Wir haben uns im letzten Kapitel mit den unterschiedlichen Vergemeinschaftungshorizonten befasst. Unser zentrales Argument dabei war, dass über die verschiedenen Mediengenerationen hinweg der Lokalismus, Zentrismus, Multilokalismus, Pluralismus und Minimalismus im Vorhandensein erstaunlich stabil sind, diese in den Mediengenerationen aber unterschiedlich artikuliert werden. Auf Basis des so entwickelten grundlegenden Verständnisses von Vergemeinschaftungshorizonten wollen wir uns nun näher mit den verschiedenen Mediengenerationen befassen.
Wie lassen sich die in diesem Buch bisher entwickelten Argumente abschließend zusammenfassen? Auf welche Zusammenhänge verweisen sie? Aus unserer Sicht lassen sich solche Fragen anhand der Gegenüberstellung von Bruch und Kontinuität beantworten, wobei unsere Forschung darauf verweist, dass beide kein Gegensatz sind, sondern in ihrem Wechselverhältnis zu sehen sind.
Die sekundär-digitale Mediengeneration ist die in der bisherigen Kommunikationsforschung am wenigsten berücksichtigte Mediengeneration. Im Gegensatz zu Kindern und Jugendlichen oder den zunehmenden Forschungsarbeiten zu älteren und hochaltrigen Menschen, wird auf die Altersgruppe der 31 bis 60-Jährigen nur selten explizit der Fokus bezüglich generationeller Aspekte gelegt. Dabei bilden diese Kohorten hinsichtlich ihres Alters den Kern der Bevölkerung.
Von Generationen im Hinblick auf Medien zu sprechen, ist ambivalent: Auf der einen Seite ist es in unserer Alltagserfahrung intuitiv, dass sich Generationen bezogen auf ihren „Umgang“ mit Medien unterscheiden. Die digitalen Medien sind etwas, was gemeinhin mit „jungen“ Menschen verbunden wird, das Röhrenradio und der Schwarz-Weiß-Fernseher mit „älteren“. Auf der anderen Seite machen wir im Alltag die Erfahrung, dass Generationen nicht in sich homogen sind.
Vergegenwärtigt man sich noch einmal das Phänomen kommunikativer Grenzziehung, wie ich es im einleitenden Kapitel dieses Buches beschrieben habe, so entsteht schnell der Eindruck, es handele sich dabei um eine gänzlich neue Erscheinung. Sicherlich hat der „Mediatisierungsschub“ (Hepp und Krotz, 2012, S. 10; Krotz, 2015, S. 129 f.) der Digitalisierung unmittelbar dazu beigetragen, dass die Medienumgebung von Menschen in den vergangenen Jahren um Einiges vielgestaltiger geworden ist, etwa wenn wir an Medientechnologien wie das WWW oder das Smartphone denken. Beschäftigen wir uns allerdings aus einer theoretischen Perspektive mit dem Phänomen der kommunikativen Grenzziehung, zeigt sich ein gänzlich anderes Bild.
Neben den im vorherigen Kapitel dargestellten Theorien und Ansätzen der Kommunikations- und Medienwissenschaft haben verschiedene Studien aus unterschiedlichen Blickwinkeln immer wieder das Phänomen kommunikativer Grenzziehung thematisiert. Den Forschungsstand zu den Herausforderungen und Praktiken kommunikativer Grenzziehung überblickend lässt sich jedoch bislang weder von einem Forschungsfeld, noch von einem systematischen bzw. einheitlichen Zugang zum Phänomen kommunikativer Grenzziehung sprechen. Vielmehr handelt es sich um disparate Perspektiven und Befunde, die den hier untersuchten Gegenstand der kommunikativen Grenzziehung zwar in differenzierter Weise greifbar machen.
Als eine erste Dimension der Herausforderungen und Praktiken kommunikativer Grenzziehung lässt sich auf Basis des analysierten Datenmaterials die Beschleunigung identifizieren. Als Beschleunigung verstehe ich die zunehmende zeitliche Verdichtung von Handeln im Kontext medienvermittelter Kommunikation. Diese geht mit einem veränderten Erleben von zeitlicher Taktung in den Sinn- und Handlungsbereichen einher.
With a focus on elderly people this article puts forward a concept of media generation as a thickening of one or more age groups of people who in their media appropriation share a specific experience space of mediatization and subsequently, based on their personal media biographies, develop a shared self-image as a media generation. Such a conceptualisation grasps media generation as a process. It operates with the central aspects of media relatedness, media-generational specifics of appropriation, and self-positioning. This offers an understanding of elderly people after retirement as members of a mass-media media generation. As the qualitative empirical analysis presented in this article demonstrates, members of this mass-media media generation define themselves in contrast to younger media generations.
This article introduces the approach of contextualised communication network analysis as a qualitative procedure for researching communicative relationships realised through the media. It combines qualitative interviews on media appropriation, egocentric network maps, and media diaries. Through the triangulation of these methods of data collection, it is possible to gain a differentiated insight into the specific meanings, structures and processes of communication networks across a variety of media. The approach is illustrated using a recent study dealing with the mediatisation of community building among young people. In this context, the qualitative communication network analysis has been applied to distinguish “localists” from “centrists”, “multilocalists”, and “pluralists”. These different “horizons of mediatised communitisation” are connected to distinct communication networks. Since this involves today a variety of different media, the contextual analysis of communication networks necessarily has to imply a cross-media perspective.
The role of the media in 'communities' and 'community-building' has been a fundamental question since the beginning of media and communication research. However, the focus of this research had mainly been the single community as such. To take some examples, one line of investigation has been the role of the media in building up the imagined community of the nation; another, the media as a reference point of fan cultures or certain scenes. More recently there has been increasing research on new forms of community-building in the internet and social web.