Hintergrund: Gut differenzierte (G1 oder G2), auf die Mukosa oder Sm1-Schicht (Submukosa) begrenzte, nicht ulzerierte Frühkarzinome des Magens bis 30mm Größe weisen nur äußerst selten eine lymphatische Streuung auf, und bieten sich deshalb für die endoskopische Resektionstherapie an. Erste Ergebnisse hierzu aus wenigen europäischen Zentren sind vielversprechend. Deshalb erprobten wir diese organerhaltende Methode in einem interdisziplinären Konzept. Methoden: In einem Zeitraum von 1,5 Jahren wurden uns konsekutiv n=15 Patienten (7w, 8m, Alter 56–88J., median 74J.) mit Magenfrühkarzinomen zur eventuellen endoskopischen Mukosektomie (EMR) vorgestellt. Alle Patienten wurden lokal (Zoom-Endoskopie, Färbung, Endosonographie, multiple Biopsien) und hinsichtlich Fernmetastasen (Sonographie, CT) untersucht und interdisziplinär mit unseren Chirurgen besprochen. Ergebnisse: Die Frühkarzinome (5–30mm Ausdehnung) lagen im Fundus (n=2), Korpus (n=5), Antrum (n=7) bzw. an der Anastomose bei BII-Magen (n=1). Vier Patienten erfüllten nicht die Kriterien zur EMR (n=3 exkavierter Tumor Typ 3; n=1 G4-Tumor) und wurden primär operiert. Die EMR bei n=11 Patienten wurde in einer (n=7) oder zwei (n=4) Sitzungen mit Inoue-Kappe (n=5), Varizenligaturset (n=5) oder Argonplasmakoagulation (n=1) durchgeführt. Eine R0-Resektion konnte bei n=9 (82%) der 11 Patienten erzielt werden. Eine Perforation konnte konservativ mit Clip und Antibiotikagabe, eine Nachblutung nach 7 Tagen mit Clips und Unterspritzung beherrscht werden. Zwei Patienten wurden nach EMR operiert (n=1 Lymphgefäßinfiltration, n=1 multifokales Tumorwachstum). Während des Nachuntersuchungszeitraumes (4–17 Monate, median 9 Monate) traten keine Rezidive auf. Schlussfolgerung: Die EMR stellt bei gut ausgewählten Patienten mit Magenfrühkarzinomen (akkurates prä-interventionelles lokales und systemisches Staging, low-risk Situation nach japanischen Standard-Kriterien) eine kurative Alternative zur Magenteil-Resektion dar. Voraussetzung ist eine enge interdisziplinäre Kooperation. Die Langzeit-Rezidivrate muss mittels regelmäßiger Nachkontrollen noch weiter evaluiert werden.