In the social sciences, adolescents’ interest in social and political issues and their participation has been a subject of controversy. While there is an ongoing public debate about young people’s lack of political engagement, many social and political processes depend on participation. For this reason, we should consider whether and how young people get involved socially or politically and how important future participation is to them. In this study, we analysed whether young people in Vienna are politically or socially engaged and how different factors shape their aim of social and political participation for the future. Therefore, we used data from a five-wave panel study with young people in Vienna. At the beginning of the study period about 3000 respondents participated, the students were attending 8th grade at the Neue Mittelschule (the lower track of lower secondary school) in the 2017–2018 academic year and they were then surveyed annually over the next four years (2019–2022). For the analysis, we used cross-sectional data from the fourth wave (the survey year 2021) to explore the way in which young people considered their political and social engagement. In addition, we used longitudinal data from five waves of the panel survey (2018–2022) to determine how the subjective importance of social and political participation changes over time. Our results show that the different forms of social and political participation varied widely and, based on linear multilevel models with a repeated measurement design, we argue that while sociodemographic factors such as gender and social class are crucial for the youth’s social and political participation, engagement is also shaped by their family resources. In contrast to previous research findings, we found that the importance young people attach to engaging socially and politically decreases between the ages of 15 and 19 years. Our findings reveal new insights for achieving future social and political participation by young people.
Derzeit wird das Konzept "Arbeitsplatzgarantie" international als Instrument im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit diskutiert. Eine staatlich geförderte Jobgarantie stellt jenen Menschen einen Arbeitsplatz zur Verfügung, die von Beschäftigung ausgeschlossen bleiben. Das Arbeitsmarktservice Niederösterreich setzt dieses Konzept im "Modellprojekt Arbeitsplatzgarantie Marienthal" um. Dieser Beitrag stellt Wirkungen im Hinblick auf latente Erfahrungskategorien von Erwerbsarbeit (Zeitstruktur, soziale Kontakte, soziale Wertschätzung, Tätigkeit, Mitwirken an kollektiven Zielen, Selbstwirksamkeit) dar. Dazu haben wir Teilnehmer:innen des Modellprojekts im Zeitraum von zwei Jahren mehrmals quantitativ und qualitativ befragt. Die Analysen zeigen heterogene Teilnehmer:innen, aber wir stellen insgesamt positive Veränderungen für Zeitstruktur, Aktivitäten und soziale Kontakte fest. Durch den Zugang zu Erwerbsarbeit nimmt das Gefühl sozialer Wertschätzung sowie zu kollektiven Zielen beizutragen zu. Beides kann durch nicht erkennbare Nützlichkeit der Tätigkeiten getrübt werden. Insbesondere die Selbstwirksamkeit nimmt im Zeitverlauf zu. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Konzept der Arbeitsplatzgarantie in Österreich mit positiven Wirkungen für die Teilnehmer:innen umsetzen lässt.
Zusammenfassung Auf Basis qualitativer Daten untersucht der Beitrag, welche Bedeutung der Klassenlage für die in der österreichischen Gesellschaft vorzufindenden Solidaritätsorientierungen zukommt, v.a. im Hinblick auf sozialstaatliche Arrangements und die Solidarität mit Geflüchteten. Das empirische Material wurde in einer zwischen 2016 und 2019 durchgeführten Studie in Österreich erhoben und umfasst insgesamt 48 Interviews. Die Aussagen werden zunächst mithilfe einer Heuristik von fünf Solidaritätsdimensionen zu einer Typologie von sieben Solidaritätskonfigurationen systematisiert und daraufhin im Hinblick auf die Relevanz der jeweiligen Klassenlage der Befragten differenziert. Mit Rekurs auf Bourdieu wird dabei nicht nur auf die objektive Klassenlage Bezug genommen, sondern auch auf die latenten Wirkungsmechanismen der Klassenherkunft im Sinne eines Klassenhabitus. Auf diese Weise kann sowohl bei nicht-privilegierten als auch bei privilegierten Befragten gezeigt werden, wie die jeweiligen Solidaritätskonfigurationen von der Klassenzugehörigkeit beeinflusst, wenn auch nicht determiniert sind. Im Ergebnis zeigen sich aufschlussreiche Unterschiede v.a. in Hinsicht auf Reichweite, Bedingungen und Gerechtigkeitsprinzipien der jeweiligen Solidaritätsorientierung. Es wird deutlich, dass der Fokus auf Klasse das Verständnis von Ein- und Ausschlüssen im Hinblick auf die sozialstaatliche Solidargemeinschaft plausibilisiert.
No AccessSoziale Ungleichheit im Bildungsverlauf: Wer profitiert von der Durchlässigkeit des Bildungssystems?Ona Valls, Jörg FleckerOna Vallshttps://orcid.org/0000-0003-0680-925X, Jörg Fleckerhttps://orcid.org/0000-0001-6363-4527https://doi.org/10.14220/9783737015103.79SectionsPDF/EPUB ToolsAdd to favoritesDownload CitationsTrack Citations ShareShare onFacebookTwitterLinkedInRedditEmail About Previous chapter Next chapter FiguresReferencesRelatedDetailsCited byJunge Menschen gehen ihren WegJörg Flecker, Brigitte Schels, Veronika Wöhrer15 November 2022 Download book cover 1. AuflageISBN: 978-3-8471-1510-6 eISBN: 978-3-7370-1510-3HistoryPublished online:November 2022 PDF download
No Access(Bildungs-)Wege nach der Neuen MittelschuleJörg Flecker, Brigitte Schels, Veronika WöhrerJörg Fleckerhttps://orcid.org/0000-0001-6363-4527, Brigitte Schels, Veronika Wöhrerhttps://orcid.org/0000-0001-7333-4229https://doi.org/10.14220/9783737015103.287SectionsPDF/EPUB ToolsAdd to favoritesDownload CitationsTrack Citations ShareShare onFacebookTwitterLinkedInRedditEmail About Previous chapter Next chapter FiguresReferencesRelatedDetails Download book cover 1. AuflageISBN: 978-3-8471-1510-6 eISBN: 978-3-7370-1510-3HistoryPublished online:November 2022 PDF download
New forms of work organization associated with platform labour challenge the notion of the traditional workplace, the employment relationship and the given institutional setting of a nation state. Such conventional spatial and institutional 'containers', where work traditionally takes place, are clearly losing importance in the platform economy. In particular, online platform labour seems to be 'placeless', which is not actually the case because the work takes place somewhere, its spatial distribution is not arbitrary and employment is influenced by local and national conditions. Location-based platform work, on the other hand, is not fully limited to the local scale not least because many platforms are multinational corporations. While place and space still matter the platform economy clearly has an impact on labour relations by, among other things, altering spatial structures.
Im Kontext geografisch verteilter Arbeit wird digital verlagerte Arbeit auf Onlineplattformen intensiv diskutiert. Diese virtuelle Arbeitsform fordert dabei die Interessenartikulation der Arbeitskräfte in mehrfacher Hinsicht heraus: die geografische Verteilung und die fehlende betriebliche Einbettung führen zum Verlust gemeinsamer Erfahrungs- und Gesprächszusammenhänge. Der Beitrag beleuchtet das Verhältnis zwischen virtuellen Kommunikationsräumen und Praktiken der Interessenartikulation in der Onlineplattformarbeit, unter Abgrenzung ortsbasierter Formen von Plattformarbeit. Zudem zeigt sich, dass die unterschiedliche Arbeitsorganisation in hochstandardisierter Onlineplattformarbeit (Microwork) bzw. bei komplexeren Tätigkeiten (Online-Freelancing) unterschiedliche Formen der Interessenartikulation bedarf. Es wird deutlich, dass virtuelle Kommunikationsräume einen wichtigen Ansatzpunkt für die Interessenartikulation in der Onlineplattform bieten. Solche Praktiken des Miteinanders zwischen Arbeitskräften in der Onlineplattformarbeit sind schon jetzt mit Formen der Interessenartikulation verknüpft.
No Access12. Jugendliche am Ende der NMS: Heterogenität, soziale Ungleichheit und AgencyJörg Flecker, Veronika Wöhrer, Irene RiederJörg Flecker, Veronika Wöhrer, Irene Riederhttps://doi.org/10.14220/9783737011457.305SectionsPDF/EPUB ToolsAdd to favoritesDownload CitationsTrack Citations ShareShare onFacebookTwitterLinkedInRedditEmail About Previous chapter Next chapter FiguresReferencesRelatedDetailsCited byPlans, hopes, dreams and evolving agency: case histories of young people navigating transitions.21 December 2022 | Journal of Youth Studies Download book cover 1. AuflageISBN: 978-3-8471-1145-0 eISBN: 978-3-7370-1145-7HistoryPublished online:June 2020 PDF download
Der Beitrag behandelt die Frage, inwiefern der Übergang von neo-liberalen zu Pro-Wohlfahrtsstaatsprogrammen tatsächlich als neues Erfolgsrezept von extremen und populistischen Rechtsparteien in Europa angesehen werden kann. Mit „links-autoritär“ oder „exkludierende Solidarität“ wurden vielfach Parteien etikettiert, die autoritäre soziokulturelle Positionen mit Unterstützung für den Sozialstaat in sozioökonomischen Positionen verbinden. Bei letzterem spielt Wohlfahrtschauvinismus, also die Ausgrenzung national definierter Fremdgruppen von sozialstaatlichen Leistungen, eine große Rolle. Inwiefern von einer solchen neuen Ausrichtung der populistischen und extremen Rechten gesprochen werden kann, wird an den Länderbeispielen Frankreich, Österreich, Ungarn und den Niederlanden diskutiert. Dafür fassen die Autor*innen die Entwicklung extremer und populistischer Rechtsparteien zusammen, stellen die Veränderungen ihrer Programmatik dar und geben Auskunft über die Entwicklung ihrer Wählerschaft. Soweit sie Parteien in Regierungsverantwortung sind, wird die Umsetzung der Programmatik in tatsächliche Maßnahmen beurteilt.
Wir erleben derzeit eine langanhaltende öffentliche Debatte über den Umbruch von Wirtschaft und Gesellschaft im Zuge der Digitalisierung. Dabei verbinden sich die Perspektive des Technikdeterminismus, welche die Ursache sozialer Veränderungen in der Technik sieht, und jene des Neoliberalismus. Entsprechend wird nicht die Frage gestellt, welche Technikentwicklung und -anwendung wünschenswert sei, sondern bloß eine rasche Digitalisierung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit gefordert. In diesem Beitrag wird ausgehend von aktuellen Debatten über Digitalisierung, Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 dargestellt, welche Beschäftigungswirkungen der Digitalisierung derzeit erwartet werden und wie sich die Qualität der Arbeit abhängig von unterschiedlichen Zielsetzungen bei der Entwicklung und beim Einsatz digitaler Technologien abzeichnen. Am Beispiel der sogenannten Plattformwirtschaft wird gezeigt, wie sich die Gestaltung von Technik mit der neoliberalen gesellschaftlichen Umwälzung verbindet.