Die Vielfältigkeit der Prinzipien in der Behandlung des parapneumonischen Pleuraempyems zeugt von der bis heute bestehenden Unklarheit über den korrekten Verfahrensweg zum jeweiligen Zeitpunkt – Identisches gilt für die Behandlung des Pleuraempyems im Rahmen von operativen Eingriffen. Das parapneumonische Pleuraempyem wurde von verschiedenen amerikanischen Fachgesellschaften unter unterschiedlichen Aspekten klassifiziert: Einteilung nach der natürlichen Verlaufsform bzw. nach der Zusammensetzung des Ergusses (American Thoracic Society – ATS), Einteilung nach der Risikowahrscheinlichkeit für ein schlechtes Behandlungsergebnis (American College of Chest Physicians – ACCP), oder es wurden Behandlungsalgorithmen empfohlen, basierend auf einer systematischen Analyse ausgewählter Literatur (British Thoracic Society – BTS). Die Behandlungsstrategie des parapneumonischen Pleuraempyems, aber auch des Empyems im Rahmen von Operationen sollte adaptiert an das jeweilige Stadium erfolgen. Das Behandlungsspektrum umfasst die alleinige Drainagenbehandlung, die Drainagentherapie mit Fibrinolytika, das thorakoskopische Débridement, die geschlossene Empyemektomie per VATS oder offenchirurgisch, die Dekortikation in offener bzw. minimalinvasiver Technik sowie die Behandlung mittels Thoraxfensteranlage, Thorakomyoplastik bzw. die Vakuumversiegelung mit Unterdrucktherapie. Die Vielfältigkeit der Behandlungsoptionen aus konservativen und operativen Methoden bedingt den zentralen Stellenwert der Thoraxchirurgie.