Dieses Buch gliedert sich in drei Teile. Im ersten Abschnitt, der die Sektionen 1 und 2 umfasst, werden grundlegende Fragen des Qualitätsmanagements (QM) erörtert. Hier stehen die Herausforderungen der Zukunft zur Diskussion, ebenso wie Fragen zu allgemeinen Grundlagen und Standards für QM im prähospitalen Notfallwesen. Der zweite Teil, der aus den Sektionen 3, 4, 5 und 6 besteht, widmet sich konkreten, praxisbezogenen Fragen des QM bei allen Prozesspartnern des prähospitalen Notfallprozesses: den Leitstellen, dem Notarzt- und Rettungswesen und den Notaufnahmen. Im dritten Teil des Buches, den Sektionen 7 und 8, wird die Funktion des Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) vorgestellt und seine Aufgaben im Rahmen eines integrierten QMs diskutiert, wie beispielsweise: externe Datenevaluation (Reanimationsregister), einheitliches Datenmanagement (NADOK-Projekt), Analyse von Outcome-Kriterien oder Befragungen zur Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit.
2020 zeigten interne Audits im Rettungsdienst Tirol gravierende Dokumentationsdefizite im Sanitäterprotokoll auf. Lediglich 43,2
Zusammenfassung Studienziel Ziele sind die Verlaufsanalyse und der Vergleich mit ausschließlich manuell reanimierten Patienten sowie die Erfassung der Einflussfaktoren bei Patienten, bei denen die mechanische Thoraxkompressionshilfe Lund University Cardiac Assist System (LUCAS2TM) als Add-on-Therapie am Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) Innsbruck verwendet wurde. Material und Methodik Retrospektive Verlaufsdatenanalyse von Patienten im Studienzeitraum 01.01.2014 bis 31.12.2019 des NEF Innsbruck aus dem Deutschen Reanimationsregister (GRR), bei denen LUCAS2™ nach notärztlicher Anordnung als Add-on-Therapie verwendet wurde. Ergebnis Bei 653 Reanimationen kam es zu 123 Add-on-LUCAS2™-Anwendungen (18,8 %). Von allen Patienten überlebten 16,2 % die ersten 30 Tage. Mithilfe der Add-on-LUCAS2TM Anwendung überlebten 7,3 % (9/123) aller Add-on-LUCAS2™-Reanimationen bzw. 1,4 % (n = 9) aller CPRs. Bei 8/9 Add-On-LUCAS2™-„30 Tage-Überlebenden“ war der Herz-Kreislauf-Stillstand (HKS) beobachtet, und eine Laien-CPR wurde durchgeführt. Als Primärrhythmus wiesen 8/9 Kammerflimmern auf. Im Vergleich zur ausschließlich manuellen CPR wurde eine Add-on-LUCAS2™-Reanimation hoch signifikant (p < 0,001) häufiger bei jüngeren, bei männlichen Patienten, in der Öffentlichkeit, bei schockbarem Erstrhythmus und beim Transport eingesetzt sowie signifikant häufiger bei beobachteten HKS (p < 0,05). Die 30-Tage-Mortalität bei additiver Lysetherapie betrug 100 %. Diskussion Durch die Verwendung der Add-on-LUCAS2™-CPR kann eine prozentuelle Erhöhung der Überlebensrate erzielt werden und erscheint somit vorteilhaft (1,4 % in dieser Studie). Durch diese kann bei Patienten mit günstigen Prognosefaktoren eine hochwertige HDM auch bei technisch aufwendiger Bergung (Drehleiter, Stiegenhaus, Transport im RTW) durchgeführt und somit ein Transport ermöglicht werden. Jedoch kommt es dabei zu einer höheren Aufnahmerate unter CPR und somit zur Verlagerung der Therapiezielentscheidung in den Schockraum.
Zusammenfassung Hintergrund Die Qualität eines Rettungssystems zeichnet sich auch durch den effizienten Einsatz seiner personellen und Fahrzeugressourcen aus. So können im berechtigten Fall Stornierungen des anfahrenden Notarztes durch den Rettungsdienst (RD) ebenso sinnvoll sein wie Übergaben des stabilen Patienten an den RD. Aufgrund der hohen Zahlen solcher Storno- und Übergabeeinsätze evaluiert diese Studie diese Entscheidungen retrospektiv und zeigt evtl. Auffälligkeiten auf. Studienkollektiv waren die 10.278 Notarztalarmierungen der beiden Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) Innsbruck Stadt (städtisch) und Telfs (ländlich) der Jahre 2017 und 2018. Methode Der Patientenzustand sowie die Rettungsdienstdokumentation wurden beurteilt und die Notarztindikation retrospektiv anhand der klinischen Aufnahmediagnosen im Abgleich mit dem Notarztindikationskataloges der Deutschen Bundesärztekammer (NIKDBÄK) anhand vorgegebener Kriterien wie eingegebener Vitalparameter und/oder des Notfallgeschehens bewertet. Ergebnisse Im zweijährigen Studienzeitraum ergaben sich 2470 relevante Datensätze, davon 1190 Storno- und 1280 Übergabeeinsätze mit gesamt 210 Einsätzen (8,5 %) mit Notarztindikation laut NIKDBÄK. Am NEF Innsbruck fanden mehr Stornierungen statt, und es kam zu mehr Storno- als Übergabeeinsätzen, umgekehrt dazu am NEF Telfs zu mehr Übergabe- als Stornoeinsätzen. An Wochenenden fanden nachts weniger Storno- und Übergabeeinsätze statt. In 284 Protokollen bei Stornierungen (23,9 %) und 339 Protokollen bei Übergaben (26,5 %) war die Dokumentation der Sanitäterprotokolle unvollständig. Patienten mit gegebener Notarztindikation laut NIKDBÄK mussten länger stationär behandelt werden. 35 Patienten nach Storno- (2,9 %) und 35 Patienten nach Übergabeeinsätzen (2,7 %) mussten auf einer Intensivstation aufgenommen werden. Bei den Intensivbehandlungen wurde bei 20 Patienten (1,7 % der Stornoeinsätze) nach einem Stornoeinsatz eine kritische Aufnahmediagnose festgestellt bzw. bei 24 Patienten (1,9 % der Übergabeeinsätze) nach einem Übergabeeinsatz. Bei 40 (3,1 %) Übergabeeinsätzen vom Notarzt an den Rettungsdienst kam es innerhalb von 10 min nach Eintreffen des Notarztes zu einem Folgeeinsatz. Schlussfolgerung Die Einführung eines eigenen standardisierten Notfallindikationskataloges für Österreich erscheint als Vorgabe für Leitstellen und Rettungsdienstpersonal sinnvoll. Storno- und Übergabeentscheidungen müssen sorgsam getroffen werden und sollten QM-gesichert evaluiert werden. Der Dokumentationspflicht im Rettungswesen muss vermehrte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Durch intensivere Aus- und Fortbildungen sowie Diagnosefeedbacks könnte die Anzahl an unberechtigten bzw. risikobehafteten Storno‑/Übergabeeinsätzen vermindert werden.
Qualitätsmanagement zielt auf die Erhöhung der Versorgungsqualität durch die Überprüfung konkreter Qualitätsmaßstäbe ab. Im Auftrag des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst (ÄLRD) Tirol wurde ein interner „Kennzahlenbericht zum prähospitalen Notfallprozess 2013 (KZB)“ und in Folge der Erste Tiroler NEF-Benchmarkbericht 1. Hj 2015 (BB) erstellt. Ziel war, die Validität zu überprüfen, Abweichungen zu erkennen, einzelne Parameter tiefgründiger zu untersuchen sowie den BB unter den Notarztstützpunkten zu kommunizieren.
Zusammenfassung Hintergrund Aktuelle Studien zeigen, dass kritische Zwischenfälle in der prähospitalen Notfallmedizin häufiger vorkommen als vielleicht vermutet. Dennoch sind Risiko- und Fehlermanagement nicht verpflichtend vorgegeben. Ziel dieses Beitrags ist, die verpflichtende Einführung von Risikomanagement in der prähospitalen Notfallmedizin zu forcieren. Methode Anhand eines konkreten Fallbeispiels werden die theoretischen Grundlagen zum Risikomanagement erläutert und die 4 Phasen des Sicherheitskreislaufs – Risikoidentifikation, Risikobeurteilung, Risikobewältigung, Risikoüberwachung – erklärt. Ergebnisse Am Beispiel potenzieller „Medikationsfehler“ werden konkrete Maßnahmen zur Risikobewältigung aufgezeigt. Dabei stehen die praktische Umsetzung der ISO NORM 26825 und des entsprechenden DIVI-Standards 2012 zur Farbgebung von Spritzen- und Perfusoretiketten sowie die Überarbeitung des „Checklistensystems (Fahrzeug- und Materialchecks)“ im Mittelpunkt. Schlussfolgerung Das praxisbezogene Fallbeispiel untermauert die Wichtigkeit der Einführung von Risikomanagement in der prähospitalen Notfallmedizin. Ein gesteigertes Sicherheitsbewusstsein im Team kann dazu beitragen, die Sicherheit der Patienten und Mitarbeiter zu erhöhen.
Die Einsetzung des „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst“ (ÄLRD) in Bundesländern in Deutschland, in der Schweiz und in Tirol/Österreich wirft die Frage auf, ob die Einführung eines integrierten Qualitätsmanagement- (QM-)Systems über den gesamten prähospitalen Notfallprozess forciert werden sollte. Die Autoren stellen die These auf, dass die klassische und alleinige Evaluierung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität den zu erwartenden Anforderungen der Zukunft nicht standhält und die Implementierung eines intergierten QM-Systems notwendig wird.
Im vorliegenden Beitrag wird die Eingangsphase der Implementierung eines Qualitätsmanagement (QM)-Modells der kontinuierlichen Verbesserung nach dem PDCA-Zyklus am Beispiel des Notarzt (NA)-Stützpunktes Innsbruck-Stadt und des Österreichischen Roten Kreuzes Freiwillige Rettung Innsbruck dargestellt. Mithilfe von zwei Fragebögen zur Mitarbeiterzufriedenheit werden Problemfelder aufgezeigt und Optimierungsmaßnahmen vorgeschlagen. Anhand der Ergebnisse wird diskutiert, inwieweit die beiden Organisationen die Voraussetzungen für ein QM-Modell zur kontinuierlichen Verbesserung erfüllen.
In this article the first implementation step of a quality management (QM) model for continuous quality improvement (CQI), in particular the PDCA cycle, by using the example of the Medical University Innsbruck emergency department and the Austrian Red Cross, Freiwillige Rettung (Voluntary Rescue) Innsbruck (FRI) is described. Using two questionnaires concerning personnel satisfaction main problem areas were identified and improvements suggested. The results serve to discuss whether the two organizations involved fulfil the necessary conditions for the QM approach of CQI.
Primäres Ziel der Studie war die Entwicklung eines standardisierten, psychometrisch getesteten und validierten Fragebogens zur Messung der Patientenzufriedenheit in der prähospitalen Notfallmedizin. Die Bewertung der Qualität der notfallmedizinischen Versorgung galt als sekundäres Ziel.
Der Vergleich des heute gängigen Modells der funktionalen Aufbauorganisation mit dem Modell der prozessorientierten Ablauforganisation veranschaulicht, inwiefern strukturelle Vorgaben Probleme in der Zusammenarbeit aller Systempartner hervorrufen und festigen können. Kommunikationsdefizite, hohe Fehleinsatzraten, Überteuerungen einzelner Systemanteile, Dokumentations- und Feedbackmängel wirken sich negativ auf Motivation, Zusammenarbeit und Zufriedenheit von Mitarbeitern und Kunden, d. h. Patienten, aus. Im Kontext von Qualitätsmanagement ist die Neustrukturierung der präklinischen Notfallmedizin zu einer prozessorientierten Ablauforganisation hin zu empfehlen.
Qualitative Forschungsmethoden wie Fokusgruppeninterviews werden in der präklinischen Notfallmedizin kaum verwendet. Zur Evaluierung der Zufriedenheit der Patienten über die notfallmedizinische Versorgung sind sie jedoch ein wertvolles Tool. Neben den medizinischen Kompetenzen des Rettungs- und Notarztteams tragen soziale, emotionale und kommunikative Kompetenzen wesentlich zur Zufriedenheit der Patienten bei. Im direkten Gespräch können diese Kompetenzen besser in Erfahrung gebracht werden. Aus der Sicht der Patienten würde die Evaluierung und Optimierung der genannten Kompetenzen die Qualität des Notfallprozesses erhöhen.
The antibody we used was the BW 250/183 produced by the Behringwerke, Germany and labelled with Tc-99m. We did planar scanning and SPECT studies 4 hours and 24 hrs with a rotating digital camera (Elscint). A total of 16 patients (6 male, 10 female; age ranging from 19-67 years) were investigated. In 1 patient the investigation was performed 3 times and in 2 patients twice. Diagnosis of fistulae was established by surgical, endosopic and X-ray procedures. We found no false-positive result, a false-negative result in 2 patients, a true positive result in 16 and a true negative result in 2 patients. This would mean a sensitivity of 88%. SPECT studies are necessary to achieve these good results.