Patienten mit einer schweren präkapillären pulmonalen Hypertonie klagen häufig über eine eingeschränkte Lebensqualität.
Einleitung: Die Lebensqualität von Patienten mit einer präkapillären pulmonalen Hypertonie ist eingeschränkt. Wir untersuchten, ob ein unabhäniger Zusammenhang zwischen Angst, Depression, kardiopulmonaler Hämodynamik, Belastungstests und der Lebensqualität bei Patienten mit einer pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH) und/oder einer chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) besteht.
Therapist-assisted Internet-delivered cognitive behavior therapy (ICBT) is efficacious for treating anxiety and depression, but predictors of response to treatment when delivered in clinical practice are not well understood. In this study, we explored demographic, clinical, and program variables that predicted modules started and symptom improvement (i.e., Generalized Anxiety Disorder-7 or Patient Health Questionnaire-9 total scores over pre-, mid-, and posttreatment) within a previously published open dissemination trial (Hadjistavropoulos et al., 2014). The sample consisted of 195 patients offered 12 modules of therapist-assisted ICBT for depression or generalized anxiety; ICBT was delivered by therapists working in six geographically dispersed clinics. Consistent across ICBT for depression or generalized anxiety, starting fewer modules was associated with more phone calls from therapists reflecting that therapists tended to call patients who did not start modules as scheduled. Also consistent for both ICBT programs, greater pretreatment condition severity and completion of more modules was associated with superior ICBT-derived benefit. Other predictors of response to treatment varied across the two programs. Younger age, lower education, taking psychotropic medication, being in receipt of psychiatric care and lower comfort with written communication were associated with either fewer program starts or lower symptom improvement in one of the two programs. It is concluded that monitoring response to ICBT may be particularly important in patients with these characteristics. Research directions for identifying patients who are less likely to benefit from ICBT are discussed.
The aim of this study was to prospectively assess the clinical outcome and quality of life of elderly patients who underwent either coronary artery bypass grafting (CABG) or percutaneous coronary intervention (PCI) with drug-eluting stents (DES) for treatment of significant left main disease (LMD) compared to a younger patient population.
Cognitive behavioral therapy (CBT) is efficacious for panic disorder with agoraphobia (PD/A). Nevertheless, the active ingredients of treatment and the mechanisms through which CBT achieves its effects remain largely unknown. The mechanisms of action in CBT (MAC) study was established to investigate these questions in 369 patients diagnosed with PD/A. The MAC study utilized a multi-center, randomized controlled design, with two active treatment conditions in which the administration of exposure was varied, and a wait-list control group. The special feature of MAC is the way in which imbedded experimental, psychophysiological, and neurobiological paradigms were included to elucidate therapeutic and psychopathological processes. This paper describes the aims and goals of the MAC study and the methods utilized to achieve them. All aspects of the research design (e.g., assessments, treatment, experimental procedures) were implemented so as to facilitate the detection of active therapeutic components, and the mediators and moderators of therapeutic change. To this end, clinical, behavioral, physiological, experimental, and genetic data were collected and will be integrated.
Defibrillatoren (ICD) werden Patienten implantiert, um tachykarde, maligne Arrhythmien durch einen elektrischen Schock zu beenden. In der Regel erfolgt die ICD-Testung (pre-hospital discharge, PHD) vor Entlassung in Narkose. Dem Patienten bleibt die Angst vor dem unbekannten Schock sowie das Unwissen einer einlaufenden Arrhythmie und mangelnde Vorbereitung auf einen potenziellen Schock. Schocks sind bei vielen Patienten mit psychischen Beschwerden assoziiert. Bisher ist unbekannt, ob ein PHD mit bzw. ohne Narkose die psychische Anpassung an den ICD und die Verarbeitung therapeutischer Schocks beeinflusst. In einer Pilotstudie wurden 29 Patienten (60.9±12.46 Jahre, 90% Männer) mit Primärindikation für einen ICD hinsichtlich der Narkose im PHD randomisiert. Exemplarisch werden die Ergebnisse des Brief Symptom Inventory (BSI) und der Florida Shock Anxiety Scale (FSAS) vorgestellt. Die Zwischenauswertung zeigt, dass Patienten mit Narkose tendenziell mehr körperliche und psychische Beschwerden präoperativ in den Einzelskalen und der Gesamtskala des BSI angeben. Zudem berichten sie postoperativ tendenziell mehr Angst vor und mehr Sorgen bezüglich der Konsequenzen eines Schocks in der FSAS. Die bisherigen Daten zeigen tendenziell eine bessere psychische Verarbeitung von Schocks im PHD ohne Narkose. Die Studie ist als Längsschnitt angelegt. In der prospektiven Datenanalyse der 3- und 6-Monatskatamnesen werden die Hypothesen zur psychischen Anpassung und Verarbeitung überprüft.
Hintergrund: Herzangst kann bei kardiologischen Erkrankungen oder psychischen Störungen, aber auch ohne zugrunde liegende Erkrankungen auftreten. Bisher liegen keine Befunde zur Ausprägung der Herzangst bei Allgemeinarztpatienten vor. Weiterhin ist unklar, mit welchen Konstrukten Herzangst aus Arztsicht assoziiert ist.
Theoretischer Hintergrund: Patienten mit Panikstörung und Agoraphobie (P&A) gehören zu den „high-utilizern“ des Gesundheitssystems. Wenig bekannt ist, inwieweit eine bestehende psychische Komorbidität den medizinischen und psychotherapeutischen Versorgungsweg beeinflusst. Fragestellung: Geprüft wird, inwieweit sich Patienten mit einer „puren“ P&A von denen mit einer komorbiden Störung unterscheiden. Sowohl Anzahl als auch Art der komorbiden Störung werden berücksichtigt. Methode: 37 Personen mit P&A (ermittelt durch DIA-X inkl. komorbider Diagnosen) wurden mittels halbstandardisierten Interview befragt. Ergebnisse: Die Anzahl der Diagnostika, der Spezialisten und der Behandlungsempfehlungen stieg mit der Anzahl der komorbiden Störungsbilder, jedoch zeigten nicht alle Störungsbilder gleiche Effekte. Eine komorbide somatoforme oder depressive Störung führte zur Erhöhung dieser Variablen, eine komorbide soziale Phobie dagegen nur zur Erhöhung der Behandlungsempfehlungen. Patienten mit komorbider Störung benötigten länger bis zur Aufnahme einer Psychotherapie. Schlussfolgerung: Komorbidität verlängert den medizinischen und psychotherapeutischen Versorgungsweg von Patienten mit P&A. Speziell in der Primärversorgung sollte deren Diagnostik verbessert und berücksichtigt werden.
Die vorliegende Studie geht der Frage nach, ob das Auftreten einer Weißkittelhypertonie (WKH) mit den gleichen psychischen Faktoren assoziiert ist, wie das Auftreten einer essentiellen Hypertonie (HYP). Dies wurde bei 65 WKHkern (58% Frauen; 42,3±15,7 Jahre) sowie 130 HYPkern (53% Frauen; 54,3±13,2 Jahre) im Vergleich zu 104 Normotonikern (NO; 76% Frauen; 35,3±15,3 Jahre) analysiert. Als psychische Konstrukte wurden untersucht. Ärger (STAXI), Typ D (DS 14), Angst und Depressivität (HADS), Hypochondrie (IAS); Soziale Ängste (SIAS, SPS); Unsicherheitsintoleranz (IUS); Behavioral Inhibition (RSRI) und das Vorliegen psychischer Störungen (DIA-X). In multinomial logistischen Regressionen (univariat) unter Kontrolle von Alter und Geschlecht ist eine WKH im Vergleich zu NO signifikant assoziiert mit: Sozialer Phobie (Exp(B)=4,39; p=,025), SIAS (Exp(B)=1,04; p=,008) und Trait-Anger (Exp(B)=1,09; p=,040). Eine HYP ist im Vergleich zu NO ebenfalls assoziiert mit Trait-Anger (Exp(B)=1,14; p=,002) aber auch mit allgemeiner Ängstlichkeit (Exp(B)=1,10; p=,038). WKH und HYP lassen sich mittels der untersuchten Konstrukte nicht differenzieren. Das Auftreten einer WKH ist demnach mit dem Vorliegen sozialer Ängste assoziiert, die beim Arztkontakt aktiviert werden und über die sympatische Aktivierung zu einer Blutdruckerhöhung führen. Hierbei wäre zu untersuchen, ob der temperamentsbedingte Ärger das Bindeglied zur Entwicklung einer HYP bei einer Subgruppe von WKH darstellt.
Fragestellung: Zur Häufigkeit einer PTBS nach Stammzelltransplantation (SCT) gibt es in der Literatur unterschiedliche Angaben. Ziel dieser Studie war es, die Ausprägung von stressbezogenen Symptomen und die Häufigkeit einer voll ausgebildeten PTBS nach DSM-IV-Kriterien zu erfassen. Methoden: Befragt wurden 110 Patienten (63m/47w, 48,9 Jahre, Zeit nach SCT 32,4 Monate), >6 Monaten nach SCT. Verglichen wurden die Impact of Event Scale (IES- R) und die PTSS–10 mit dem SKID- Interview. Angst und Depressivität wurden mit der HADS-D erfasst. Ergebnisse: Im IES-R lagen 7,3% der Patienten (n=8), im PTSS10 30,9% (n=34) über dem Cut off für eine auf die SCT bezogenen PTBS. Im SKID wurde nur bei 2,7% (n=3) der Patienten eine PTBS diagnostiziert, 15.5% (n=7) litten an einer Anpassungsstörung. Eine voll ausgebildete PTBS-Symptomatik fand sich nur bei Patientinnen, die traumatische Ereignisse im Sinne der A-Kriterien des DSM- IV erlebt hatten. Diskussion: Hohe PTBS-Raten nach Stammzell-Transplantation, die in reinen Fragebogen-Erhebungen gefunden wurden, müssen zurückhaltend bewertet werden. Problematisch ist v. a. eine valide Erfassung des A2-Kriteriums nach DSM-IV. Die PTSS–10 erfasst mit höherer Sensitivität als die HADS die eher unspezifische Symptomatik einer Anpassungsstörung. Zu diskutieren ist, welche klinische Bedeutung die in Fragebögen erfasste Belastung bei Patienten hat, die nicht vollständig die Kriterien einer PTBS erfüllen.
Hintergrund: Studien zeigen, dass psychosoziale Risikofaktoren während der Schwangerschaft zu Geburts- und Wochenbettkomplikationen führen. Für postpartale Komplikationen wurden bisher mehr als 70 Risikofaktoren beschrieben, wobei zufriedenstellende Vorhersagemodelle noch fehlen. In Ergänzung zum pathogenetisch orientierten Risikofaktorenmodell eröffnet das salutogenetische Ressourcenmodell weitere Möglichkeiten, postpartale Depression besser vorherzusagen. Ziele: Es soll untersucht werden, ob die Merkmale Kinderwunsch, Lebenszufriedenheit und Kohärenzgefühl bei Schwangeren mit Geburtskomplikationen sowie postpartaler Depression korrelieren. Methode: Es wurden 303 Schwangere zu drei Messzeitpunkten befragt (1. Trimenon, 3. Trimenon und 3 Monate nach der Geburt). Erfasst wurden die Lebenszufriedenheit (FLZ), das Kohärenzgefühl (SOC-L9), die postpartale Depression (EPDS) sowie Komplikationen während der Geburt. Ergebnisse: Vorläufige Analysen zeigen, dass eine hohe Lebenszufriedenheit, ein hohes Kohärenzgefühl sowie eine hohe Erwünschtheit der Schwangerschaft protektiv bezüglich einer Wochenbettdepression wirken. Die Variablen korrelierten jedoch nicht mit somatischen Geburtskomplikationen. Schlussfolgerung: Protektive Faktoren scheinen wichtige Prädiktoren für das Auftreten postpartaler Depressionen zu sein. In entsprechenden Präventionsprogrammen sollte dementsprechend neben der Reduktion von Risikofaktoren die Förderung protektiver Faktoren eine wichtige Rolle spielen.
Ziel der Studie ist eine Subgruppendifferenzierung bezüglich chronischer Stressbereiche und deren Einfluss auf die Motivinkonkruenz bei 117 ambulanten Patienten mit Koronarer Herzerkrankung (KHK; Alter 59+8 Jahre, 74% Männer). Diese wurden mit dem Trierer Inventar zum chronischen Stress, dem Stresskurztest und dem Inkongruenzfragebogen untersucht. Eine Faktorenanalyse identifizierte die Stressbereiche: anforderungsseitiger Stress, personale Belastetheit und gesundheitliche Konsequenzen. In einer Clusteranalyse wurden anschließend folgende Gruppen identifiziert: SG 1 (n=16) ist gekennzeichnet durch höchste Werte in den anforderungsseitigen Stressskalen, niedrigeres Lebensalter und höhere Erwerbstätigkeit sowie früherem Erkrankungsalter. SG 2 (n=16), die höchste Werte bezüglich punktuellem Belastungsthema und gesundheitlichen Konsequenzen berichtet, besteht gehäuft aus Frauen und Personen mit kardialem Ereignis in den letzten 2 Jahren. In SG 3 (n=20) gruppierten sich die erfolgreichen Bewältiger mit moderaten und in SG 4 (n=65) die Unbelasteten mit den niedrigsten Werten. Bezüglich der Motivinkongruenz gaben die beide Risikogruppen signifikant seltener an, das Leben auszukosten und gesellig sein zu können. Die Ergebnisse weisen auf die Beachtung spezifischer Bedürfnisse bei Patiententypen in Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Belastung in der Versorgung von Patienten mit KHK hin und liefern darüber hinaus Implikationen für psychophysiologische Untersuchungen.