Das moderne Schockraum-Management stellt bedeutende Ansprüche an das interdisziplinäre Team aus Unfallchirurgen, Anästhesisten, Radiologen sowie an alle weiteren beteiligten Fachdisziplinen. Als Bindeglied zwischen präklinischer und klinischer Versorgung müssen im Schockraum Reanimationsmaßnahmen fortgeführt sowie lebensbedrohliche Verletzungen frühzeitig erkannt und unter An wendung eingeübter Algorithmen prioritätenorientiert behandelt werden. Die vorliegende Arbeit gibt anhand einer aktuellen Literaturrecherche einen Überblick über die interdisziplinäre Zusammenarbeit der bei der Schockraumversorgung beteiligten medizinischen Fachrichtungen und Berufsgruppen mit daraus zwangsläufig resultierenden fachabhängigen Sichtweisen und Problemzonen. Des Weiteren werden Angaben zur Zusammensetzung, Qualifikation und Kommunikation des Schockraumteams unter besonderer Berücksichtigung der Maßnahmen zur internen bzw. externen Qualitätskontrolle gemacht. In der deutschsprachigen Literatur besteht weitestgehend Konsens über die Zusammensetzung und Qualifikation des Schockraumteams in Krankenhäusern der Schwerpunkt- und Maximalversorgung. Dabei setzt sich das Basis-Team größtenteils aus Fachärzten der Disziplinen Unfallchirurgie/Chirurgie, Anästhesie und Radiologie sowie dem jeweiligen Fach-Pflege- bzw. technischen Personal zusammen. In Abhängigkeit des Verletzungsmusters des Patienten sind zusätzliche Fachrichtungen wie z.B. Neurochirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie etc. als „erweitertes Schockraumteam“ kurzfristig verfügbar. Die Versorgungsstrategie des Polytraumas erfolgt prioritätenorientiert nach bereits vorliegenden ATLS® angelehnten Protokollen bzw. Algorithmen. Bei der Kommunikation innerhalb des Teams hat sich die horizontale Organisationsform als effizienteste Form etabliert. Die einzelnen Mitglieder arbeiten hierbei kooperativ und kollegial einander zu, wobei die Teamleitung durch einen erfahrenen (Unfall-) Chirurgen bzw. interdisziplinär zwischen (Unfall-)Chirurgie und Anästhesie erfolgt. Die Einführung von standardisierten ATLS®-Schulungen der ärztlichen Mitarbeiter und von interdisziplinären Qualitätszirkeln aller in der Notfallversorgung tätigen Berufsgruppen verbessern nachweislich die Effektivität der Schwerverletztenversorgung. Des Weiteren können durch externe Analysen der eigenen Ergebnisqualität im interklinischen Vergleich, z.B. durch Teilnahme an einem Traumaregister, qualitätssichernde Maßnahmen langfristig durchgeführt werden.