Der Band Philosophie in Europa erörtert die Frage, ob es eine spezifisch europäische Philosophie gibt. In ideengeschichtlicher und in systematischer Hinsicht wird untersucht, ob und inwiefern die Philosophie aus Europa stammt, wie die Rezeption der Philosophie innerhalb, auch außerhalb Europas verlief und noch verläuft. Als akademisches Fach gesehen spielt die Philosophie in der heutigen Forschungslandschaft kaum eine herausragende Rolle. Trotzdem wird sie von vielen wissenschaftlichen Disziplinen, darüber hinaus von den Künsten, insbesondere aber von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik als Gesprächspartner gesucht, zugleich herausgefordert. In der geistigen Entwicklung Europas ist die Philosophie einer der bedeutsamsten Faktoren. Nicht zuletzt wird die europäische, mittlerweile europäisch-nordamerikanische Philosophie weltweit gelehrt. Der Band Philosophie in Europa erörtert die Frage, ob es eine spezifisch europäische Philosophie gibt.
How does one explain the remarkable resilience of the notion of mimesis in the face of frequently severe criticism, starting with Plato’s “Politeia”? How could a term, whose theoretical career begins with its dismissal, survive for more than two millennia? This article starts off from Hegel’s radical rejection of imitation as a basic principle of art. However, despite such fundamental disapproval, even in literary theory of the 20th century, mimesis continues to play an important role. It looks as if both phenomena – the at times profound criticism of mimesis as well as its remarkable resistance to this criticism – can be explained by going back to the origin of the concept in Ancient Greek philosophy and by reconstructing its transformation in modern times.
Zusammenfassung Ausgehend von einer Interpretation des Beginns von Thomas Manns Roman Buddenbrooks , wirft dieser Beitrag die Frage nach der Ursache der spezifischen Affinität literarischer Texte zu einer hermeneutischen Bearbeitung auf. In kritischer Auseinandersetzung mit den Theorien Jurij M. Lotmans sowie einiger Vertreter der sog. Rezeptionsästhetik wird hier eine andere Begründung für das Erfordernis der Interpretation literarischer Texte gesucht. Sie rückt das allgemeine, für sprachliche Kommunikation generell geltende Prinzip der Unterstellung von Kohärenz und Sinnhaftigkeit jeglicher Äußerung ins Zentrum. Diese »regulative Idee« gewinnt eine zusätzliche Dimension in fiktionalen Texten, deren Gegenstände nicht unabhängig von dieser Kommunikation existieren, weshalb sich nach der Funktion ihrer Mitteilung und darum ebenfalls nach ihrer Bedeutung fragen läßt. Eine abschließende Interpretation des Beginns von Madame Bovary gilt der Überprüfung der in diesem Beitrag entwickelten Theorie.
Starting off from a reading of the beginning of Thomas Mann's novel Buddenbrooks, this article is dedicated to the question of why and to what purpose literary texts have a particular affinity with interpretations. A critical discussion of Jurij M. Lotman's theory of literature and the so called aesthetics of reception leads to a different assumption why literary texts need a specific hermeneutic approach. It is based on a principle that underlies all linguistic communication and according to which utterances are generally considered to be coherent and meaningful. In the case of fictional discourse this principle is extended as, here, it applies also to the objects of the text, to the things, persons and events it is referring to. As these phenomena don't exist independently form the text, but only within the act of communication established by the text, the question of their meaning is raised and they, therefore, become subject to interpretation. In a final reading of the beginning of Gustave Flaubert's Madame Bovary the theoretical approach developed in this article is reviewed by a concrete example.
eBook: Risiken der Allmacht über die Dinge. Thomas’ Revision von Augustins Theodizee und ihre literarischen Folgen (Thomas von Aquin – Francesco Petrarca) (ISBN 978-3-465-04558-8) von aus dem Jahr 2021
Daran ist die Gesellschaft schuld: Der Titel dieses Bandes macht eine in der Moderne verbreitete Redeweise namhaft. Aus historischer Sicht erscheint sie allerdings keineswegs plausibel. Denn wie konnte es dazu kommen, dass in einer Kultur, die seit alters her die moralische Verantwortung des Einzelnen herausgestellt hat, die gesellschaftlichen Verhältnisse mit der Schuld für alle Missstände belastet werden? Dieser Frage geht das hier angezeigte Buch nach und sucht eine Antwort in den Prämissen der neutestamentarischen Nächstenliebe auf. Die von Rousseau postulierte Belastung der Gesellschaft mit der Verantwortung für die Übel der Welt wird als das Ergebnis einer Säkularisierung der christlichen Ethik beschrieben, die sich vor allem in der Moralistik der Frühen Neuzeit vollzieht.
Daran ist die Gesellschaft schuld: Der Titel dieses Bandes macht eine in der Moderne verbreitete Redeweise namhaft. Aus historischer Sicht erscheint sie allerdings keineswegs plausibel. Denn wie konnte es dazu kommen, dass in einer Kultur, die seit alters her die moralische Verantwortung des Einzelnen herausgestellt hat, die gesellschaftlichen Verhältnisse mit der Schuld für alle Missstände belastet werden? Dieser Frage geht das hier angezeigte Buch nach und sucht eine Antwort in den Prämissen der neutestamentarischen Nächstenliebe auf. Die von Rousseau postulierte Belastung der Gesellschaft mit der Verantwortung für die Übel der Welt wird als das Ergebnis einer Säkularisierung der christlichen Ethik beschrieben, die sich vor allem in der Moralistik der Frühen Neuzeit vollzieht.