Der Einfluss atypischer, d.h. langer oder außerhalb der üblichen Zeiten liegender Arbeitszeiten auf Gesundheit und Unfallrisiken ist gut belegt. Weniger umfassend dokumentiert ist der Zusammenhang zwischen atypischen Arbeitszeiten und den Möglichkeiten zu sozialer Teilhabe. In diesem Beitrag präsentieren wir Ergebnisse einer qualitativen Erhebung zu arbeitszeitbedingten Beeinträchtigungen sozialer Teilhabe in Österreich. Ziel der explorativ angelegten Untersuchung war, die Zusammenhänge zwischen langen Arbeitszeiten, Arbeit zu Randzeiten (Abend, Wochenende, Nacht) sowie eigenen Einflussmöglichkeiten und Planbarkeit der Arbeitszeit mit der sozialen Teilhabe der Beschäftigten zu untersuchen. Insbesondere atypische Lagen von Arbeitszeiten und fremdgesteuerte Flexibilität – im Sinne schlechter Planbarkeit der Arbeitsanforderungen – können die soziale Teilhabe negativ beeinflussen. The influence of atypical working hours, i.e. long working hours or working hours outside the usual hours, on health and accident risks is well documented. Less well documented is the relationship between atypical working hours and the opportunities for social participation. In this paper we present the results of a qualitative survey on work-time related impairments of social participation in Austria. The aim of the exploratory study was to identify possible indicators for a future measurement of the impact of atypical working hours on social participation. On the basis of case studies in companies in several sectors, it becomes clear that atypical working time situations and externally controlled flexibility - in the sense of poor planning of working hours - have a particularly negative impact on social participation.
Mit dem Beitrag wird eine Zuordnung verschiedener Formen der Arbeitszeitgestaltung zu vorwiegend arbeitnehmerInnen- und arbeitgeberInnenseitiger Flexibilisierung vorgenommen und die Auswirkungen dieser flexiblen Arbeitszeiten auf bezahlte und unbezahlte Mehrarbeitsstunden untersucht. Weiteres haben wir gefragt unter welchen Bedingungen flexible Arbeitszeiten von den ArbeitnehmerInnen positiv und in welchen Fällen diese negativ bewertet werden. Basis für die Analyse ist eine Befragung österreichischer ArbeitnehmerInnen in insgesamt sieben Branchen. Die Untersuchung zeigt, dass flexible Arbeitszeiten häufiger mit Mehrarbeit verbunden sind als insgesamt wenig flexible Arbeitszeiten. Zusätzlich leisten höher Gebildete häufiger Mehrarbeit. Wird am Abend oder am Samstag gearbeitet, ist dies ebenfalls häufig mit Mehrarbeit verbunden. Von diesen Zusammenhängen unterscheiden sich die Risikofaktoren für unbezahlte Mehrarbeit deutlich. Hier treten vor allem zwei Branchen, die Gastronomie und der Bankensektor, hervor. Zusätzlich haben geringer Gebildete ein signifikant höheres Risiko auf unbezahlte Mehrarbeit. Trotz des vorhandenen Risikos für Mehrarbeit wird Flexibilisierung häufig positiv bewertet. Dies ist vor allem der Fall, wenn die ArbeitnehmerInnen in die Gestaltung flexibler Arbeitszeiten eingebunden sind. Sind die Arbeitszeiten dagegen vorwiegend nach den Anforderungen der ArbeitgeberInnen bzw. den Arbeitsanforderungen geformt, führt dies zu negativeren Bewertungen des Arbeitszeitmodells.
This article analyses the ways in which creative crowdwork is managed and controlled within social and economic power relations. It presents findings from a research project on creative crowdworkers focussing on aspects of management and control. The research shows that the design of the platforms and the strategies of their operating companies clearly structure the triangular relationship between platform, clients and workers. In addition to bureaucratic rules and surveillance exercised by the platform, rating opportunities and other control features utilised by clients strongly impact on crowdworkers' time use, income and creativity and thus on their working and living conditions.
Studie der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) im Auftrag des Sozialministeriums.
This paper presents empirical research on employment in Vienna’s creative industries, with a special focus on self-employment and creative or even artistic work practices. Based on more than 50 in-depth interviews with those employed, ideal types on occupational behaviour and self-images are introduced. Workers that represent patterns of “artistic creation” are described in more detail. Altogether, work oriented lifestyles in creative industries refer to very heterogeneous ways to combine work and life.
Wie entwickeln sich die Partizipationschancen der Erwerbstätigen unter den Bedingungen flexibler, projektförmiger oder mobiler Arbeit? Das ist die zentrale Frage dieses Buchs, das im Rahmen des Forschungsprogramms »New Orientations for Democracy in Europe« entstand. Die Autoren nehmen eine Vergleichsperspektive ein, die durch starke Kontraste besonders interessante Aufschlüsse verspricht: Sie untersuchen empirisch Unternehmen, die informationstechnische Dienstleistungen anbieten, und Betriebe, die Dienste in der mobilen Pflege erbringen. In beiden Tätigkeitsfeldern spielen Mobilität, flexible Arbeitszeiten und die Subjektivierung von Arbeit eine wichtige Rolle, aber die Bedingungen, Ausformungen und Umgangsweisen der Beschäftigen damit sind höchst unterschiedlich. Während die Informationstechnik-Branche gemeinhin als paradigmatischer Fall einer genuin dynamischen, »modernen« Arbeitswelt aufgefasst wird, findet man in der scheinbar viel traditionelleren Sphäre der Pflegedienste ganz ähnliche Abweichungen vom fordistischen Normalarbeitsverhältnis – nur sind sie hier nicht das Resultat aktueller Umbrüche, sondern schon lange gang und gäbe (ohne freilich von der Arbeitsforschung wahrgenommen zu werden).