Purpose The aim of the study was to evaluate the stabilizing function of the long head of biceps tendon (LHB) and its tension, both without and with the presence of SLAP lesion to analyze a potentially occurring humeral chondral print of LHB with consecutive glenohumeral chondral lesions in SLAP lesions. Methods Testings were performed on 21 fresh frozen human cadaver shoulders with intact shoulder girdle by a 5 axis industrial robot with a force/moment sensor and 20 N joint compression, 50 N force in anterior, posterior, anterosuperior, and anteroinferior direction, and 0°, 30°, 60° of abduction. LHB was connected over a force measuring sensor with 5 N and 25 N preload. A type IIC SLAP lesion was created arthroscopically. Results A significant increase in anterior and anteroinferior translation was evaluated, whereas the LHB tension increased significantly in at most anterior and anterosuperior direction. The highest increase in translation and LHB tension after SLAP lesion was measured in anterior translation in at most 60° of abduction. The glenohumeral translation was significantly higher in SLAP lesions without LHB tenotomy than after isolated LHB tenotomy. Conclusions SLAP lesions lead to increased glenohumeral translation and concurrently LHB tension and load in at most anterior direction. The increased anterior glenohumeral instability and the increased LHB load pressing on the humeral head might cause glenohumeral chondral lesions with a typical chondral print-like lesion on the humeral head underneath the LHB.
In contrast to anterior shoulder instability there seems to be no single key lesion in posterior shoulder instability. Therefore, the purpose of this study was to determine the biomechanical effect of specific posterior capsulolabral lesions. Our hypothesis was that a posterior capsule lesion will have a predominant effect compared to a labrum detachment (Bankart lesion).
Ziel dieser Studie war es im Rahmen einer arthroskopisch assistierten biomechanischen Kadaverstudie den humeralen Druck der langen Bizepssehne (LBS) mit und ohne SLAP-Läsion unter Berücksichtigung der glenohumeralen Stabilität im Hinblick auf eine glenohumerale Chondralläsion zu untersuchen. Der signifikante Zusammenhang von subtendinöser humeraler und glenoidaler randnaher Chondralläsion nach SLAP-Läsionen im Sinner einer Früharthrose wurde in einer klinischen Studie evaluiert. Untersucht wurden 21 frisch eingefrorene Kadaver-Schultern (Durchschnittsalter 64,8 Jahre; 43–78; ±7,6; 24% männlich) ohne höhergradige intraartikuläre Pathologien. Bei Fixation des Skapula und des humerus wurde der Schultergürtel mit Muskulatur und Haut intakt gelassen. Die SLAP-IIC-Läsionen wurden arthroskopisch unter Luft etabliert und standardisiert refixiert. Die Messungen erfolgten an einem 5achsigen Industrieroboter mit einem Kraftmomentsensor mit dreidimensionalen Testungen der glenohumeralen Translation in anteriorer, posteriorer, anterosuperiorer und anteroinferiorer Richtung mit einer Schubbelastung von 50 N und axialer Kompression von 20 N. Die LBS wurde am muskulotendinösen Übergang armiert, mit einer Messapparatur verbunden und mit einer Vorlast von 5 N und 25 N entsprechend des physiologischen Ruhetonus bzw. halben Maximaltonus beladen und die Belastungsänderung während der Stabilitätstestung gemessen. Es zeigte sich eine signifikant vermehrte anteriore>anteroinferiore>anterosuperiore Translation nach SLAP-Läsion. Die Translationszunahme war höher unter aktiver LBS-Vorlast von 25 N im Vergleich zum Ruhetonus von 5 N. Die LBS-Last nahm nach SLAP-Läsion signifikant vermehrt bei 25 N Vorspannung im Vergleich zu 5 N (p<0,001) zu. Die höchste Belastung ergibt sich bei anteriorem, gefolgt von anteroinferiorem und anterosuperiorem Translationsschub. Reduziert wurde die LBS-Spannung bei posteriorem Translationsschub. Die Translation bei SLAP-Läsion war signifikant höher als bei isolierter LHB-Tenotomie und intaktem SLAP-Komplex. Die SLAP-Läsion führte zu einer vermehrten LBS-Belastung in allen Zuständen und kann durch den SLAP-Repair teilweise wieder reduziert werden. Bei SLAP-Läsionen kommt es zu einer bekannt erhöhten glenohumeralen Translation und zu einer vermehrten Spannung und Last der LBS in anteriorer, anteroinferiorer und anterosuperiorer Richtung. Die Maximalspannung wird in anteriorer Richtung erreicht, wobei der Humeruskopf anterosuperior vermehrten LBS-Druck erfährt. Hierdurch könnte die mit SLAP-Läsionen assoziierte humerale Chondralläsion erklärt werden. Die Kombination des erhöhten LBS-Drucks mit der vermehrten glenohumeralen Instabilität nach SLAP-Läsionen ist eine mögliche Erklärung für die klinisch evaluierte Früharthrose nach SLAP-Läsionen. Die Autoren bedanken sich bei der GOTS für die finanzielle Unerstützung dieser Studie im Rahmen der GOTS-Forschungsförderung 2008.
Die undirektionale posteriore Schulterinstabilität ist primär traumatisch bedingt. Die operative Therapie adressiert entweder den dorsalen Kapsel-Bandapparat oder das knöcherne Glenoid. In der vorliegenden Studie wurden ein arthroskopischer posteriorer Bankart-Repair mit einem offenem Standardverfahren (extraartikulärer Knochenblock plus T-Kapselshift) auf ihre biomechanische Effektivität hin verglichen. Es wurden 16 humane Schulterpräparate mittels Roboter/KMS (Kraft-Moment-Sensor)-Apparatur auf posteriore und inferiore Translation sowie bezüglich der maximalen Innenrotation untersucht. Zunächst wurden die intakten Schultern im nativen und „ventilierten“ Zustand getestet. Anschließend wurde arthroskopisch ein posteriorer Bankart-Defekt simuliert (6:00 Position bis zum Bizepssehnenansatz). Jeweils acht Schultern wurden dann in arthroskopischer und offener Technik operiert. Der arthroskopische Bankart-Repair erfolgte mit drei Titan-Nahtankern (3,5 mm) in 7:00, 9:00 und 11:00 Position. Die offene Rekonstruktion beinhaltete einen glenoidbasigen T-Shift der dorsalen Kapsel und die extrakapsuläre Anlagerung eines trikortikalen Knochenblocks. Der Knochenblock wurde mit zwei kanülierten 4,5 mm Schrauben fixiert und überragte des Glenoid lateral um 10 mm und das Labrum um ca. 5 mm. Die Translationstestung erfolgte mit einer Provokationskraft von 50 N in posteriore, posterio-inferiore und inferiore Richtung. Getestet wurde in 0° Grad und 60° glenohumeraler Abduktion/90° Horizontaladduktion (Jerk-Position). Die Statistik erfolgte mittels T-Test für unverbundene Stichproben (p<0,05). Die posteriore Bankart-Läsion führte zu eine signifikanten Steigerung sowohl der posterioren als auch der inferioren Translation (posterior: 13,2 mm in 0°-Abduktion und 10,8 mm in Jerk-Position, inferior: 12,0 mm in 0°-Abduktion). Die offene Technik mit Knochenblockanlagerung führt zu einer signifikanten Reduktion lediglich der posterioren Translation während die inferiore Instabilität persistiert (posterior 5,6 mm in 0°-Abduktion und 4,9 mm in 60°-Abduktion, inferiore Translation 9,4 mm). Der arthroskopische Bankart-Repair reduziert sowohl die inferiore als auch die posteriore Tranlation auf das Niveau des ventilierten Zustandes (posterior: 6,6 mm in 0°-Abduktion und 5,9 mm in 60°-Abduktion). Die maximale Innenrotation wird durch das Verfahren um 15° reduziert (59° versus 74°). Beide Verfahren reduzieren die durch den Bankart-Defekt pathologisch erhöhte posteriore Translation auf das Niveau des intakten bzw. ventilierten Gelenkes. Dabei wirkt die offene Knochenblock-Technik trotz des Kapselshiftes primär unidirektional posterior. Der arthroskopische Bankart-Repair ermöglicht zudem die Adressierung einer assoziierten inferioren Instabilität.