The topic of this article is the team in interdisciplinary multimodal pain therapy (IMPT) in the context of the development of the team concept. The starting points are historical developments, both social and scientific. After World War II numerous war victims continued to suffer from persistent pain. On the part of medicine, the consequences were the failure of the usual procedures for acute pain and the resulting helplessness. Both the concept of pain as a symptom of physical injury and also the previous treatment options were no longer adequate. Very early on an interdisciplinary approach to pain management was organized. This involved the communication of experts from various disciplines with very different competencies and opinions. Various medical disciplines and psychotherapy were the core subjects. Crucial for functioning teams is an effective cooperation and interaction. Related organizational issues, conflicts, peculiarities, and possibilities for solutions are presented. In the meantime, IMPT as a procedure has become a regular service provided in health care.
Thema des Beitrags ist das Team in der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie (IMST) im Kontext der Entwicklung des Teamkonzepts. Ausgangspunkt sind historische Entwicklungen, gesellschaftlich und wissenschaftlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg litten zahlreiche Kriegsopfer weiterhin unter anhaltenden Schmerzen. Aufseiten der Medizin waren ein Versagen von bei Akutschmerz üblichen Verfahren und daraus resultierende Hilflosigkeit die Folge. Sowohl das Konzept von Schmerz als Symptom einer körperlichen Schädigung als auch die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten waren nicht mehr ausreichend. Sehr früh wurde in der Schmerztherapie eine interdisziplinäre Vorgehensweise organisiert. Dazu gehörte die Kommunikation von Experten mit sehr unterschiedlichen Kompetenzen und Auffassungen aus verschiedenen Fachgebieten. Verschiedene medizinische Fachdisziplinen und Psychotherapie waren dabei die Kernfächer. Entscheidend für funktionierende Teams ist eine tatsächliche Zusammenarbeit und Interaktion. Damit verbundene organisatorische Fragen, Konflikte, Besonderheiten und Lösungsmöglichkeiten werden dargestellt. Inzwischen ist die IMST als Verfahren eine reguläre Leistung unserer Gesundheitsversorgung.
Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) ist als wissenschaftlich fundierte Therapieform zur stationären Behandlung chronischer Schmerzzuständen anerkannt. Die Indikation wird vom niedergelassenen Arzt gestellt und muss von den Ärzten der stationären Einrichtung bestätigt werden. Die Kostenträger sind verpflichtet, diese Behandlung zu vergüten, dürfen aber eine Einzelfallprüfung in Auftrag geben. In letzter Zeit häufen sich Meldungen von Mitgliedern der Deutschen Schmerzgesellschaft über drastisch gestiegene Prüf- und Ablehnungsquoten. Im vorliegenden Beitrag wird deshalb auf die rechtlichen Grundlagen der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen im stationären Sektor eingegangen. Harte Kriterien für eine Behandlung in einem bestimmten Sektor können kaum festgelegt werden. Eine Entscheidung wird im individuellen Einzelfall von der Komplexität der Erkrankung des einzelnen Patienten abhängen. Eine Krankenhausbehandlung ist grundsätzlich nur erforderlich, wenn die Behandlung dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entspricht und die Therapieoptionen des ambulanten und teilstationären Versorgungssektors nicht erfolgreich waren. Wichtige Anhaltspunkte können dabei die Behandlungsleitlinien der medizinischen Fachgesellschaften geben. Der Wechsel in einen intensiveren Versorgungssektor muss von der Schwere und Komplexität des Krankheitsbilds bzw. der unzureichenden Effektivität der Behandlung im vorausgegangenen Sektor abhängig gemacht werden. Einfache ICD-10-Diagnosen eignen sich nicht als Entscheidungs- und damit auch nicht als Prüfkriterium für die Indikation einer stationären Behandlung. Dekompensierte und akut exazerbierte chronische Schmerzzustände sind in der Regel stationär zu versorgen, dies auch aufgrund der psychischen Anteile der Schmerzerkrankung.
Based on the fundamental concept of the biopsychosocial model, interdisciplinary multimodal pain therapy (IMPT) has developed to one of the most important components in the treatment of patients suffering from chronic pain. The process criteria for IMPT in Germany are described in the German OPS catalogue and IMPT is mainly offered as an inpatient treatment only. This article updates some of the fundamental criteria for IMPT for adult inpatient treatment and the task force defines basic structural and process criteria for the implementation of IMPT for outpatients.
Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) ist eine wichtige Therapiekomponente in der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen, die auf der grundlegenden Philosophie des biopsychosozialen Modells aufbaut. In den letzten Jahren wird diese Behandlungsform in Deutschland zunehmend angeboten; die Rahmenbedingungen, die u. a. durch den OPS(Operationen- und Prozedurenschlüssel)-Katalog vorgegeben sind, beschreiben bisher ausschließlich die Umsetzung der IMST im (teil-)stationären Sektor. Mit der vorliegenden Arbeit werden die Kriterien für eine (teil-)stationäre Therapie erwachsener Schmerzpatienten durch die zuständige Ad-hoc-Kommission der Deutschen Schmerzgesellschaft aktualisiert und präzisiert. Darüber hinaus werden grundlegende Kriterien für eine mögliche Umsetzung der IMST im ambulanten Sektor beschrieben.
Die Beschreibung der schmerztherapeutischen Versorgung der Bevölkerung in Deutschland ist mit derzeitigem Kenntnisstand nur in begrenztem Umfang möglich. Insbesondere lassen sich definierte Konzepte in der Regelversorgung nicht darstellen. Sehr wohl gibt es aber bindende Vorgaben für die Ausbildung zum Führen der Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“, eine Qualifikation, die bis 2015 immerhin 5312 Ärztinnen und Ärzte erworben haben (GBE Bund). Diese Inhalte finden sich seit 01.04.2005 in der „Qualitätssicherungsvereinbarung zur schmerztherapeutischen Versorgung schmerzkranker Patienten“ (Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV 2012) auch in der ambulanten Versorgung wieder.
Zusammenfassung Stationäre interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie wird im Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) mit der Ziffer 8‑918 abgebildet. Die dort aufgeführten Kriterien sind allerdings unscharf formuliert und z. T. missverständlich. Daraus resultierten teils erheblich diskrepante Interpretationen bezüglich der Leistungskodierung und damit der für die Diagnosis-related-group(DRG)-Relevanz erforderlichen Voraussetzungen zwischen Leistungserbringern und insbesondere Gutachtern des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK). Die spürbare Mengenausweitung des Angebots für multimodale Schmerztherapie nach OPS 8‑918 hat auch dazu geführt, dass vermehrt Überprüfungen der Indikation von den Kostenträgern bzw. MDK vorgenommen wurden. Mit dieser Publikation schlägt die Ad-hoc-Kommission „Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie“ der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. nun aufseiten der Leistungserbringer möglichst konkrete Hinweise zur praktischen Umsetzung der OPS-Kriterien vor. Ziel ist eine möglichst hohe Übereinstimmung bezüglich der Umsetzung der Voraussetzungen zur Kodierung der OPS-Ziffer 8‑918 durch Leistungserbringer einerseits und des Blickwinkels der MDK andererseits. Da vor allem bei hoch chronifizierten bzw. komplex kranken Schmerzpatienten weitergehende qualitative Kriterien für die erfolgreiche Durchführung einer interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie im stationären Setting erforderlich sind, wurden weitere Kommentare ergänzt, die als Orientierung für eine zukünftige Weiterentwicklung der OPS-Ziffer 8‑918 dienen können. Letztlich lässt die OPS-Ziffer 8‑918 hinsichtlich der Therapieintensität und der Prozessqualität breite Gestaltungsmöglichkeiten. Es bleibt damit in der Verantwortung der Leistungserbringer, den Patienten eine qualitativ und quantitativ ausreichende Behandlung zukommen zu lassen.
Stationäre interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie wird im Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) mit der Ziffer 8‑918 abgebildet. Die dort aufgeführten Kriterien sind allerdings unscharf formuliert und z. T. missverständlich. Daraus resultierten teils erheblich diskrepante Interpretationen bezüglich der Leistungskodierung und damit der für die Diagnosis-related-group(DRG)-Relevanz erforderlichen Voraussetzungen zwischen Leistungserbringern und insbesondere Gutachtern des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK). Die spürbare Mengenausweitung des Angebots für multimodale Schmerztherapie nach OPS 8‑918 hat auch dazu geführt, dass vermehrt Überprüfungen der Indikation von den Kostenträgern bzw. MDK vorgenommen wurden. Mit dieser Publikation schlägt die Ad-hoc-Kommission „Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie“ der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. nun aufseiten der Leistungserbringer möglichst konkrete Hinweise zur praktischen Umsetzung der OPS-Kriterien vor. Ziel ist eine möglichst hohe Übereinstimmung bezüglich der Umsetzung der Voraussetzungen zur Kodierung der OPS-Ziffer 8‑918 durch Leistungserbringer einerseits und des Blickwinkels der MDK andererseits. Da vor allem bei hoch chronifizierten bzw. komplex kranken Schmerzpatienten weitergehende qualitative Kriterien für die erfolgreiche Durchführung einer interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie im stationären Setting erforderlich sind, wurden weitere Kommentare ergänzt, die als Orientierung für eine zukünftige Weiterentwicklung der OPS-Ziffer 8‑918 dienen können. Letztlich lässt die OPS-Ziffer 8‑918 hinsichtlich der Therapieintensität und der Prozessqualität breite Gestaltungsmöglichkeiten. Es bleibt damit in der Verantwortung der Leistungserbringer, den Patienten eine qualitativ und quantitativ ausreichende Behandlung zukommen zu lassen.
Im Jahr 2009 wurde die Diagnose F45.41 (Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren) in die deutsche Version der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten, Version 10 (ICD-10-GM), integriert. Paul Nilges und Winfried Rief veröffentlichten 2010 Operationalisierungskriterien für diese Diagnose. Die Ad-hoc-Kommission Multimodale interdisziplinäre Schmerztherapie der Deutschen Schmerzgesellschaft stellt mit der vorliegenden Veröffentlichung nun ein Formular zur übersichtlichen Überprüfung dieser Operationalisierungskriterien des ICD-Codes F45.41 zur Verfügung.
While there is an abundance of data on the epidemiology and molecular typing of Staphylococcus aureus, especially those carrying Panton–Valentine leucocidin (PVL) genes or mecA from Western Europe, Northern America and Australia, comparably few studies target African strains. In this study, we characterised genes associated with virulence and resistance, as well the phylogenetic background of S. aureus from healthy carriers and outpatients in Gabon. In total, 103 isolates from 96 study participants were characterised. Seventy-nine isolates originated from throat swabs and 24 isolates from skin lesions. Three isolates carried mecA, although only one, belonging to CC8-MRSA-IV [PVL+] ‘USA300’, was found to be phenotypically oxacillin-resistant; two CC88-MRSA-IV isolates appeared to be oxacillin-susceptible. PVL genes were common, with a total of 44 isolates (43 %) found to be PVL-positive. CC15-MSSA [PVL+] (n = 29) and CC152-MSSA [PVL+] (n = 9) were the predominant clones among the PVL-positive isolates. Among PVL-negative isolates, CC5-MSSA (n = 12), CC101-MSSA (n = 10) and CC15 (n = 9) were the most frequent. A hitherto undescribed multilocus sequence type of S. schweitzeri was detected twice in unrelated patients. The data emphasise a need for further studies on the role of PVL in African populations and the clinical significance of S. schweitzeri.
Im Auftrag der schmerzmedizinischen/psychologischen Fachgesellschaften, der Selbsthilfeorganisation der Schmerzpatienten und des Berufsverbandes der Schmerztherapeuten und Schmerzpsychologen hat die Gemeinsame Kommission der Fachgesellschaften und Verbände für Qualität in der Schmerzmedizin unter Mitwirkung der jeweiligen Präsidenten überprüfbare Struktur- sowie Prozesskriterien entwickelt, um schmerzmedizinische Einrichtungen in Deutschland klassifizieren zu können. Grundlage sind das in Deutschland etablierte System der abgestuften Versorgung sowie bestehende Qualifikationen, Weiterbildungen und Zusatzbezeichnungen. Die Einführung eines Fachkundenachweises Schmerzmedizin wird empfohlen. Neben den erstmals beschriebenen schmerzpsychotherapeutischen Einrichtungen können anhand der Kriterien fünf Ebenen von der Einrichtung mit Fachkunde Schmerzmedizin über spezialisierte Einrichtungen bis zum Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin definiert werden. Ziel der Empfehlungen ist es, verbindliche und überprüfbare Kriterien zur Qualitätssicherung in der Schmerzmedizin zu etablieren und die Versorgung zu verbessern.