BACKGROUND:Interdisciplinary multimodal pain treatment (IMPT) is an essential element in the treatment of people with chronic pain. Although IMST is defined in terms of content, it is evident that its practical design is very heterogeneous. This refers not only to the composition of the contents of the treatment but also to the concrete distribution of tasks among the professions involved. This article deals with the attribution of the effect of the activities of the three professional groups involved in IMPT: medicine, psychology and physiotherapy. The aim of this work is to examine how the professions of medicine, psychology and physiotherapy assess the effectiveness of their work and the effectiveness of the other two disciplines in the care of chronic pain patients. MATERIAL AND METHODS:A newly designed questionnaire with 19 items was used. Each item describes a possible effect that treatment by the professions of medicine, psychology and physiotherapy can have. Based on factor analysis, items were combined for which the three effect attributions had the same items. The restriction to factor analysis areas was intended to avoid redundancies in the presentation and interpretation of results. The evaluation was carried out by means of a variance analysis for the impact areas with the factors "profession" and "attribution of impact". RESULTS:A total of 233 participants from the 3 disciplines (medicine, n = 78; psychology, n = 76; physiotherapy, n = 79) answered the questionnaire. The three areas of effect "pain reduction", "strength and movement" and "functional pain coping" could be identified by factor analysis. The impact areas attributed to the different professions are largely reflected in the participants' answers. The variance analysis revealed significant main effects for the two factors "profession" and "attribution of impact" and for their interactions. CONCLUSION:Professionals in medicine, psychology and physiotherapy have clear expectations of their own and the other professions mentioned here with respect to their effectiveness in certain areas of change. Overall, the three professions agree in their assessment of the contribution of medicine, psychology and physiotherapy to the areas of pain reduction, gain in strength and movement and functional pain coping.
Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) stellt ein wesentliches Element in der Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen dar. Obwohl die IMST inhaltlich definiert ist, zeigt sich, dass ihre praktische Ausgestaltung sehr heterogen ist. Dies bezieht sich neben der Zusammenstellung der Therapieinhalte auch auf die konkrete Aufgabenverteilung unter den beteiligten Professionen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Zuschreibung der Wirkung der Tätigkeiten der drei an einer IMST beteiligten Berufsgruppen Medizin, Psychologie und Physiotherapie. In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie die Professionen der Medizin, Psychologie und Physiotherapie die Wirksamkeit ihrer Arbeit bzw. die Wirksamkeit der anderen beiden Disziplinen in der Versorgung von Patient*innen mit chronischem Schmerz einschätzen. Zur Anwendung kommt ein neu konzipierter Fragebogen mit 19 Items. Jedes Item beschreibt einen möglichen Effekt, den eine Behandlung durch die Professionen Medizin, Psychologie und Physiotherapie bewirken kann. Faktorenanalytisch wurden Items zusammengefasst, für die die drei Wirkungszuschreibungen gleiche Items aufwiesen. Durch die Einschränkung auf faktorenanalytische Bereiche sollte erreicht werden, dass Redundanzen in der Ergebnisdarstellung und Interpretation vermieden werden. Die Auswertung erfolgte varianzanalytisch für die Wirkungsbereiche mit den Faktoren „Profession“ und „Wirkungszuschreibung“. Insgesamt beantworteten 233 Teilnehmer*innen der drei Disziplinen (Medizin: n = 78; Psychologie: n = 76; Physiotherapie: n = 79) den Fragebogen. Faktorenanalytisch ließen sich die drei Wirkungsbereiche „Schmerzreduktion“, „Kraft und Bewegung“ sowie „funktionales Schmerzcoping“ identifizieren. Die den unterschiedlichen Professionen zugeschriebenen Wirkungsbereiche spiegeln sich größtenteils in den Antworten der Teilnehmenden wider. Die varianzanalytische Auswertung ergab signifikante Haupteffekte für die zwei Faktoren „Profession“ und „Wirkungszuschreibung“ sowie für ihre Interaktionen. Berufstätige der Medizin, Psychologie und Physiotherapie haben hinsichtlich der Wirksamkeit bei bestimmten Veränderungsbereichen klare Erwartungen an die eigene und an die anderen hier genannten Professionen. Dabei stimmen die drei Professionen in der Beurteilung des Wirkungsbeitrags der Medizin, der Psychologie und der Physiotherapie für die Bereiche Schmerzreduktion, Zugewinn an Kraft und Bewegung sowie funktionales Schmerzcoping insgesamt überein.
Das Ziel des Reviews ist es, die Inhalte der therapeutischen Maßnahme Edukation bei Menschen mit akuten unspezifischen lumbalen Rückenschmerzen (LRS) zu kartieren und diese in einer Zusammenschau verfügbar zu machen. In der Versorgung von Menschen mit akuten unspezifischen LRS wird Schmerzedukation als eine elementare Behandlungskomponente empfohlen. Die vermittelten Inhalte sind jedoch heterogen und damit stellt sich die Frage nach einer optimalen Ausgestaltung. Im Rahmen eines Scoping-Reviews wurde eine systematische Literaturrecherche und inhaltliche Analyse von Studien mit Inhalten zu Schmerzedukation durchgeführt. Einschlusskriterien waren: Bereitstellen relevanter Informationen zu den Inhalten der Schmerzedukation, Patient*innen mit akuten unspezifischen Rückenschmerzen, 18 Jahre oder älter, Veröffentlichung in englischer oder deutscher Sprache. Die Recherche wurde in den Datenbanken Medline, CINAHL, Cochrane Library und PEDro durchgeführt und durch eine Handsuche ergänzt. Die Suche wurde im Februar 2021 abgeschlossen. Insgesamt konnten 4239 Treffer identifiziert werden, davon wurden 90 Studien eingeschlossen. Es zeigte sich eine große Bandbreite an Inhalten, die in zehn Kategorien geclustert wurden. Die häufigsten Angaben wurden in den Kategorien „Empfehlungen zum Umgang mit LRS“, „Aufklärung, beruhigende Aspekte und entlastende Grundbotschaften“ und „Informationen und Empfehlungen zu Medikamenten“ gemacht. Die Vermittlung von pathoanatomischen Informationen kann Ängste und Sorgen potenziell auslösen oder verstärken, wohingegen Informationen zu neurophysiologischen Mechanismen der Schmerzentstehung und -verarbeitung eher eine angstmindernde Wirkung zugeschrieben wird. Die Ergebnisse können einen Beitrag zur Ausgestaltung der Schmerzedukation in unterschiedlichen Settings leisten.
Two kinds of ammonia-oxidizing bacteria isolated from biologically deodorizing plants in cold districts in Japan were identified as Nitrosomonas sp. IWT202 and Nitrosomonas sp. IWT514. The optimum pHs for growth were 8.0 (IWT202) and 7.5 (IWT514). Although rockwool samples for isolation were collected from the same plants, the optimum temperature for growth of strain IWT202 (37degreesC) differed from that of strain IWT514 (30degreesC). The bacteria had a higher (IWT202, 37degreesC) and lower (IWT514, 20degreesC) growth temperature than is usually the case. Both strains were shown to differ completely in regard to the effect of the ammonium sulfate concentration in the medium for a 20degreesC culture and 30degreesC culture. The inoculation of these bacteria provides the possibility of recovering ammonia-oxidizing activity, when the ammonia-oxidizing activity is lowered in biological deodorizing plants in cold districts. It seems that these strains are suitable for application to deodorization.
Zusammenfassung Hintergrund Zwischen 8 und 16 Mio. Menschen sind in Deutschland von chronischen Schmerzen betroffen. Sie verursachen jährlich Kosten von bis zu 28,7 Mrd. €. Chronische Schmerzen sind komplexer, biopsychosozialer Natur und die physiotherapeutische Versorgung erfordert besondere Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen. Eine öffentlich zugängige Beschreibung dieser Anforderungen im deutschsprachigen Raum existiert derzeit nicht. Ziel Ziel der Arbeit war es, unter in Deutschland tätigen Expert*innen einen Konsens bezüglich notwendiger Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen von Physiotherapeut*innen in der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen herzustellen. Methoden Zweistufiges Delphi-Verfahren mit 15 Expert*innen. In der ersten Fragewelle wurden eine Bewertung und Ergänzung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen durchgeführt, die zuvor in einer systematischen Literaturrecherche identifiziert worden waren. In der zweiten Fragewelle bewerteten die Expert*innen die Ergänzungen aus der ersten Fragewelle hinsichtlich deren Relevanz. Ergebnisse Von insgesamt 219 bewerteten Angaben wurden 124 als relevant eingestuft. Neben anatomischen und physiologischen Schmerzkenntnissen wurden vor allem edukative und kommunikative Fertigkeiten als wichtig bewertet. Schlussfolgerung Diese Übersicht kann Grundlage für die Entwicklung eines Kompetenzprofils sein, anhand dessen sich Inhalte für die modulare Ausgestaltung und Vereinheitlichung von Lehrplänen in Studiengängen bzw. Ausbildungen erarbeiten lassen.
Recent health insurance statistics show that low back pain (LBP) takes the first place in individual diagnoses according to sick leave statistics. As stated by the German back pain study of 2003/2006, long-term prevalence amounts to a total of 74 % to 85 %. In the case of acute unspecific LRS guidelines, recommend the use of non-steroidal anti-inflammatory drugs and patient education in order to motivate the patient to retain an active lifestyle, to stay physically active and to inform the patient about the background of the symptoms. Studies about the current medical supply situation in Germany show injections and passive therapy methods are part of the standard care, whereas educational measures are generally not applied.