Einleitung Trisomie 21 (T21), Trisomie 18 (T18) und Trisomie 13 (T13) sind die häufigsten numerischen autosomalen Chromosomenaberrationen. Das Risiko für autosomale Trisomien ist mit einem erhöhten Alter der Mutter korreliert. Das steigende maternale Durchschnittsalter in Deutschland lässt einen Anstieg betroffener Schwangerschaften erwarten. Das Methodenspektrum der Pränataldiagnostik (PND) wurde 2012 durch den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) zur Sequenzierung zellfreier DNA aus maternalem Blut erweitert. Der Stellenwert reproduktiver Autonomie wird in diesem Zusammenhang kontrovers diskutiert. Ziel dieser Studie war die Untersuchung der Gesamt- und Lebendgeborenen(LG)-Prävalenz der T21, T18 und T13 im Hinblick auf das maternale Alter und die PND.
The prevalence of plagiocephaly in early infancy increased after the supine sleeping position was recommended to prevent sudden infant death syndrome (SIDS). Shifting the skull from the cervical spine to the axis from ear to ear, a plagiocephalus can influence the early childhood development. Thus therapeutic intervention is justified in cases of conspicuous asymmetry. After an evaluation of the currently available literature and a comparison of the previously recommended procedures for intervention, the authors suggest a therapeutic concept consisting of physiotherapeutic treatment, training of parents in the handling of the infant as well as a stable lateral sleeping position during a limited therapeutic phase.
In der Menschheitsgeschichte kam der Qualität der Säuglingsbetreuung schon immer eine herausragende Bedeutung zu. Dies spiegelt sich weltweit in den Pflegegewohnheiten, besonders in Kulturräumen mit langer ununterbrochener Tradition, wider. Ein Paradigma für die Bedeutung der Säuglingspflege ist der Rückgang des plötzlichen Kindstodes („sudden infant death syndrome“, SIDS) nach Änderung der Schlafposition und -bedingungen zu Beginn der 1990er-Jahre. Die medizinhistorische Forschung zeigte, dass die risikoreichere Bauchlage als Schlafposition in der westlichen Welt erst Anfang der 1970er-Jahre eingeführt wurde und während ihrer 20-jährigen Anwendung die Hauptursache für den Tod von Tausenden Säuglingen war. Die aktuellen, nun nicht nur durch Tradition, sondern auch durch epidemiologische Studien belegten Empfehlungen zur SIDS-Prävention werden dargestellt und erläutert.
Erratum zu: Monatsschr Kinderheilkd 2018 https://doi.org/10.1007/s00112-018-0513-3 Die Angaben zum Interessenkonflikt der Autoren sind unvollständig. Die vollständigen Angaben lauten:
Die Prävalenz des Plagiozephalus beim Säugling nahm nach Empfehlung der alleinigen Rückenlage als Schlafposition zur Prävention des plötzlichen Kindstodes im westlichen Kulturraum zu. Durch die Verschiebung des Schädels von der Halswirbelsäule bis hin zur Ohrachse kann ein Plagiozephalus die frühkindliche Entwicklung beeinflussen; deshalb ist therapeutisches Handeln bei ausgeprägten Asymmetrien gerechtfertigt. Die Autoren schlagen nach Auswertung der vorliegenden Literatur und Vergleich der bisher angewandten Interventionsmaßnahmen ein therapeutisches Konzept aus physiotherapeutischer Behandlung, Schulung der Eltern im Handling des Säuglings sowie eine stabile seitliche Lagerung als Schlafposition während einer zeitlich begrenzten Therapiephase vor.
We know of no current published data on the prevalence of craniosynostosis in Germany, so our objective in this study was to contribute to the limited knowledge of its epidemiology by assessing time trends, the frequency of prenatal diagnosis, and the timing of diagnosis and treatment. Data were collected in Saxony-Anhalt during the period 2000-17, and we designed a retrospective multicentre cohort study. The prevalence was 4.8 cases of craniosynostosis/10 000 births, and did not increase during that time. We compared the data of 91 patients with those of 273 controls. There were 75 boys and 16 girls (ratio 4.7:1). Fifty-one children had isolated craniosynostosis, consisting of 46 with a single-suture, and five with a multisuture, synostosis. Twenty-nine were associated with other congenital malformations, and 11 were syndromic. Three cases had been diagnosed prenatally, and 34 had skull deformities diagnosed immediately after birth at a mean (SD) age of 3.4 (4.7) months. The mean (SD) age at the time of first admission to hospital in one of the three surgical centres of Saxony-Anhalt was 5.9 (5.5) months, and 65 patients were operated on at a mean age of 9.1 (6.3) months. In contrast to published reports we found a prevalence of 4.8 cases of craniosynostosis/10 000 births that did not increase during the period 2000-16. Although we found a low prenatal detection rate, the diagnosis and treatment in this cohort study seemed timely.
Die Prävalenz neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen ist aktuell so hoch wie nie zuvor. Studien, die das Auftreten von psychiatrischen Erkrankungen im weltweiten Vergleich untersuchten, haben gezeigt, dass die Prävalenz für Erkrankungen wie Depressionen steigen. Sie sind in Deutschland mit 11,9% überdurchschnittlich hoch. Es gibt Daten wonach bis zu 50% der Frauen im gebärfähigen Alter Alkohol konsumieren, 20% konsumieren tabakhaltige Produkte und 13% gaben den Gebrauch anderer Drogen an. Zunehmend sind Frauen im reproduktiven Alter betroffen.
das Editorial mit dem Titel „Wärme und Kälte“ im Märzheft 2016 enthielt die Fallbeschreibung eines im Jahre 1921 geborenen Frühgeborenen mit weniger als 500g Geburtsgewicht, welches gesund überlebte. Es handelte sich um eine Hausgeburt. Eine Krankenhausbehandlung war damals für solche Situationen nicht vorgesehen. Die Prinzipien der schon damals erfolgreichen Frühgeborenenpflege, die von der Mutter mithilfe der Hebamme und des Hausarztes durchgeführt wurden, fußten im Wesentlichen auf ständiger Beobachtung, Warmhalten und häufiger Fütterung kleiner Muttermilchmengen mit dem Teelöffel. Einige wenige Frühgeborene konnten also vor dem Zeitalter der modernen Neonatologie mit dieser Basispflege überleben. Der folgende medizinische Fortschritt hat indes erfreulicherweise dazu geführt, dass darüber hinaus die große Mehrheit kleiner Frühgeborener, denen diese Maßnahmen allein nicht reichen, gerettet werden können.
Hintergrund und Fragestellung: Die Prävalenz für neurologische und psychiatrische Erkrankungen nimmt weltweit stetig zu. Davon sind auch Frauen im gebärfähigen Alter zunehmend betroffen. Die Studie geht der Frage nach, welche Auswirkungen diese Erkrankungen pränatal auf Mutter und Kind haben. Methodik: In einer Fall-Kontroll-Studie wurden Unterschiede im Schwangerschaftsverlauf, peripartalen Verlauf und neonatalem Outcome in Abhängigkeit von neurologischen bzw. psychiatrischen Erkrankungen der Frauen untersucht. Hierbei wurden 325 schwangere Frauen mit 331 geborenen Kindern als Fälle identifiziert und 5 103 Schwangeren mit 5 195 geborenen Kindern gegenübergestellt. Ergebnisse: Das Alter der Mutter bei Geburt war in der Fallgruppe signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe. Die Zahl der vorausgegangenen Schwangerschaften und die Zahl der induzierten Aborte waren hingegen in der Fallgruppe signifikant höher. Auch der BMI vor der Schwangerschaft und die Dauer des stationären Aufenthalts nach der Geburt wiesen signifikant höhere Werte in der Fallgruppe auf. Weiterhin wurden die Kinder der Fallgruppe wurden im Mittel früher geboren und wiesen geringeres Gewicht, Länge und Kopfumfang auf. Die Apgar-Werte der Kinder neuropsychiatrisch erkranter Mütter waren signifikant niedriger gegenüber der Kontrollgruppe. Außerdem wurden Kinder neuropsychiatrisch erkrankter Mütter signifikant häufiger in eine pädiatrische Einrichtung verlegt und verweilten dort im Mittel länger. Fazit: Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen einem Großteil der getesteten Parameter und einer neuropsychiatrischen Diagnose der Mutter besteht. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen, Pädiater nowie Neurologen und Psychiatern sollte gestärkt werden um eine bestmögliche medizinische Betreuung zu gewährleisten.
Background and Aims: The worldwide prevalence of neurological and psychiatric illnesses is steadily increasing. Consequently women of childbearing age are concerned as well. This survey examines the question of what kind of effects these illnesses have prenatally on mother and child. Methods: In a case-control study, differences in pregnancy, birth process, and birth outcome were associated with a neurological or psychiatric illness of the expectant mother. 325 pregnant women with 331 born children were identified as cases, which were compared to 5 103 non diseased pregnant women with 5 195 born children. Results: The age of the mother for admission was significantly lower in the case group than in the control group. The number of previous gestations and the number of previous induced abortion were significantly higher in the case group. Also the BMI before pregnancy and the length of stationary stay showed significantly higher values in the case group. Children belonging to the case group were born significantly earlier, had a lower birth weight, height, and head circumference. Furthermore Apgar scores were significantly lower in the case group. The frequency of postpartum stationary stay in a children's clinic as well as the length of stationary stay were also significantly higher when the mother suffered from a neurological or a psychiatric illness. Conclusion: The present results point out the correlation between most of the tested parameters and a neuropsychiatric illness of the newborn's mother. The interdisciplinary collaboration between gynecologists and pediatricians, as well as neurologists and psychiatrists should be strengthened to guarantee the best possible medical care.
Fragestellung: Unter Schädeldeformitäten (SD) fallen sowohl angeborene Kraniosynostosen, als auch erworbene Veränderungen der Schädelarchitektur. Hierzu zählen lagebedingte SD, die in den letzten Jahren nach der Kampagne zur Vermeidung des Plötzlichen Kindstodes zugenommen haben. Im Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt ist im Zeitraum 1996 – 2012 eine Häufigkeit von 5,0 pro 10.000 Geborene [1] registriert. Ziel ist eine Analyse der Anleitung zur Lagerung und der zeitgerechten Diagnostik bei SD.