We assess the brand strength of the main large-scale protected area (PA) categories in Germany based on the marketing funnel logic. It has long been argued in the literature that PAs, in general, can be strong regional brands in tourism, but that different PA categories may have a stronger or weaker brand identity. For example, it is often claimed that the national park label is the most well-known worldwide, and hence the most attractive as a tourist brand. However, the difference in brand strength has so far not been systematically assessed with nationally representative studies. Our research note addresses this gap, relying on a representative panel survey (N = 3,192) for Germany. We find that national parks are indeed the strongest brand, and that nature parks, despite being often described as a rather weak protection category, come second. On the other hand, biosphere reserves, although characterized as the most modern approach to area conservation, have a much more diffuse image. Implications point to the need for a stronger focus on differences between PA categories in communication and marketing.
Modelling complex consumptive decision-making during crisis periods represents a burgeoning research avenue, particularly in the context of intercontinental travel. Examining data generated from a representative online sample of n = 2,021 Germans as potential long-haul travellers, this study investigated which socio-demographic, psychographic and behavioural factors positively (drivers) or negatively (dampers) influenced distance desire during the contemporary era characterised by crisis events. After applying multiple linear regressions with distance desire as the dependent variable, it was found that in crisis periods, hedonistic travel motives, a high affinity for risk and previous long-distance travel experience are the drivers of distance desire, whilst socio-demographic factors (e.g., income or age) and the desire to maintain a low climate footprint do not exert a significant dampening influence. Results can support attempts to influence long-distance travel behaviour in crisis periods since they clarify which travel motives and other factors drive the desire for long-distance travel in Germany.
Vor dem Hintergrund unterschiedlicher marktlicher Entwicklungen hat die Zielgruppenorientierung im Destinationsmanagement stetig an Bedeutung gewonnen. Bei der Identifikation und Auswahl der für die Destination relevanten Zielgruppen wird vielfach auf Ansätze der psychographischen Marktsegmentierung zurückgegriffen. Von einem weiteren Bedeutungszuwachs der Zielgruppenausrichtung ausgehend, widmet sich der Beitrag der Frage, inwieweit die Kombination zweier Marktsegmentierungsansätze einen Mehrwert bezüglich der Zielgruppenstrategie für Destinationen mit sich bringen kann. Exemplarisch werden hierzu die Sinus-Milieus mit den BeST-Urlaubertypen verknüpft. Während die Sinus-Methode auf einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive beruht, fokussiert der BeST-Ansatz auf den Urlaubsnutzen. Bei der Kombination der beiden Ansätze zeigt sich, dass einfache Verschneidungen nicht zielführend sind, dass aber bei detaillierterer Betrachtung durchaus Mehrwerte für die Identifikation und Auswahl von Erfolg versprechenden Zielgruppen sowie für die Ausgestaltung der Zielgruppenstrategie der Destination generiert werden können.
Vielseitige Herausforderungen charakterisieren heute die Tourismusbranche. Allen voran die Klimakrise und die Notwendigkeit eines nachhaltigeren Wirtschaftens, aber auch gesellschaftliche Veränderungen, technische Innovationen oder externe Schocks zwingen Destinationen, Tourismusorganisationen und touristische Leistungsträger zur fortlaufenden Anpassung. Doch obwohl die Branche inzwischen wieder stärker wirtschaftlich aufblüht als oft prognostiziert, ist ihre notwendige nachhaltige Transformation bisher ausgeblieben. Wie sich der Tourismus zukünftig entwickelt, welche Akteure dabei eine Rolle spielen und wie Politik begleiten und mitgestalten kann, beleuchtet dieser Band: Ein spannender Einblick, der neben aktuellen Konzepten und Zukunftsperspektiven der Tourismusforschung auch konkrete Anknüpfungspunkte für moderne Tourismuspolitik präsentiert.
Resilienz ist heute eines der zentralen Zukunftsthemen im Tourismus. Unter den Bedingungen anhaltender Krisenlagen und rasanter Veränderungsprozesse sind Fragen der Widerstands- und Anpassungsfähigkeit immer stärker in den Mittelpunkt gerückt. Was widerstandsfähigere Destinationen und touristische Akteure genauer auszeichnet und wie die notwendige Transformation der Branche gelingt, untersucht dieser innovative Band. Neben aktuellen Praxiseinblicken aus unterschiedlichen Regionen werden relevante Themen behandelt, wie beispielsweise: - die Rolle von Diversity, - Resilienz im Destinationsmanagement, - die Bedeutung von Bürgerbeteiligung, - die Berücksichtigung der Wahrnehmungen der einheimischen Bevölkerung sowie - Resilienz im Wein- und Wandertourismus. Ein spannender Impulsgeber zu einem Schlüsselthema der Tourismusbranche, der im Rahmen der „5. Deidesheimer Gespräche zur Tourismuswissenschaft“ entstand.
Bilder von Destinationen entstehen in den Köpfen von Reiseinteressierten meist schon, bevor ein Reiseziel ausgewählt oder besucht wird. Abhängig vom Wissensstand können diese Vorstellungen sehr konkret und detailliert oder auch diffus und vage ausfallen. Die Bedeutung von Destinationsimages für die Wettbewerbsfähigkeit von Destinationen nehmen die Experten um Bernd Eisenstein und Knut Scherhag systematisch in den Blick. In 18 Beiträgen werden dabei die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven, Einblicke und Erfahrungen in diesem vielseitigen touristischen Praxisfeld deutlich.
Zusammenfassung Wenngleich die Covid-19 Pandemie die globale Tourismusbranche vor enorme Herausforderungen stellt, wird sie auch als kritischer Wendepunkt hin zu mehr Nachhaltigkeit verstanden. Eine solche Transformation des Tourismus bedarf auch der Veränderungsbereitschaft der Reisenden sowie der Reduktion des Attitude-Behaviour-Gap . Dieser empirische Beitrag widmet sich der Fragestellung, wie sich Nachhaltigkeitseinstellungen der deutschen, österreichischen und schweizerischen Urlaubsreisenden im Vergleich darstellen und inwieweit diese sich von 2018 auf 2020 verändert haben. In den drei DACH-Ländern besteht eine gewisse Zurückhaltung bei Nachhaltigkeitsaspekten, die ein aktives persönliches Engagement erfordern. In der Schweiz ist die Bereitschaft, sich im Urlaub nachhaltig zu verhalten, am stärksten ausgeprägt. Im Zeitvergleich gibt es leicht positive Veränderungstendenzen über alle drei Quellmärkte. Somit liefert die Studie einen wichtigen Beitrag in der Nachhaltigkeitsdiskussion post-Covid-19.