
Zusammenfassung Der Beitrag geht von der Feststellung aus, dass der in der quantitativen Forschung systematisch belegte Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status von Familien und dem Bildungserfolg von Kindern nach wie vor vor allem über abstrakte theoretische Modelle zu erklären versucht wird. Theoretische Vorschläge dagegen, die am konkreten Interaktionsgeschehen innerhalb der Familie ansetzen, liegen bislang nur in Ansätzen vor. Vor diesem Hintergrund präsentiert der Beitrag Befunde aus einem Forschungsprojekt zur familialen Medienerziehung, die exemplarisch zeigen, in welch unterschiedlichem Maße Eltern unterschiedlicher sozialer Milieus Bildungsanstrengungen von Kindern als Gegenleistung für ihre „Medienzeit“ einfordern. Diese Differenz, so wird argumentiert, sollte als eine Quelle von Bildungsungleichheit ernst genommen werden, die nicht bloß das Resultat ungleicher gesellschaftlicher Ressourcenverteilungen, sondern auch Ausdruck unterschiedlicher milieuspezifischer Wertstandpunkte ist.
Zusammenfassung Fast ausnahmslos wird in der Wissenschaft wie auch in der Bildungspolitik davon ausgegangen, die Hochschulbildung sowie die Hochschulbildungsbeteiligung wandele sich in Abhängigkeit von Veränderungen in der Arbeitswelt. Ausgehend von einer Kritik dieser bildungsökonomischen Erklärungen wird im Beitrag unter dem Begriff der Akademisierung hingegen gezeigt, dass im Zuge der zu beobachtenden Ausweitung akademischer Bildung es auch zu einer Expansion von beruflichen Beschäftigungsbereichen und von Stellen für Akademiker kommt, gleichsam in „Anpassung“ an die Hochschulexpansion. Diese Kopplung vollzieht sich in Abhängigkeit vom Studienfach und vom Beschäftigungsbereich in unterschiedlichen Modalitäten. Im Aufsatz wird mit Blick auf die Mathematik ein Modus der Kreierung von Stellen für Hochschulabsolventen am Beispiel eines Unternehmens des Onlinehandels aufgezeigt. Die Art und Weise der Stellenerzeugung wird in organisationssoziologischen Begriffen erklärt.