Der Beitrag befaßt sich mit einem Teilbereich der im Titel angekündigten Thematik. Anders als es die Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Geschlechts als Strukturkategorie nahelegt, wird allein die Situation von und für Frauen im System der Berufsausbildung fokussiert Und die strukturelle Rolle des Berufsbildungssystems bei der Erhaltung und Entstehung der schon vor drei Jahrzehnten ausgemachten Chancenungleichheit zu Lasten von Frauen wird nicht ins Zentrum gerückt, sondern am Schluß lediglich grob skizziert. Daß es hier kaum Fortschritte gegeben hat, ist nachzulesen bei H. Krüger (zuletzt 1996).
Eine der zentralen Begründungen für das sozialpolitisch indentierte Knapphalten öffentlicher Betreuungsangebote für unter dreijährige Kinder sind die oben dargestellten pädagogischen Überlegungen, die — wie wir sahen — inzwischen von den Betroffenen so nicht mehr geteilt werden. Staatliche Unterstützung greift nur dann, wenn die Familie aus von ihr nicht zu vertretenden Gründen ihren Betreuungsaufgaben dem Kind gegenüber nicht gerecht werden kann. Wie sich in den Interviews aber zeigt, sind es durchaus jedoch auch pädagogische Überlegungen, die Mütter dazu veranlassen, für ihre Kinder frühzeitig Gleichaltrigenkontakte zu suchen. Zu knappe familiale finanzielle Ressourcen, um eigene pädagogische Vorstellungen zu realisieren, reichen jedoch nicht als Grund für staatliche Hilfe in der Kleinkindbetreuung aus.
Die seit ungefähr 15 Jahren erneut um die Kleinkindbetreuung geführte politische und wissenschaftliche Auseinandersetzung hält auch in der Mitte der 80er Jahre unvermindert an. Dies ist im wesentlichen darin begründet, daß die Diskussion um die Art und Qualität der intensiven Mutter-Kind-Beziehung, die seit den Theorien von Freud als Basis und Kernstück einer gelungenen Sozialisation angesehen wird, angesichts veränderter Lebensbedingungen in der Kleinfamilie immer wieder erneute Problemsichten hervorruft. In der Tat ist das ausschließlich Muttersein ein Phänomen der Neuzeit, hat doch die Durchsetzung des Freud‘schen Ideals einer engen Mutter-Kind-Beziehung sich zunächst an den Lebensbedingungen der Frauen unterer sozialer Schichten gebrochen, dann an den durch die beiden Weltkriege bedingten Einbindungsprozessen von Müttern in die Überlebens- und Rekonstruktionsphasen jenseits der Familie. Das Muttersein konnte erst seit Mitte der 50er Jahre für eine größere Zahl von Frauen zur Rund-um-die-UhrBeschäftigung werden, von der keine anderen Aktivitäten und Interessen mehr ablenken.