
545 546 Zusammenfassung: Corporate Governance gehört zu den wichtigsten Materien des Aktienrechts. Ob und in welchem Umfang es einer Reform bedarf, ist umstritten. Der vorliegende Beitrag erörtert verschiedene Aspekte der rechtspolitischen Corporate-Governance-Diskussion wie die Lockerung der Satzungsstrenge, die Ermöglichung einer monistischen Organisationsverfassung, die Neujustierung der Mitbestimmung und die Stärkung der Organisationsautonomie des Aufsichtsrats. Zudem nimmt er die Expansion des Aufsichtsrechts kritisch in den Blick, die zunehmend das Organisationsermessen von Vorstand und Aufsichtsrat einschränkt.
599 Zusammenfassung: Das 125-jährige Bestehen der Mannheimer Anwaltskanzlei Schilling, Zutt & Anschütz soll Anlass sein, einen Blick auf die Geschichte dieser Sozietät zu werfen und zugleich auf die Entwicklung des Gesellschaftsrechts und der wirtschaftsrechtlich orientierten Anwaltschaft seit 1900. Alle Wegmarken der jüngeren deutschen Geschichte – Erster Weltkrieg, „goldene zwanziger Jahre“, nationalsozialistische Diktatur und Zweiter Weltkrieg, Besatzungszeit und deutsche Teilung, Gründung der Bundesrepublik, der DDR und der Europäischen Gemeinschaft, „Wirtschaftswunder“, Mauerbau und Wiedervereinigung – haben Spuren in der Organisation und in den Mandatsstrukturen der Kanzlei hinterlassen.
661 Zusammenfassung: Das scheinbare Nischengebiet des Glücksspielrechts steht seit einigen Jahren im Fokus der europäischen Zivilgerichte. Tausende Spieler versuchen, in Online-Glücksspielen verlorene Einsätze von ausländischen Glücksspielunternehmen wiederzuerlangen, die nicht über die in den Ansässigkeitsstaaten der Spieler vorgeschriebenen Glücksspielkonzessionen verfügten. Mit der hier besprochenen Entscheidung in der Rechtssache Wunner stellt der EuGH klar, dass 662 sich die Spieler dabei im Regelfall auch dann auf das Sachrecht ihres gewöhnlichen Aufenthaltsstaats berufen können, wenn sie nicht gegen die das Glücksspielunternehmen tragende Gesellschaft selbst, sondern gegen deren Leitungsorgane vorgehen. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, trifft der EuGH Aussagen zur unionsrechtlichen Abgrenzung zwischen Gesellschafts- und Deliktsrecht sowie zur deliktsrechtlichen Schadenslokalisation, die weit über den Glücksspielkontext hinaus von Bedeutung sind.
489 Zusammenfassung Konzepte zur Krisenvermeidung und -bewältigung zeichnen sich im Rechtsvergleich durch eine überwältigende Vielfalt aus. Im Vorfeld der Insolvenz von Kapitalgesellschaften spielen aber nahezu allerorten die Geschäftsleiter eine wesentliche Rolle. Um sie zu gläubigerschützendem und sanierungsförderndem Verhalten anzuhalten, haben viele Rechtsordnungen insolvenzspezifische Pflichten- und Sanktionsregime geschaffen. Ausgehend von der deutschen Insolvenzverschleppungshaftung, der englischen Zahlungspflicht bei wrongful trading und der französischen Haftung für Unzulänglichkeit der Aktiva stellt dieser Beitrag zehn wesentliche Stellschrauben für die Ausgestaltung dieser Regelungskomplexe vor. Indem sie neuralgische Punkte sichtbar machen, bieten diese Stellschrauben nicht nur dem Gesetzgeber, sondern auch dem Rechtsanwender Orientierung.
419 Zusammenfassung Wenn eine Kapitalgesellschaft in die Krise gerät, stehen zumeist primär die Pflichten sowie die Haftung der Geschäftsleiter im Fokus. In der Krise gelten jedoch auch in Bezug auf andere Akteure Besonderheiten. Der Beitrag analysiert, welche Besonderheiten in Bezug auf Pflichten und Haftung des Aufsichtsrats, der Berater sowie der Gesellschafter gelten, wenn eine Kapitalgesellschaft in die Krise gerät.