil den Pazifismus nicht aufgibt, sondern ein neues Verständnis desselben entwickelt.
In seinen Arbeiten zur indischen Philosophie beschreitet Wilhelm Halbfass neue Wege der vergleichenden Philosophiegeschichtsschreibung. Sein Ansatz ist einem dialogischen, an Gadamers Gesprächshermeneutik orientierten Modell verpflichtet. Das philosophische Vergleichen ist nicht nur beobachtend, sondern auch teilnehmend; es erfordert eine Bereitschaft zum Angesprochensein. Die Begegnung zwischen indischer und westlicher Philosophie findet in der Gestalt von mannigfaltigen, teilweise wechselseitigen Prozessen der Rezeption statt. Halbfassʼ vergleichende Untersuchung des Vergleichens führt zur Frage nach dem philosophischen Selbstverständnis, das die vergleichende Bezugnahme der Rezipierenden bestimmt. Mit seinem rezeptionskritischen Ansatz leistet Halbfass einen Beitrag zur aktuellen Diskussion zur Methode der vergleichenden Philosophie.